Fast jeder Mensch leidet im Laufe seines Lebens mindestens einmal an Rückenschmerzen. Früher empfahl man absolute Schonung, wenn es zu den Beschwerden kam. Inzwischen weiß man, dass dies nicht das richtige Mittel ist. Vielmehr kann Bewegung effektiv helfen – aber wann und wie viel?

Schon ein- bis zweimal eine Stunde pro Woche, in der Sie sich bewegen, kann helfen, Beschwerden im Lendenwirbelbereich vorzubeugen. Tun Sie mehr, ist auch der Effekt größer.

Aber welche Art von Rückenschmerzen können Sie mit regelmäßiger Bewegung vorbeugen? Bei welchen Problemen hilft Sport eher weniger? Mit dieser Frage haben sich Wissenschaftler vom Finish Institute of Occupation Health beschäftigt. Zur großen Überraschung stellten die Forscher fest, dass es Rückenschmerzen gibt, bei denen Bewegung tatsächlich nicht hilft: bei den Beschwerden, die nur ganz gelegentlich während der letzten sechs bis zwölf Monate aufgetreten waren.

Anders dagegen sah es aus, wenn die Studienteilnehmer unter chronischen oder häufigen Beschwerden litten. Trieben sie mehrmals pro Woche Sport oder bewegten sich intensiv, reduzierte sich das Risiko für die Beschwerden deutlich. Bei leichter Aktivität verringerte es sich um 11 %, bei denen, die mäßig Bewegung in ihren Alltag integriert hatten, um 14 % und bei denen, die sich viel bewegten, um 16 %.

Aber wie wurden „leicht“, „mäßig“ und „viel“ definiert? Bei leichter Aktivität gingen die Forscher davon aus, dass sich die Studienteilnehmer ein- bis zweimal pro Woche zwischen einer halben und einer Stunde bewegten. Mäßig aktiver Sport beinhaltete ein- bis dreimal pro Woche eine bis drei Stunden Bewegung. Und viel Sport bedeutete, dass die Studienteilnehmer drei- bis viermal pro Woche zwei bis vier Stunden aktiv waren.

Die Forscher gehen davon aus, dass Bewegung tatsächlich chronischen Schmerzen vorbeugen kann. Warum sie den Effekt nicht auch auf selten auftretende Beschwerden hat, können sie aber nicht beantworten. Dies soll in weiteren Studien genauer erforscht werden.