Cholesterinsenker in Form von Statinen sind ein Riesenmarkt. Hierbei handelt es sich um die Präparate, die der Pharmaindustrie die meisten Gewinne verschaffen. Dabei gibt es andere Möglichkeiten, erhöhte Cholesterinwerte zu senken. Eine dieser Varianten ist rotes Reismehl. Schon die alten Chinesen nutzten es als Heilmittel.

Schimmelpilze sind nicht nur Schädlinge. Das wissen wir spätestens seit der Entdeckung des Penicillins, das aus einem solchen Pilz gewonnen wurde. Und auch Lovastatin, der erste Cholesterinsenker, entstand aus einem Schimmelpilz.

Doch diese Medikamente sind sehr neu verglichen mit der Tatsache, dass schon 800 Jahre vor Christus ein natürlicher Choles­terinsenker im alten China eingesetzt wurde. Es handelte sich dabei um Roten Reis, der mit einem bestimmten Schimmelpilz fermentiert worden war.

Roter Reis als Cholesterinsenker. Quelle: 123rf

Was genau ist roter Reis?

Aber was ist roter Reis eigentlich? Genannt wird dieses Mittel auch Rotschimmelreis. Verwechseln Sie ihn nicht mit wirklich rotschaligem Reis. Es handelt sich um eine Fermentierung von normalem weißen Reis mit Schimmelpilzen; dadurch entsteht die rote Farbe.

Und bei diesem Vorgang erst bilden sich auch die Stoffe, die roten Reis wirksam machen. In Asien hat roter Reis eine lange Anwendungsgeschichte. Genutzt wird er hier zur Behandlung von Magen-Darm-Problemen, aber auch bei Herzbeschwerden.

Statine vs. roter Reis

Wie wirksam roter Reis ist, zeigt zum Beispiel eine Studie der Universität Peking. Hier konnten Forscher schon im Jahr 2008 nachweisen, wie sich das Reismehl auswirkt. Sie untersuchten fast 5.000 Patienten mit erhöhten Cholesterinwerten im Alter von 18 bis 70 Jahren.

Die Probanden bekamen entweder pro Tag 300 mg Extrakt aus rotem Reismehl oder ein Placebo. Nach 4,5 Jahren hatten nur 5,7 Prozent der Teilnehmer aus der Reismehlgruppe einen Herzinfarkt erlitten, aber 10,4 Prozent aus der Placebo-Gruppe. Im Vergleich haben diejenigen aus der Reismehl-Gruppe einen um 30 Prozent verringerten LDL-Cholesterinwert.

Roter-Reismehl-Extrakt hat noch einen weiteren Vorteil: Ihm fehlen die gravierenden Nebenwirkungen, die Statine haben. Statine können zum Beispiel starke Muskelschmerzen verursachen, was bei rund der Hälfte aller Anwender der Fall ist. Wissenschaftler der Universität Pennsyl­vania (USA) haben 2010 schon über 40 Patienten untersucht, die gezwungen waren, aufgrund dieser Muskelbeschwerden die ärztlich als nötig erachteten Statine abzusetzen.

Die Forscher gaben diesen Patienten pro Tag 5 Gramm rotes Reismehl. Es zeigte sich, dass der Extrakt bei nur 5 Prozent der Studienteilnehmer diese Beschwerden ebenfalls verursacht. Die restlichen Teilnehmer blieben nebenwirkungsfrei.

Alternativ: Mandeln senken Ihren Cholesterinspiegel

Kanadische Wissenschaftler konnten nachweisen, dass der Genuss von Mandeln sich positiv auf die Blutfettwerte auswirkt. Sie ließen Patienten mit erhöhten Cholesterinwerten im Blut Snacks knabbern, in denen unterschiedlich viele Mandeln enthalten waren.

Mandelmilch hat ebenfalls positiven Einfluss auf den Cholesterinspiegel. Quelle: 123rf

Der beobachtete positive Einfluss auf die Fettwerte zeigte sich als abhängig von der genossenen Menge. Die günstige Wirkung wird den einfach ungesättigten Fettsäuren in den Mandeln zugeschrieben.

Die Daten legen nahe, dass bereits 7 g Mandeln am Tag das ungünstige LDL-Cholesterin um ein Prozent senken. Das entspricht einer Verringerung des Risikos, an einem Herz-Kreislauf-Leiden zu erkranken, um zwei Prozent. Die Forscher empfehlen deshalb allen, die ihre Blutfette kontrollieren müssen, Mandeln und andere Nüsse naturbelassen, ohne Öl und Salz zu verzehren. Wegen des hohen Kaloriengehaltes sollten Sie die Nüsse nicht zusätzlich essen, sondern gegen ein anderes Nahrungsmittel austauschen.