Heute kaum vorstellbar: Salz war einmal so knapp, dass sogar Kriege deswegen geführt wurden. Heute dagegen ist Salz wirklich eine Plage. Ich möchte Ihnen bewusst machen, wo sich Salz heute überall versteckt. Zudem zeige ich Ihnen, dass Sie nicht nur Ihren Salzkonsum einschränken müssen, sondern dass Ihr Körper ausreichend Kalium, den Salzgegenspieler, braucht. Nur so können Sie zahlreichen Beschwerden wie Müdigkeit und Muskelschwäche entgehen.

Salz, sogenanntes Natriumchlorid, ist mittlerweile ein billiges Gewürz geworden. Das merken Sie nicht nur daran, dass Sie ein Päckchen heute für 30 Cent kaufen können. Auch wenn wir uns in der Lebensmittelindustrie umschauen, finden wir überall Salz. 15 Konservierungsmittel, über 30 Emulgatoren und sogar das einfache Backpulver – alle basieren auf Natriumchlorid. In Ihrem Körper zerfällt dieses Kochsalz aus Ihrer Nahrung dann in Natrium und Chlorid. Beide Mineralstoffe spielen eine sehr wichtige Rolle für die Wasserversorgung Ihres Körpers. Zudem sind sie entscheidend für die Funktionen des Nervensystems, für die Verdauung und den Aufbau der Knochen.

Es kommt nicht nur auf das Salz in Ihrem Körper an…

So positive Wirkungen die richtige Menge Natrium in Ihrem Körper auf Nerven und Knochen auch haben mag, allein kann dieser Vitalstoff das nicht bewirken. Natrium kann nur tätig werden, wenn in Ihrem Körper sein Gegenspieler, das Kalium, vorhanden ist. Kalium ist von Natur aus in Ihren Zellen vorhanden und reguliert hier den Wasserhaushalt. Nehmen Sie zu viel Natrium zu sich, stören Sie nicht nur das sensible Gleichgewicht zwischen Natrium und Kalium. Sie bekommen durch das übermäßig aufgenommene Natrium Durst, trinken mehr und scheiden mit Ihrem vermehrten Urin dann auch Mineralstoffe, darunter zu viel Kalium, aus.

Zu viel Salz – und Ihr Herz ist in Gefahr

Der Kaliumverlust bleibt nicht ohne Folgen. Denn Sie brauchen den Mineralstoff nicht nur für den Zellhaushalt, er ist auch wichtig für die Weiterleitung von Nervenreizen im Herzmuskel oder für einen niedrigen Blutdruck. Zu viel Salz – und die damit verbundene Kaliumausscheidung führt in Ihrem Körper letztendlich zu

  • Schleimhautaustrocknung und damit Infektanfälligkeit,
  • stark schwankendem Gewicht,
  • Müdigkeit,
  • Muskelschwäche,
  • geringer Ausdauer,
  • Ödemen im Gewebe,
  • hohem Blutdruck,
  • Unruhe,
  • Schwindel Herzrhythmusstörungen,
  • Herzrasen und
  • einem hohen Puls.

Schon im Restaurant droht Ihnen die „Versalzung“

In der Regel nehmen wir heute dreimal so viel Natrium wie Kalium zu uns. Dieses Risiko einer Versalzung gehen Sie nicht nur dann ein, wenn Sie Ihre Gerichte zu Hause ständig und reichlich nachsalzen. Schon wenn Sie außer Haus essen gehen, laufen Sie Gefahr, dass Sie Ihre Natrium-Kalium-Balance empfindlich aus dem Gleichgewicht bringen. Es hat sich durchgesetzt, dass in Restaurants das Essen großzügig gesalzen wird. Das Natrium aus dem Salz bindet das Wasser in den Zellen: Sie bekommen Durst und bestellen noch mehr zu trinken. Erdnüsse und Salzstangen auf Tischen in Bars und Bistros dienen ebenfalls nur dazu, Ihnen Durst zu machen und so mehr Getränke zu verkaufen. Erstaunlich nur, dass Sie nach einem solchen Abend, an dem Sie reichlich getrunken haben, kaum auf die Toilette müssen. Acht Gramm Salz sind in der Lage, in Ihrem Körper einen Liter Wasser zu binden. So lagern Sie durch salzhaltiges Essen Wasser ein – und nehmen zu.

Salzverlust – das Geheimnis der „Turbo-Diäten“

So lassen sich dann auch die Erfolge all der „Super-Blitz-Diäten“ erklären, die Ihnen immer und immer wieder von allen Zeitschriften-Titelblättern entgegenlachen werden. Bis zu fünf Kilo pro Woche sollen Sie hierbei abnehmen können. Natürlich handelt es sich dabei niemals um Fett, sondern um Wasser. Bei einer solchen Diät stehen viel Obst und Gemüse auf dem Plan. Dadurch füllen Sie Ihre Kaliumspeicher auf: Die Kalium-Natrium-Pumpe funktioniert wieder richtig. Eventuell gebundenes Wasser in Ihren Zellen wird dabei mit dem überflüssigen Natrium ausgeschieden. Schon sind einige Kilos runter. Das ist auch der Grund dafür, weshalb Sie bei solchen Diäten dazu aufgefordert werden, auf Käse, Brot oder Wurst zu verzichten. Diese Lebensmittel sind salzhaltig, binden also wieder Wasser und würden Ihren „Diäterfolg“ gefährden. Der hält aber nur so lange an, bis Sie wieder normal, also salzhaltig, essen.

Wussten Sie eigentlich?

Das Wort „Salaire“ für Lohn hängt mit Salz zusammen. Die Soldaten erhielten in Zeiten, als Salz knapp war, dieses Gewürz zum Lohn dazu: eben als „Salaire“.

So ernähren Sie sich natriumarm

80 % des Salzes, das Sie jeden Tag zu sich nehmen, steckt in Industrienahrung. Sie vermeiden also eine Übersalzung Ihres Körpers, wenn Sie schon im Supermarkt darauf achten, möglichst natürliche Lebensmittel einzukaufen. Denn die enthalten viel mehr Kalium als Natrium. So enthält zum Beispiel eine Banane rund 440-mal so viel Kalium wie Natrium.