Arbeit und familiäre Verpflichtungen sorgen nicht nur für Stress, sondern lassen Ihnen auch kaum Zeit, am Tag etwas für sich selbst zu tun. Und dennoch kann ich Ihnen nur raten: Schaufeln Sie sich eine halbe Stunde pro Tag frei und treiben Sie Sport. Denn Sport ist die wirksamste Methode gegen die gesundheitsgefährdenden Stresshormone. Nur durch ausreichend Bewegung werden diese so schnell wie möglich wieder abgebaut. Ich erkläre Ihnen, welche Sportarten für den Stressabbau besonders gut geeignet sind.

Eigentlich war Stress einmal eine sehr nützliche Erfindung der Natur, denn nur durch ihn konnte der Mensch überleben. Die Ausschüttung der Stresshormone Adrenalin und Cortisol sicherte Nervenanspannung und Konzentration, die der Steinzeitmensch nötig hatte. Es folgten Kampf und eventuell Flucht vor wilden Tieren. So wurden die Stresshormone automatisch wieder abgebaut und die Ausschüttung von gesunden Glückshormonen, den Endorphinen, angeregt. Heute gibt es zwar immer noch Stress. Aber anstatt durch die Jagd und oder die Begegnung mit wilden Tieren wird dieser im Beruf oder im Alltag aufgebaut.

So werden heute zwar noch die gleichen Stresshormone ausgeschüttet wie in der Steinzeit – aber Kampf und Flucht fehlen. Die Folge: Die Stresshormone können nicht mehr abgebaut werden. Die nervliche Erregung bleibt bestehen, genauso wie hoher Puls und hoher Blutdruck. Auf Dauer kann dies zu schweren Erkrankungen führen.

Sport schützt Ihren Körper wirksam vor Stresshormonen

Sport kann Kampf und Flucht der Steinzeitmenschen ersetzen. Wenn Sie sich regelmäßig bewegen, bauen Sie damit nicht nur die Stresshormone ab. Sie verringern auch die körperlichen Schäden, die durch den Stress angerichtet werden, wie zum Beispiel verengte Arterien und Bluthochdruck. Stattdessen werden durch den Sport Glückshormone freigesetzt. Diese bringen Ihnen nicht nur neue Lebensfreude, sondern vertreiben auch grübelnde Gedanken und depressive Verstimmungen.

Bewegung lockert auch Ihre Muskulatur, die durch Stress allzu leicht verkrampft. So lösen sich Verspannungen, die zu starken Schmerzen führen können. Stressbedingte Rückenbeschwerden und Kopfschmerzen gehören dann der Vergangenheit an. Zudem schlafen Menschen, die Sport treiben, nachts besser. Dieser Schlaf ist wichtig für die Regeneration Ihres Körpers – nachts, wenn Sie schlafen, laufen in Ihrem Körper viele Reparaturarbeiten ab, die für Ihre Gesundheit wichtig sind. Sport lindert Stress übrigens auch schon dadurch, dass Sie etwas für sich tun. Sie kümmern sich um sich selbst. Das ist Zeit, die Ihrer Seele guttut. Dies sorgt für eine Ausschüttung von Glückshormonen und für wahre Entspannung.

Welche Sportart ist bei Stress die richtige?

Am besten vertreiben Sie Stress und seine Folgen mit Ausdauersport wie zum Beispiel Joggen, Walken, Radfahren oder Schwimmen. Auch wenn Sie sich schon auf andere Weise sportlich betätigen, zum Beispiel Fußball oder Tennis spielen, sollten Sie zusätzlich mit einem Ausdauersport beginnen. Denn nur dieser kann Stress wirklich abbauen. Ausdauersportarten haben darüber hinaus noch einen weiteren Vorteil: Sie betreiben sie fast immer an der frischen Luft. So versorgen Sie Ihre Organe, aber auch Ihr Gehirn, mit frischem, unverbrauchtem Sauerstoff. Die Folge: Sie können wieder besser denken und werden kreativer.

5 Tipps für stressfreien Sport

Sie haben sich jetzt entschlossen, etwas gegen den Stress zu tun, und wollen unbedingt mit Sport anfangen. Gut so – aber Vorsicht: Damit Ihre sportliche Betätigung nicht selbst in Stress ausartet, beachten Sie unbedingt die folgenden fünf Tipps.

  • Fangen Sie langsam an. Steigern Sie Ihr sportliches Training nach und nach und bauen Sie es fest in Ihren Alltag ein. Wichtig ist, dass Sie dranbleiben. Sonst geht es Ihnen wie vielen anderen Menschen, die übermotiviert starten und schon nach einer Woche wegen Überlastung das Training wieder aufgeben.
  • Sie sollten ein aerobes Training betreiben. Nur das baut die Stresshormone ab. Ein aerobes Training bedeutet, dass Ihr Körper beim Training Energie bereitstellt, indem er Sauerstoff verbrennt. Faustregel: Sie sollten sich beim Sport noch locker unterhalten können. Die Dauer Ihres Trainings sollte 30 bis 40 Minuten betragen.
  • Trainieren Sie regelmäßig. Und nicht nur dann, wenn Sie es nötig haben, weil der Stress überhandnimmt. Sie sollten mindestens an drei Tagen pro Woche Sport treiben. Mein Tipp: Planen Sie Sport in Ihrem Tagesablauf so ein, als wäre es ein fester Termin. So kann er auch in der dicksten Stressphase nicht von anderen Aufgaben verdrängt werden.
  • Sport muss Erholung bleiben. Denken Sie daran, dass Sport zu Ihrer Entspannung dienen soll – er darf Ihnen keinen zusätzlichen Stress bereiten. Sie sollen kein Rennen gewinnen. Lassen Sie es langsam und bedächtig angehen.
  • Versuchen Sie sich auch in Entspannungssportarten. Hierzu gehören zum Beispiel Tai-Chi, Pilates oder Yoga. Solche Entspannungs-Sportarten bieten inzwischen viele Sportvereine oder Fitness-Studios an.