Die Welt trinkt grün. Nein, nicht Pfefferminzlikör oder gar Absinth. Viele Menschen schwören auf die so genannten Green Smoothies, vitalstoffreiche Gemüsegetränke. Sie schmecken nicht nur lecker, sondern sind sehr gesund. Allerdings sollten Sie dazu nicht einfach Fertiggetränke mit fragwürdigen Inhaltsstoffen wählen, sondern selbst zum Mixer greifen. Was Sie rund um diese leckeren Vitalstoff-Getränke wissen sollten, lesen Sie in diesem Artikel.

In Hollywood gelten die Green Smoothies, also die grünen, cremigen Getränke, als wahres Schönheitselixier. Grund dafür sind die Inhaltsstoffe. Es handelt sich eben nicht, wie bei den Obstsmoothies, um stark gesüßte Getränke. Vielmehr enthalten sie mindestens 50 % Gemüse. Dadurch sind sie reich an Vitalstoffen. Welche Vitamine und Mineralstoffe enthalten sind, richtet sich natürlich ganz nach den verwendeten Gemüsesorten. Hinzu kommen Enzyme und Ballaststoffe, die Ihre Verdauung anregen, satt machen und den Körper in seinen Funktionen unterstützen.

Grüne Smoothies vermeiden Heißhunger

Noch ein Plus der Green Smoothies: Dadurch, dass sie maximal zur Hälfte aus Obst bestehen, ist der Fruchtzuckeranteil deutlich geringer als bei den Obst-Smoothies. So vermeiden Sie Heißhungerattacken und regen die Fettverbrennung Ihres Körpers an.

Smoothies ohne Obst schmecken allerdings nicht. Dann haben Sie nur ein fades, langweiliges Getränk im Glas. Als Green-Smoothie-Beginner sollten Sie die ersten Getränke aus 60 % Obst und 40 % Gemüse zusammenmischen. Nach und nach erhöhen Sie dann den Gemüseanteil und verringern die Menge Obst, die enthalten ist. So gewöhnen Sie sich an den Geschmack der Gemüsedrinks. Denken Sie übrigens an eines: Sie sollten nicht zu viele Zutaten in die Getränke geben. Je weniger Zutaten Sie wählen, desto weniger belasten Sie Ihren Darm.

Gute Verträglichkeit

Green Smoothies sind sehr verträgliche Getränke – und genau das unterscheidet sie zum Beispiel von normaler Rohkost. Viele Menschen haben Probleme damit, rohes Gemüse zu verzehren. Magenschmerzen oder Verdauungsbeschwerden sind die Folge. Bei Green Smoothies passiert das nicht. Grund dafür ist, dass Sie die Pflanzenbestandteile fein püriert zu sich nehmen. Dadurch werden diese viel schneller vom Körper aufgenommen, als wenn Sie sie in Normalform und -größe verzehren würden. So vermeiden Sie, dass es zu Völlegefühl oder Blähungen kommt. Vorsicht aber bei Gemüse, das Sie erst kochen müssen, bevor Sie es in den Mixer geben. Hierzu gehören unter anderem Kartoffeln, Artischocken, Auberginen, Brokkoli, Hülsenfrüchte oder Spargel. Bei diesen kann es trotz Pürierens zu Magen-Darm-Beschwerden kommen.

Beim Herstellen eines Green Smoothies sind Ihrer Phantasie keine Grenzen gesetzt. Sie können Salate, Blattgemüse, Kräuter und grüne Kohlsorten verwenden. Aber darüber hinaus eignen sich auch die Blätter von Knollen- oder Wurzelgemüse für Ihr Getränk. Geben Sie doch einmal Möhren- oder Kohlrabiblätter mit in den Mixer. Sie schmecken nicht nur sehr gut im Getränk, sie liefern auch viel mehr Nährstoffe als die dazugehörigen Wurzelpflanzen, die wir eigentlich verzehren. Ein Beispiel: die Blätter der Roten Beete. Sie enthalten dreimal mehr Magnesium, neunmal so viel Kalzium, sechsmal so viel Vitamin C und sogar vierzigmal so viel Vitamin E wie die Rote Beete selbst.

Nutzen Sie am besten einen Standmixer

Entscheidend ist, dass Sie zur Zubereitung das richtige „Werkzeug“ verwenden. Viele Menschen greifen automatisch zum Pürierstab. Natürlich können Sie hiermit Obst und Gemüse zu feinen Stückchen verarbeiten. Allerdings dauert dies recht lange. Dabei entsteht durch den Pürierstab Wärme – und diese bleibt nicht folgenlos. Sie strahlt auch auf die Zutaten ab. Dadurch kann ein Teil der durchaus hitzeempfindlichen Vitamine verloren gehen. Sie sollten daher auf jeden Fall zu einem guten Standmixer greifen. Hier können Sie die Pflanzenbestandteile in Sekundenschnelle zerkleinern. Füllen Sie den Mixbehälter ungefähr bis zur Hälfte mit Obst und Gemüse und anschließend mit einem halben Liter Wasser auf.

