Placebos, Scheinmedikamente, wirken allein deshalb, weil die Patienten glauben, ein echtes Medikament zu erhalten. Das ist wichtig, denn Placebos werden unter anderem bei Patienten eingesetzt, wenn zum Beispiel bei echten Medikamenten die Gefahr der Sucht bestanden hätte.

Forscher des Beth Israel Deacones Medical Center in Boston haben sich nun mit der Frage befasst: Was passiert, wenn der betroffene Patient weiß, dass er ein Scheinmedikament bekommt? Studienteilnehmer, die unter Rückenschmerzen litten, bekamen zusätzlich zu den Schmerzmitteln Placebos. Auf der Pillendose stand groß „Scheinmedikament“.

Eine Kontrollgruppe mit Rückenschmerzpatienten erhielt nur Schmerzmittel. In der Kontrollgruppe verbesserten sich die Beschwerden um 9 %. Bei denen, die zusätzlich Placebos bekommen hatten, besserten sich die Rückenschmerzen noch einmal um ein Drittel.

Viele Faktoren beim Einnehmen einer Pille

Der Grund für das Wirken solcher Scheinmedikamente liegt darin, dass man normalerweise nicht nur einfach „eine Pille einwirft“. Es kommen viele Faktoren zusammen: die Behandlung durch den Arzt, das entspannte Hinsetzen, Wasserglas nehmen, Tablette sorgsam einnehmen und so weiter…

All diese Rituale sorgen dafür, dass die Symptome positiv beeinflusst werden. Schrecken Sie daher nicht zurück, wenn Ihr Arzt Ihnen ein Scheinmedikament geben will. Haben Sie Vertrauen zu ihm, wird dies in vielen Fällen genauso gut wirken wie ein „echtes“ Medikament – nur ohne die üblen Nebenwirkungen.