Übermannen Sie die Gefühle? 

Gefühle sind etwas Wunderbares. Sie sind nur dann ein ausgeglichener und glücklicher Mensch, wenn Sie Wut, Ärger, Freude und Trauer zulassen und ausleben können. Allerdings ist dies nicht immer passend: Manchmal müssen Sie eben sachlich reagieren. Es ist nicht immer angebracht, sofort cholerisch loszupoltern oder vor Freude zu jauchzen. Wie gelingt es Ihnen, Ihre Gefühle zwar nicht zu unterdrücken, aber dennoch zu kontrollieren und zu beherrschen? Manche Menschen reagieren in jeder Situation absolut kontrolliert.

Nichts scheint für sie unerwartet zu kommen, nichts kann sie umwerfen. Sie haben sich immer im Griff: Egal, ob ein Termin platzt oder ein Angehöriger schwer erkrankt, sie bleiben ruhig, tragen ihre Emotionen nicht nach außen. Und dann gibt es das andere Extrem: Menschen, die schnell in Rage geraten, wütend oder traurig sind, sich aber ebenso gut sehr laut und überschwänglich freuen können. Und die sich nach einem solchen Gefühlsausbruch häufig wünschen, ihre Emotionen etwas besser in den Griff zu bekommen, vielleicht auch, um endlich ernst genommen zu werden.

Gelassenheit macht Sie gesünder– und erfolgreicher

Zwar dürfen Sie nicht jeden Ärger, allen Stress in sich hineinfressen – sonst laufen Sie Gefahr, ein Magengeschwür zu entwickeln. Aber Studien haben gezeigt: etwas mehr Gelassenheit kann bei Ihnen als emotionaler Mensch die Gesundheit verbessern. Denn wenn Sie sich besser kontrollieren können, gehen Sie viele Situationen mit Verstand an, finden bessere Lösungen – und sind dann zufriedener und glücklicher. Diese positive Stimmung wiederum schützt Sie vor selbstgemachtem negativem Stress und damit vor Herzerkrankungen und Depressionen. Darüber hinaus sind Sie erfolgreicher. Sie gelten nicht als nervös oder planlos. Vielmehr haben Sie einen gesunden Abstand zu Problemen und können diese dann sachlich aus der Welt schaffen.

Versachlichen Sie Ihre Sprache

Wie aber schaffen Sie es, dass Sie ruhig bleiben und die Situation kontrolliert meistern?

Ob Sie es glauben oder nicht, es ist eine Einstellungssache. Sie können tatsächlich selbst entscheiden, ob Sie sich aufregen, ob Sie sich nach außen hin sichtbar überschwänglich freuen – oder ob Sie eher sachlich und gelassen bleiben. Zunächst einmal sollten Sie Ihre Sprache prüfen und daran arbeiten, diese zu verändern. Menschen, die zu starken Gefühlsausbrüchen neigen, zeigen dies auch in der alltäglichen Ausdrucksweise. Sie reden häufig von „furchtbaren Situationen“, „wahnsinnigen Erlebnissen“ oder „katastrophalen Entwicklungen“. Durch eine solche Ausdrucksweise putschen Sie relativ harmlose Ereignisse auf und haben keine andere Wahl mehr, als übersteigert zu reagieren. Sie sollten sich daher bewusst bremsen, wenn Sie bemerken, dass Sie solche Wörter verwenden.

So können Sie Ihre Gefühle kontrollieren

Um sich besser kontrollieren zu können, ist es darüber hinaus wichtig, dass Sie sich vor jeder Reaktion angewöhnen durchzuatmen. Holen Sie tief Luft und zählen Sie. Am Anfang vielleicht bis zehn, später brauchen Sie sicherlich nur noch bis drei zu zählen. So haben Sie das Ärgernis oder den Grund zu überschwänglicher Freude noch nicht aus der Welt geschaffen. Aber Sie vermeiden eine Kurzschlussreaktion, über die Sie sich im Nachhinein schämen oder ärgern. Zudem sollten Sie es einmal mit diesen Methoden versuchen:

Atmen Sie.

Versuchen Sie es einmal mit der 4-6-8-Atemtechnik. Dazu stellen Sie sich aufrecht hin und achten darauf, dass Ihre Schultern gerade sind. Nun atmen Sie tief ein, zählen dabei bis vier. Halten Sie den Atem an und zählen Sie bis sechs. Anschließend atmen Sie tief aus, dabei zählen Sie bis acht. So atmen Sie Stress durch negative Gefühle weg.

Nutzen Sie die Außenperspektive.

Merken Sie, wie die Gefühle Sie überrennen? Dann gehen Sie in Ihrer Phantasie einen Schritt zur Seite, aus der Situation heraus. Sagen Sie sich „Stopp!“, und fragen Sie sich, warum Sie sich gerade so aufregen, freuen oder ärgern. Mit diesem innerlichen Abstand sind Sie in der Lage, die Situation mit einem „Na und!“ abzuschütteln und Ihre Gefühle wieder herunterzuschrauben. Zudem können Sie gerade vermeidliche Gemeinheiten enttarnen: Häufig steckt da nichts hinter, sondern Sie haben den Ausspruch falsch verstanden.

