Alltagskopfschmerzen sind kein seltenes Phänomen – immerhin nur 12 % der Männer und 6 % der Frauen in Deutschland sind pro Jahr komplett frei von diesen Schmerzen. Der Rest der Bevölkerung leidet mindestens an einem Tag im Jahr unter Kopfschmerzen, meist aber viel häufiger. Auch meine Patientin Anne D. hatte diese Beschwerden an durchschnittlich zehn Tagen im Monat. Mit einfachen Methoden schaffte ich es, Ihre Schmerzen zu lindern.

Alltagskopfschmerzen, auch Spannungskopfschmerzen genannt, treten häufig am Ende eines anstrengenden Tages auf. Sie treffen die Hausfrau genauso wie den Manager, können beim Schüler ebenso auftreten wie beim Rentner. Häufig bringen Sie die Ursache erst einmal gar nicht mit Ihren Kopfschmerzen in Verbindung – oder hätten Sie gedacht, dass zum Beispiel falsche Stühle schuld sein können?

Mögliche Ursachen für Ihre Alltagskopfschmerzen

Alltagskopfschmerzen können Sie jederzeit und überall erwischen. Aber es gibt Situationen, in denen es besonders schnell zu den quälenden Schmerzen kommt. Typische Auslöser können sein:

Sie sehen, meist sind Alltagskopfschmerzen sogar hausgemacht. Entsprechend gut können Sie etwas gegen diese Beschwerden unternehmen. Meine 6 Tipps gegen Alltagskopfschmerzen:

Es soll Ihnen ein Licht aufgehen

Gerade schlechte Beleuchtung ist eine der Hauptursachen für Alltagskopfschmerzen – Ihre Augen werden durch mangelndes Licht überanstrengt. Richtig gut tut Ihnen Tageslicht. Gerade jetzt können Sie die ersten warmen Sonnenstrahlen hereinlassen. Sie bessern nicht nur Ihre Schmerzen, sondern auch Ihre Laune.

Verzichten Sie in den Räumen, in denen Sie sich tagsüber häufig aufhalten, auf Rollos – und seien diese noch so dünn. Brauchen Sie eine Lampe, sollte deren Lichtstärke mindestens 500 Lux betragen. Mittlerweile gibt es so genannte Tageslichtlampen von fast allen großen Lampenfirmen. Tauschen Sie Ihre normale Glühlampe dagegen aus.

Schalten Sie Lärm ab

Geräusche sind ein immer wieder unterschätzter Stressfaktor, der Sie nicht nur stört, sondern auch zu Alltagskopfschmerzen führen kann. Lärmquellen gibt es viele. Das kann der Computer sein, ein Radio, der Straßenverkehr, Telefon und Klimaanlage – sie alle machen nicht nur konzentriertes Arbeiten schwer, sondern können auch Kopfschmerzen verursachen. Sie sollten schon beim Kauf auf die Lärmfrequenz von Geräten achten.

Manche Geräte können Sie auf Schallschutz-Unterlagen stellen, wie zum Beispiel Waschmaschinen, wenn diese in der Wohnung stehen. Bei vielen Geräten wird heute übrigens schon die Lautstärke auf dem Etikett angegeben. Die Einheit ist Dezibel (dB), die Zahl sollte möglichst niedrig sein.

Sitzen Sie richtig

Sind Ihre Stühle zu hoch oder Ihre Tische zu niedrig, sitzen Sie ständig in verkrümmter Haltung. Das führt dazu, dass sich Ihre Muskeln verspannen. Das kann ebenfalls ein Auslöser für Kopfschmerzen sein. Das richtige Maß zueinander haben Tische und Stühle, wenn Ihre Knie einen rechten Winkel bilden und auch die Ellenbogen im 90°-Winkel gebeugt sind. Sie müssen außerdem Ihre Arme auf die Tischplatte legen können.

Sie sollten sich darüber hinaus dynamisches Sitzen angewöhnen. Das bedeutet, dass Sie Ihre Sitzposition häufiger wechseln. So vermeiden Sie eine einseitige Belastung Ihrer Muskeln. Müssen Sie am PC arbeiten, sollten Sie sich eine Auflage für Ihre Handballen kaufen – auch so beugen Sie Muskelverspannungen vor.

Achten Sie auf das richtige Klima

Ist die Umgebungsluft bei Ihnen verbraucht, kann das Kopfschmerzen genau so begünstigen wie zu kalte Luft. Optimal sind Temperaturen zwischen 19 und 23 °C, je nach persönlicher Empfindlichkeit. Umgeben Sie sich zudem mit Grünpflanzen. Diese erhöhen die Luftfeuchtigkeit und produzieren Sauerstoff. Es gibt auch Pflanzenarten, die Schadstoffe aus der Luft filtern. Ich empfehle Ihnen Pflanzen wie Efeu und Grünlilie.

Lüften Sie regelmäßig: kurz, aber intensiv. Es reichen zehn Minuten mit weit geöffneten Fenstern.

Schalten Sie mal ab

Auch Pausen sind wichtig, egal ob bei der Büro- oder bei der Hausarbeit. Aber lassen Sie nicht einfach nur alles fallen und setzen sich in die nächste Ecke. Werden Sie stattdessen aktiv. Gehen Sie ein Stück spazieren oder machen Sie kleine Gymnastikübungen.

Im Schmerzfall helfen Entspannungsübungen

Gerade Entspannungsübungen helfen Ihnen, um im Schmerzfall die Kopfschmerzen relativ schnell zu lindern. Eine Übung, die ich meinen Patienten für den Schmerzfall gerne empfehle, sieht zum Beispiel so aus: Sie setzen sich hin, Ihre Füße stehen schulterbreit auseinander. Legen Sie Ihre Hände auf Ihre Oberschenkel.

Sie blicken geradeaus. Nun drehen Sie Ihren Kopf nach rechts, heben das Kinn an und atmen dabei ein. Schauen Sie wieder geradeaus, senken Sie Ihr Kinn Richtung Brust und atmen Sie aus. Wiederholen Sie die Übung zur linken Seite.

Aber auch Progressive Muskelentspannung oder Autogenes Training können Ihnen bei akuten Schmerzen helfen.

Anne D. half das Erlernen einer Entspanungstechnik. Zudem achtet sie nun darauf, spätestens nach einer Stunde Arbeit fünf Minuten Pause zu machen. Damit konnte sie ihre Schmerztage deutlich senken und leidet nun maximal noch einmal im Vierteljahr unter den Alltagskopfschmerzen.