Wenn Ihre Cholesterinwerte steigen, können Sie beim Arzt eine klassische Handbewegung beobachten: Er wird seinen Rezeptblock zücken, um Ihnen Cholesterinsenker zu verschreiben. Dabei hält die Natur einen effektiven Cholesterinsenker bereit: die Pantothensäure. Leider nehmen wir dieses B-Vitamin nur noch selten in ausreichender Menge zu uns. Warum das so ist und wie Sie Ihren Bedarf einfach decken können, erkläre ich Ihnen im Folgenden.

„Von allen Seiten“ – das bedeutet pantothen aus dem Griechischen übersetzt. Und diesen Namen trägt der Vitalstoff, der zur Gruppe der B-Vitamine gehört, nicht ohne Grund: Als er entdeckt wurde, kam er in vielen Lebensmitteln vor. So war ein Mangel von vornherein ausgeschlossen. Zum Glück, denn Pantothensäure ist ein wichtiger Stoff für die Abläufe in Ihrem Körper.

Diese Aufgaben übernimmt Pantothensäure im Körper

Pantothensäure braucht Ihr Körper als so genanntes Coenzym. Ohne dieses B-Vitamin können die Enzyme nämlich nicht arbeiten. Die wichtigste Aufgabe der Pantothensäure ist die Mitarbeit bei der Energiebereitstellung in den Zellen. Darüber hinaus ist sie an folgenden Abläufen im Körper beteiligt:

  • Entgiftung in der Leber
  • Regeneration der Zellen
  • Geweberegeneration
  • Bereitstellung der Energie aus Nährstoffen
  • Hormonbildung
  • Bildung der Nervenbotenstoffe
  • Bildung und Abbau von Kohlenhydraten und Fetten
  • Produktion von Gallensäure

Senken Sie Ihren Cholesterinspiegel – ohne Statine

Eine Eigenschaft von Pantothensäure wird heute immer wichtiger: Das B-Vitamin ist in der Lage, den Cholesterinspiegel deutlich zu senken. Das haben Wissenschaftler schon vor fast 40 Jahren festgestellt – leider gerieten diese Erkenntnisse dann erst einmal wieder in Vergessenheit. Schon 1980 untersuchten Forscher der Universität Genua in Italien die Wirkung von Pantethin im Körper. Pantethin ist der Stoff, in den die Pantothensäure direkt nach der Aufnahme mit der Nahrung umgewandelt wird. Die Untersuchungen zeigten, dass es den Studienteilnehmern gelang, durch eine tägliche Dosis von 600 bis 1.200 mg Pantothensäure pro Tag ihren LDL-Spiegel um 12 Prozent zu senken, den des guten HDL-Cholesterins allerdings um 9 Prozent zu erhöhen. Und auch die Triglyceride, die Neutralfette im Blut, wurden um 18 Prozent reduziert. Der Grund für diese Senkung, so vermuten die Wissenschaftler, ist darin zu suchen, dass das Pantethin die Bildung von Cholesterin in der Leber hemmt. Zudem regt es die Fettverbrennung in den Körperzellen deutlich an.

So erkennen Sie einen Mangel an Pantothensäure

Obwohl Pantothensäure in vielen Lebensmitteln enthalten ist, schaffen es nur wenige Menschen, ihren Pantothensäurenbedarf über die Nahrung zu decken. Jeder zweite Mann und vier von fünf Frauen weisen einen deutlichen Mangel auf, der sich durch

  • ein schwaches Immunsystem,
  • Müdigkeit,
  • Hauterkrankungen,
  • Schlafprobleme,
  • verzögerte Wundheilung,
  • Herzrhythmusstörungen oder
  • erhöhte Blutfettwerte

äußern kann. Gründe für diesen Mangel sind in unserer heutigen Ernährung zu suchen. Denn Pantothensäure kommt zwar in vielen Lebensmitteln vor, allerdings stehen diese heute nicht mehr unbedingt auf unserem Speiseplan. Kalbsleber, Schweineleber oder Nieren gehören nicht zu den bevorzugten Gerichten vieler Menschen. Auch Hülsenfrüchte, die reich an Pantothensäure sind, werden nur noch selten verzehrt. Hinzu kommt, dass die übliche Behandlung unserer Lebensmittel das B-Vitamin zerstört: Durch Kochen, aber auch Einfrieren werden bis zu drei Viertel des Vitamingehalts vernichtet.

Schon mit 6 Milligramm pro Tag sind Sie gut versorgt

Wie aber können Sie sich ausreichend mit Pantothensäure versorgen? Um ausreichend von diesem B-Vitamin zu sich zu nehmen, empfehle ich Ihnen ein Nahrungsergänzungsmittel. Sie erhalten es in Drogerien und in jeder Apotheke. Achten Sie darauf, dass mindestens 6 mg Pantothensäure in der Tagesdosis enthalten sind. Eine höhere Dosis ist nicht gefährlich für Sie: Das B-Vitamin ist wasserlöslich. Höhere Dosen, sogar bis zu 10 Gramm pro Tag, werden sofort wieder mit dem Urin ausgeschieden. Sie müssen daher keine Nebenwirkungen befürchten. Allerdings kann es passieren, dass Sie unter Durchfällen leiden, wenn Sie beginnen, Pantothensäure zuzuführen. In diesem Fall sollten Sie die Tagesdosis erst einmal reduzieren und dann nach und nach steigern. Sprechen Sie höhere Dosen mit Ihrem Arzt ab Wollen Sie Pantothensäure nehmen, um Ihren bereits zu hohen Cholesterinspiegel zu senken, achten Sie darauf, dass Sie dafür Pantethin, eine spezielle Form des B-Vitamins, brauchen. Zudem müssen Sie höhere Dosen (zwischen 600 und 1.200 mg pro Tag) zuführen. Diese hohe Dosierung des Vitamins sollten Sie mit Ihrem Arzt absprechen. Er kann Ihnen auch ein für Ihre Zwecke geeignetes Präparat empfehlen.