Ein ausreichend hoher Vitamin-D-Spiegel kann Sie vor Demenzerkrankungen schützen – so das Ergebnis von Untersuchungen von Wissenschaftlern der University of Exeter Medical School. Die britischen Forscher fanden heraus, dass ein Mangel an Vitamin D das Risiko für Gedächtnisverlust bei älteren Menschen drastisch erhöht.

Die Forscher hatten bei über 1.650 gesunden Menschen über 65 Jahren den Vitamin-D-Spiegel im Blut gemessen und diese entsprechend ihrem Vitamin-D-Gehalt eingeordnet. Bei Blutwerten unter 50 nmol/l sprachen sie von einem Vitamin-D-Mangel, bei Werten unter 25 nmol/l von einem starken Vitamin-D-Mangel. Die Teilnehmer wurden weitere sechs Jahre lang beobachtet, in dieser Zeit erkrankten 102 von ihnen an Alzheimer, zudem 70 weitere an einer anderen Demenzform.

Beim Vergleich von Krankheitsfällen und Vitamin-D-Gehalt im Blut stellten die Forscher fest, dass diejenigen, die unter einem Vitamin-D Mangel litten, ein um 53 Prozent erhöhtes Risiko für Demenzerkrankungen aufwiesen. Bei Probanden mit starkem Mangel war das Risiko um 125 Prozent erhöht. Ähnlich sah das Ergebnis aus, wenn die Wissenschaftler sich nur auf Alzheimer konzentrierten (69 Prozent erhöhtes Risiko bei einem Mangel, 122 Prozent bei einem starken Mangel).

Warum Vitamin D vor Demenzerkrankungen schützt, wissen die Forscher noch nicht. Sie können auch noch nicht sagen, ob ein Schutz nur durch natürlich produziertes bzw. über die Nahrung aufgenommenes Vitamin D gegeben ist oder ob auch Vitamin-D-Pillen helfen. Hierzu ist die Studienlage sehr widersprüchlich. Daher raten sie, eher durch Spaziergänge im Freien die Eigenproduktion des Körpers anzukurbeln, statt unkontrolliert Vitamin-D-Präparate einzunehmen. Dazu reicht schon ein Spaziergang mit einer Dauer von zehn bis 15 Minuten täglich. Und auch bei bedecktem Himmel nehmen Sie noch genügend Licht für die körpereigene Produktion auf.