Bei Menschen, die schlecht hören, ist das Risiko für Depressionen deutlich erhöht. Je nach Stärke der Schwerhörigkeit kann es sich vervierfachen – im Vergleich zu Menschen, die gut hören, wie Forscher nun herausfanden. Dabei ist ein Verlust des Gehörs gut zu erkennen und zu behandeln. Einfacher Depressionen vorbeugen geht kaum.

Wie stark wirkt sich der Gehörverlust auf die Entstehung von Depressionen aus?

Dieser Frage sind Forscher der Columbia University nachgegangen. Die Wissenschaftler führten eine Studie mit über 5.200  Menschen im Alter von über 50 Jahren durch. Diese wurden mit Hilfe eines sogenannten audiometrischen Hörtests untersucht.

Bei diesem Test kann genau nachgewiesen werden, ob das Hörvermögen nachlässt.

Hinzu kamen Untersuchungen, um herauszufinden, ob die Studienteilnehmer unter Symptomen einer klinischen Depression litten.

Dabei stellten die Wissenschaftler fest: Schon bei einem mittelschweren Hörverlust war das Depressionsrisiko doppelt so hoch als bei Menschen mit gutem Gehör. Bei den Studienteilnehmern, die unter starker Schwerhörigkeit litten, waren viermal so viele depressiv.

Der Grund: Wenn Sie schlecht hören, fällt es Ihnen deutlich schwerer, soziale Kontakte zu knüpfen und zu pflegen.

Allein diese Einsamkeit führt schnell in die Depression. Anders gesagt: Menschen, die zwar schlecht hören, aber eine Hörhilfe tragen, können Depressionen vorbeugen.

Schwerhörigen, die an Depressionen erkrankt sind, kann eine Hörhilfe bei der Therapie der Erkrankung helfen. Übrigens: Heute sind viele Hörgeräte so klein, dass sie optisch gar nicht mehr auffallen

Ihr Dr. Spitzbart