Kein zusätzliches Öl oder Süße

Hartnäckig hält sich die Behauptung, dass in einen Green Smoothie auch Öl hineingehört. Ohne Öl können Sie angeblich die fettlöslichen Vitamine A, E, D und K nicht aufnehmen. Dies stimmt so aber nicht ganz. Sie verwenden für die Herstellung des Smoothies ganze Pflanzenbestandteile, je nach Sorte mit Schalen und Kernen. Hierin steckt genügend Fett, das Ihrem Körper die Aufnahme der fettlöslichen Vitamine erleichtert. Je nach Obstanteil brauchen Sie Ihren Smoothie auch nicht zu süßen. Schmeckt er Ihnen dennoch zu bitter, greifen Sie nicht zu Zucker oder Süßstoff. Geben Sie etwas Honig, Agavendicksaft oder Steviablätter mit in den Mixer.

Sie können einen Green Smoothie theoretisch drei Tage lang im Kühlschrank aufbewahren. Allerdings hat das den Nachteil, dass er im Laufe dieser Zeit deutlich an Vitalstoffen verliert. Daher rate ich Ihnen von einer so langen Aufbewahrungszeit ab. Am besten wäre es, Sie bereiten Ihren Green Smoothie jedes Mal frisch vor dem Trinken zu. Wenn Sie allerdings wenig Zeit haben, können Sie auch morgens eine größere Menge Smoothie herstellen und diesen über den Tag verteilt trinken.

Der Smoothie ist eine kleine Mahlzeit

Ein Green Smoothie ist kein Getränk im eigentlichen Sinne. Vielmehr handelt es sich um eine kleine, vollwertige Obst- und Gemüsemahlzeit. Trinken Sie ihn daher nicht nebenbei zu einem Essen. Sie können ihn aber durchaus anstatt einer Mahlzeit verwenden, zum Beispiel, indem Sie das zweite Frühstück durch den Smoothie ersetzen. Zwischen einem Green Smoothie und einer gekochten Mahlzeit sollten auf jeden Fall mindestens 30 Minuten liegen.

Zur Herstellung eines Green Smoothie verwenden Sie nicht nur die Blätter bzw. das Fruchtfleisch. Vielmehr landen auch Strunk, Schale, Kerngehäuse und Stiel mit im Mixer. Daher sollten Sie das verwendete Obst und Gemüse sorgfältig auswählen und auf jeden Fall Bioware kaufen. Wählen Sie zudem einen Händler, der direkt aus Ihrer Region kommt, und greifen Sie zu saisonalem Gemüse. So können Sie sicher sein, dass es relativ viele Vitamine und Mineralstoffe enthält. Manchmal ist es natürlich schwieriger, Obst und Gemüse frisch einzukaufen. Daher können Sie auch auf Tiefkühlprodukte zurückgreifen.

Ihr persönlicher Smoothie für einen bestimmten Zweck

Sie können Ihren Smoothie so zusammenstellen, dass seine Inhaltsstoffe einen bestimmten Zweck erfüllen. So können Sie zum Beispiel Avocado zugeben, deren Inhaltsstoffe zu einer zarten Haut beitragen. Gurken tragen dazu bei, dass Ihre Entwässerung angeregt wird. Paprika stärkt Ihre Abwehrkräfte, und Chili enthält Stoffe, die die Produktion von Glückshormonen im Körper ankurbeln. Stehen Sie unter Stress? Dann nehmen Sie Pfefferminz- und Lavendelblätter, Minze, Ingwer oder Rosmarin. Weichen Sie diese für eine Viertelstunde in einem halben Liter Wasser ein und geben Sie Wasser und Blätter anschließend mit in den Mixer.

Bedienen Sie sich nicht an der Kühltheke. Es gibt inzwischen etliche Anbieter von Smoothies, auch von Green Smoothies. Und es scheint so praktisch zu sein, im Supermarkt zu einem fertigen Smoothie zu greifen. Ich rate Ihnen: Tun Sie es nicht! Sie kaufen entweder ein Gebräu, das alles mögliche, teilweise sogar reichlich Zucker enthält. Oder Sie erwischen einen echten Green Smoothie. Der aber hat einen nicht gerade kurzen Transportweg hinter sich und steht eventuell schon einige Zeit im Kühlregal. Die Vitamine sind dann im Grunde nicht mehr vorhanden. Dafür aber müssen Sie reichlich Geld bezahlen, denn fertige Smoothies sind nicht billig!