Müdigkeit und Erschöpfung gehören zu unserem Leben dazu. Keiner von uns ist jeden Tag gut gelaunt und geht voller Schwung durchs Leben. Auch bei wirklich optimistischen Menschen macht sich ab und zu ein Frustgefühl breit; auch sie haben ab und zu einfach keine Lust zu ihren Aufgaben. Gehen diese Gefühle aber nicht vorüber, dann leiden Sie wahrscheinlich unter einem Burnout. Mit welchen Symptomen er sich bemerkbar macht, lesen Sie in diesem Artikel.

Das Schwierige an einem Burnout-Syndrom ist, dass er ganz unterschiedliche Symptome mit sich bringen kann. Zum einen gibt es körperliche Symptome. Diese sind recht unspezifisch, allerdings kann der Arzt keine organischen Ursachen finden. Hierzu gehören unter anderem

  • Verdauungsprobleme
  • Kopfschmerzen
  • Schlafstörungen
  • Rückenbeschwerden

An diesen Symptomen lässt sich ein Burnout erkennen

Zum anderen aber leiden Burnout-Patienten unter seelischen Problemen – und die sind bei fast allen Betroffenen gleich. Diese seelischen Beschwerden lassen auch eher als die körperlichen Schmerzen einen Rückschluss auf einen Burnout zu:

Panikattacken

Ohne Grund haben Betroffene plötzlich Angst vor allem und jedem. Nicht nur ein bellender Yorkshire-Terrier, auch singende Vögel oder das Klingeln des Telefons können eine solche Panikattacke auslösen. Im Verlauf der Erkrankung werden diese Panikanfälle immer schlimmer, die Auslöser immer geringer. Schlimmstenfalls dominieren sie das Leben der Betroffenen so stark, dass diese es nicht mehr schaffen, die eigene Wohnung zu verlassen. Schon der Gedanke daran, vor die Tür zu gehen, macht ihnen Angst.

Mangelndes Mitgefühl

Im Verlauf der Krankheit geht jeglicher Sinn für die Mitmenschen verloren. Die Betroffenen ziehen sich zurück, meiden jeden Kontakt zu anderen Menschen. Bei der Arbeit zum Beispiel fühlen sie sich am wohlsten, wenn sie möglichst keinen Kontakt zu Kunden und Kollegen aufnehmen oder halten müssen. Freunde werden vernachlässigt. Hinzu kommt, dass die Betroffenen sich nicht mehr in andere Menschen hineinversetzen können. Deren Probleme, aber auch deren Freuden, sind völlig egal und werden nicht mehr wahrgenommen. Arbeit beherrscht das Leben. Gerade bei einem beginnenden Burnout sind die Betroffenen fast nur noch am Arbeitsplatz zu finden. Sie haben das Gefühl, hier unbedingt gebraucht zu werden und sind der festen Überzeugung, dass andere Menschen die Arbeit längst nicht so gut machen wie sie. Dieser Arbeitseifer überlagert alle anderen Bereiche des Lebens. Betroffene machen sehr spät Feierabend, müssen teilweise dazu gezwungen werden, die Arbeit zu beenden. Grund dafür ist ihre Einstellung, dass alle anderen nicht in der Lage sind, so gründlich und gut zu arbeiten wie sie selbst. Es gibt nur noch einen Inhalt in ihrem Leben und das ist die Arbeit.

Keine Lust

Parallel zu der Phase, in der die Arbeit das Leben bestimmt, beginnt die Phase, in der alles andere keinen Spaß mehr macht. Erkrankte haben keine Lust, irgendetwas zu tun. Alle anderen Menschen sind uninteressant, Hobbys machen keinen Spaß mehr. Die Betroffenen haben nur noch schlechte Laune. Die Folge: Andere Menschen gehen auf Abstand – verständlicherweise. Denn wer möchte seine Zeit mit jemandem verbringen, der ständig meckert und schlecht gelaunt ist? Es beginnt ein Teufelskreis, denn die Ablehnung sorgt dafür, dass die Betroffenen noch schlechter gelaunt sind und sich andere noch weiter zurückziehen.

