Was haben Kreativität, Muskelaufbau und Gelassenheit miteinander zu tun? Auf den ersten Blick nicht viel. Doch für alles ist Vitamin B6 verantwortlich. Dieses Vitamin regelt, wie gut Ihr Körper Eiweiß verwerten kann, und dementsprechend sorgt es dafür, dass Sie rundum gesund sind. Leider ist ein Mangel bei vielen Menschen an der Tagesordnung. Wie Sie diesen vermeiden und warum Sie mit Vitamin B6 gelassener durch den Alltag kommen, erkläre ich Ihnen in diesem Beitrag.

Kaum ein Vitaminmangel wirkt sich so schnell auf Ihren Körper aus wie das Fehlen von Vitamin B6. Schon eine leichte Unterversorgung hat Kopfschmerzen, aber auch Aggressionen, Antriebslosigkeit, Reizbarkeit und depressive Verstimmungen zur Folge. Symptome, die sich leicht erkennen lassen, meinen Sie? Dem ist leider nicht so: Immerhin 53 % aller Männer in Deutschland und sogar 76 % aller Frauen sind mit Vitamin B6 unterversorgt. Auch ein Zusammenbruch des Immunsystems sowie ein starker Muskelverlust, wie es bei chronisch kranken Menschen häufig vorkommt, müssen keine Folge der Krankheit sein, sondern können auf einen schweren Vitamin-B6-Mangel hinweisen.

Verbraucher werden zum Versuchskaninchen: Denn diese Nahrungsergänzungsmittel werden nicht danach beurteilt, ob sie nutzen oder eventuell sogar Schaden anrichten.

Durch diese Nervenbotenstoffe macht Vitamin B6 Sie gelassen und ruhig

Wenn Sie zu wenig Vitamin B6 zu sich nehmen, merken Sie dies zunächst an schwachen Nerven. Der Grund dafür ist einleuchtend: Vitamin B6 ist am Aufbau der so genannten Neurotransmitter beteiligt. Dies sind die Nervenbotenstoffe in Ihrem Körper – sie werden von Nervenzelle zu Nervenzelle geschickt. Sie steuern damit nicht nur Ihr Handeln und Ihre Gefühlswelt, sondern zum Beispiel auch, wie gut Sie schlafen. Zu diesen Neurotransmittern, die von Vitamin B6 abhängig sind, gehören:

  • Serotonin

Dieser Botenstoff ist wichtig, damit Sie ruhig und ausgeglichen reagieren können. Gleichzeitig handelt es sich um das so genannte Chefhormon – nur wenn Sie genügend Serotonin im Körper haben, sind Sie kreativ, denken in Lösungen, nicht in Problemen. Ein Mangel dagegen führt zu Aggressivität und Unruhe.

  • Dopamin

Dies ist ebenfalls ein Botenstoff, der Sie kreativ macht. Er sorgt auch dafür, dass Sie weitgehend sorglos durchs Leben gehen können. Fehlt er Ihnen, dann leiden Sie schnell unter Depressionen.

  • Noradrenalin

Mit diesem Botenstoff sind Sie voller Tatendrang, euphorisch, optimistisch und können besser denken. Ein Mangel führt dazu, dass Ihnen die Motivation fehlt, Sie sich nicht konzentrieren können und apathisch sind.

  • Taurin

Wenn Sie diesen Botenstoff in ausreichender Menge haben, sind Sie gelassen und können mit Stress besser umgehen. Ein Mangel sorgt für große nervliche Unruhe.

Industriell hergestellte Lebensmittel sind frei von B6

Ein Mangel an Vitamin B6  ist meistens hausgemacht. Grund dafür ist unsere heutige Ernährung mit vielen industriell hergestellten oder weiterverarbeiteten Lebensmitteln. Diese enthalten häufig kaum noch Vitamin B6. Egal ob Nudeln, Brötchen, Pommes oder Fleisch – hier werden Sie Vitamin B6 vergeblich suchen. Lediglich Gemüse enthält dieses Vitamin. Doch auch bei diesen Nahrungsmitteln landet nur noch sehr wenig Vitamin B6  auf Ihrem Teller durch zu langes Kochen und Warmhalten. So ist Ihre Nahrung beinahe völlig frei von Vitamin B6 – schwache Nerven sind somit vorprogrammiert.

Bananen – die natürliche „Verpackung“ schützt das Vitamin

Eine Banane hat 0,4 mg Vitamin B6 pro 100 g. Zudem ist das wichtige Vitamin hier besonders gut geschützt: Die „Verpackung“, sprich die Bananenschale, sorgt dafür, dass das Vitamin nicht durch Lagerung, Licht oder Luft zerstört werden kann. Auch Vollkornprodukte sind reich an Vitamin B6, geräucherter Lachs enthält rund 1 mg pro 100 g.halt hin

Wann sollten Sie ergänzen?

Um Ihre Vitamin-B6-Aufnahme zu erhöhen, müssen Sie Ihre Ernährung umstellen, weg von verarbeiteten hin zu frischen Lebensmitteln. Dadurch können Sie einen gewissen Grundbedarf an Vitamin B6 decken, wenn Ihre Nahrungsmittel keine langen Wege hinter sich haben und nur kurz gelagert wurden. Das ist aber nur selten der Fall. Daher empfehle ich Ihnen ein Präparat, um einem ernährungsbedingten Vitamin-B6-Mangel vorbeugen.

Dazu brauchen Sie einen Vitamin-B-Komplex, der die Tagesdosis von 40 mg Vitamin B6 enthalten sollte. Wenn Sie schon unter deutlichen Mangelerscheinungen leiden oder ein schwaches Immunsystem aufweisen, müssen Sie die Dosis erhöhen. Dann sollten Sie, wie ich es meinen Patienten auch empfehle, zwischen 100  und 400  mg Vitamin B6 pro Tag einnehmen. Jede Apotheke verfügt über solche Präparate – eine Monatsration kostet rund 15 €.