Wenn Sie Sport treiben, kennen Sie das: Leiden Sie unter Muskelkater und trainieren einfach weiter, sind die Schmerzen längst nicht mehr so schlimm. Die Muskeln haben sich augenscheinlich an die Belastung gewöhnt.

Forscher haben nun herausgefunden, dass an diesem Gewöhnungsvorgang die T-Zellen des Immunsystems beteiligt sind. Allerdings waren die meisten Forscher in den letzten Jahren der Meinung, dass der Effekt der verringerten Schmerzen und geringeren Entzündungsreaktionen nach erneutem Training daher kommt, dass sich der Körper an die Belastung gewöhnt hat.

Entzündungen werden durch Sport stärker, aber schmerzloser

An der Brigham Young University hat man aber nun herausgefunden, dass genau das Gegenteil zutrifft. Die Entzündungen sind sogar stärker, schmerzen jedoch deutlich weniger. Das entdeckten die Wissenschaftler, als sie Studienteilnehmer zwei sehr anspruchsvolle Trainingseinheiten absolvieren ließen.

Vor und nach der Trainingseinheit wurden jeweils Muskelproben entnommen. Diese Muskelproben wurden dann untersucht, ein Augenmerk legten die Forscher auf die Aktivität von Immunzellen und Entzündungsvorgängen. Dabei entdeckten sie, dass sich nach dem Training eine deutliche Menge an T-Zellen an den Muskelfasern befanden, die beschädigt worden waren.

T-Zellen helfen bei der aktiven Reparatur von Muskelkater

Bisher war den Wissenschaftlern nur bekannt, dass die T-Zellen Krankheiten bekämpfen. Allerdings sind sie in diesem Fall dazu da, die Muskeln bei der Anpassung an die Belastung zu unterstützen. Sie sorgen dafür, dass viele Immunzellen aktiv werden und die Muskeln effektiv reparieren. Dies passiert von Mal zu Mal stärker.

Hierdurch sollte sich auch unser Blickwinkel auf Entzündungen verändern. Nicht immer sind diese Entzündungsvorgänge negativ zu sehen. Häufig handelt es sich hierbei um einen Prozess, der Ihrem Körper bei der Heilung hilft. Und läuft er geregelt ab, kommt es noch nicht einmal zu Schmerzen.

Negativ sehen die Forscher daher den Trend, nach dem Sport gegen Schmerzen entzündungshemmende Medikamente wie zum Beispiel Ibuprofen oder Ähnliches einzunehmen.