Flucht aus der realen Welt

Menschen, die unter Burnout leiden, sehen häufig keinen Ausweg aus ihrer Situation, wollen aber zumindest ihre Lage vergessen. Geeignete Mittel dafür sind zum Beispiel Alkohol, übermäßiger Fernsehkonsum, stundenlanges Computerspielen. Es kommt also zu einer Flucht ins nächste Extrem: Das, was eigentlich Ablenkung sein sollte, wird zur Sucht – obwohl die Betroffenen der Meinung sind, sie fänden hier Erholung. Stattdessen strengt sie diese Sucht noch mehr an sorgt für zusätzlichen Stress und beschleunigt das Ausbrennen.

Falsche Ernährung

Menschen, die unter Burnout leiden, leben in zwei Extremen. Zum einen arbeiten sie übermäßig viel, zum anderen verschanzen sie sich in ihrer kleinen Welt, in der sie sich eine scheinbare Erholung schaffen, die sie aber auch voll und ganz in Anspruch nimmt. In beiden Extremen stehen sie unter Druck, haben Aufgaben, die sie unbedingt erledigen wollen, ständig denken sie schon an das nächste, was sie erledigen müssen. Die Folge: Die Ernährung bleibt auf der Strecke. Entweder, die Erkrankten haben keine Zeit zum Essen oder keine Lust, weil sie keinen Appetit haben. Häufig trifft sogar beides zu. Dann verzichten sie tagelang auf Nahrung – anschließend schlingen sie alles in sich hinein, um so schnell wie möglich satt zu werden. Beides trägt dazu bei, dass der Burnout noch gravierender wird. Denn eine solche Ernährung ist arm an Vitalstoffen – diese brauchen Sie aber, um den Burnout zu überwinden. Zudem liefert Ihnen diese mangelhafte Ernährung keine Energie, die Sie so dringend brauchen könnten, um neue Kraft zur Verfügung zu haben.

Müdigkeit

Gerade am Anfang der Erkrankung stecken die Betroffenen alle Energie, die sie haben, in die Arbeit. Erholung? Fehlanzeige. Sie arbeiten so lange wie möglich. Im Laufe der Zeit kommt es zu Schlafstörungen – und diese verschlimmern die Situation noch. Denn der Körper bräuchte Schlaf, um neue Energie zu gewinnen. Aber Sie als Betroffener können nicht einschlafen. Stattdessen kreisen Ihre Gedanken um die Arbeit und alle Probleme, die Sie haben. Sie können sich nicht mehr erholen, sondern liegen nachts wach und denken über alle negativen Seiten Ihres Lebens nach. Das sorgt dafür, dass sich Ihr Zustand immer weiter verschlimmert.

Gesteigerte Infektanfälligkeit

Menschen, die unter Burnout leiden, sind überdurchschnittlich häufig krank. Erkältungen, Grippe, Magen-Darm-Beschwerden, Verstopfung, Kopfschmerzen… Die Beschwerden wechseln ständig. Kaum sind die Betroffenen wieder gesund, kündigt sich die nächste Erkrankung an. Der Grund: Stress führt zu einer Ausschüttung von Hormonen, die das Immunsystem schädigen. Die Abwehrkräfte sind nicht mehr schlagkräftig genug. So haben Viren und Bakterien leichtes Spiel bei Ihnen. Und so entwickelt sich ein weiterer Teufelskreis: Stress macht krank. Wer krank ist, empfindet Stress allerdings noch stärker, was wiederum dazu führt, dass er schneller krank wird.

Einsamkeit

Menschen, die unter Burnout leiden, können andere Menschen nicht ertragen. Sie fühlen sich belästigt und genervt. Dementsprechend ziehen sie sich zurück. Und diese selbst gewählte Isolation sorgt dafür, dass sie sich nicht besser fühlen, sondern noch mehr Leere verspüren. Die Betroffenen leiden zudem darunter, dass sie keinerlei positive Reaktionen mehr bekommen. Nach und nach sind sie der Ansicht, dass sie von niemandem geliebt werden und dass sich dies auch nicht ändern wird. Zum Burnout kann sich so zusätzlich eine Depression entwickeln.