Sagen Sie nichts.

Sie sollten einfach schweigen – so lange, wie Ihre Gefühle noch überkochen. Denn häufig sagen Sie vor Wut, aber auch vor Freude, Dinge, die andere Menschen treffen und verletzen können. Dies kann dann wiederum zu angespannten Situationen, Streit, Stress und hochkochenden Gefühlen führen.

Trinken Sie ein Glas Wasser.

Damit können Sie Ihre überschäumenden Gefühle tatsächlich „herunterspülen“.

Üben Sie ignorieren.

Versuchen Sie einfach einmal, eine Aussage, die bei Ihnen starke Gefühle auslöst, zu überhören. Reagieren Sie nicht. Gerade bei Sätzen, die Sie wütend machen, kann das die richtige Strategie sein. Sie müssen nicht immer antworten, vielmehr zeugt es von Reife, wenn Sie beleidigende Aussagen ignorieren.

Lachen Sie

das gilt für Situationen, in denen Sie eigentlich wütend, ärgerlich oder zornig reagieren wollen. Wir wissen, dass Lachen Stresshormone abbaut, zudem die Produktion von Glückshormonen ankurbelt und so die Stimmung hebt. Darüber hinaus entschärft echtes Lachen so manch eine ernste und angespannte Situation.

Führen Sie Selbstgespräche.

Wenn Sie erst einmal mit sich selbst über eine Situation reden, in der Sie starke Gefühle haben, haben Sie sie meist schnell entschärft. Denn Selbstgespräche sorgen dafür, dass Sie einen gewissen Abstand zur Situation erhalten, sie differenziert betrachten können und so auch gelassener reagieren. Zudem haben amerikanische Wissenschaftler herausgefunden, dass Selbstgespräche dazu beitragen, dass Sie Probleme schneller lösen, da Sie in den Gesprächen gleich verschiedene Lösungsmöglichkeiten bewerten.

Nutzen Sie Musik.

Musik löst Emotionen aus und kann so den Gegenpart zu Ihren Gefühlen bilden. So kann sie beruhigen, wenn Sie wütend sind, Freude dämpfen, wenn Sie zu viel davon verspüren, oder Aggressionen lindern. Es kommt nur darauf an, dass Sie das richtige Musikstück wählen. Wollen Sie Zorn beruhigen, ist Klassik gut geeignet. Schnelle Musik dagegen putscht Sie auf, alte Lieder, die Sie an glückliche vergangene Momente erinnern, können Traurigkeit vertreiben.

Wechseln Sie die Perspektive.

Zu schnell unterstellen wir unserem Gegenüber, was er mit seinen Aussagen oder Taten gemeint hat. Allerdings sind dies meist Unterstellungen. Versuchen Sie einmal, in die Rolle Ihres Gesprächspartners zu schlüpfen. Gehen Sie seinem Tonfall und seinen Aussagen aus seiner Sicht nach. Sie werden sehen, dass diese in den meisten Fällen nicht so gemeint waren, wie Sie sie wahrgenommen haben. Wenn Sie diese Tipps beherzigen, ist es Ihnen tatsächlich möglich, Ihre Gefühle besser zu kontrollieren und sachlicher zu werden. Allerdings funktioniert das nicht von heute auf morgen. Aber nach und nach werden Sie merken, wie Sie gelassener werden und die Kontrolle über Ihre Gefühle behalten, und nicht mehr umgekehrt.

Walnuss-Pesto

Jetzt kurz vor der Weihnachtszeit haben Nüsse wieder Hochsaison. Warum nutzen Sie das nicht für leckere Gerichte aus? Zum Beispiel für ein selbstgemachtes Walnuss-Pesto.

Sie brauchen für 2 bis 3 Personen:

– 0,5 Bund glatte Petersilie
– 40 g Walnuss-Kerne
– 1 kleine Knoblauchzehe
– Meersalz
– 3 EL kaltgepresstes Olivenöl
– 2 TL Walnussöl
– Schwarzen Pfeffer
– 1 TL Zitronensaft

Waschen Sie die Petersilie und tupfen Sie sie mit einem Küchentuch gut trocken. Zupfen Sie dann die Blätter ab. Hacken Sie die Nüsse grob. Ziehen Sie die Knoblauchzehe ab und würfeln Sie sie. Geben Sie die Petersilie, die Nüsse, den Knoblauch und einen halben Teelöffel Salz in einen Mixer und zerkleinern Sie alles fein. Dann lassen Sie beide Öle nach und nach dazufließen. Mixen Sie weiter, bis die Sauce cremig ist. Schmecken Sie die Sauce dann mit Pfeffer und Zitronensaft ab. Das Pesto passt sehr gut zum Beispiel zu Vollkornnudeln. Ist Ihnen die Sauce einmal zu dick geraten, kein Problem: Geben Sie einfach zwei bis drei Löffel Nudelkochwasser hinzu.

Guten Appetit!