Wie stark sich Medikamente auf die seelische Gesundheit auswirken können, wissen die meisten Menschen nicht.

Dabei gibt es viele Betroffene:

Jeder Dritte, der Arzneimittel braucht, nimmt Medikamente ein, die zu Depressionen oder Suizid-Gedanken führen können.

Sehr groß ist das Risiko für diese Nebenwirkungen, wenn Sie mehrere der entsprechenden Arzneimittel gleichzeitig zu sich nehmen müssen.
Das haben Forscher der University of Chicago herausgefunden.

Sie hatten die Gesundheitsdaten von über 26.000 Erwachsenen genauer betrachtet und die Medikamentendaten mit der seelischen Gesundheit der Betroffenen verglichen.
Besonders gefährdet für Depressionen und Suizid-Gedanken waren diejenigen, die zum Beispiel Protonenpumpenhemmer, Betablocker, Kortikosteroide oder bestimmte Schmerzmittel wie zum Beispiel Ibuprofen einnahmen.
Bei ihnen stieg die Erkrankungsrate für Depressionen von sieben auf zehn Prozent.

Bei denen, die zwei der Medikamente einnahmen, stieg das Risiko auf neun Prozent, bei drei Medikamenten erhöhte es sich auf 15 Prozent.

Die Liste der Medikamente, die zu chronischen Schmerzen führen können, ist lang:

Insgesamt umfasst sie rund 200 Wirkstoffe. Auch für die Wissenschaftler war es überraschend und besorgniserregend zugleich, wie viele Medikamente Depressionen auslösen können.
Sie fordern, dass sowohl Ärzte als auch Patienten sich des Risikos deutlicher bewusst werden, dass viele Medikamente ein großes Depressions-Risiko mit sich bringen.

Die Wissenschaftler weisen aber auch darauf hin, dass immer noch viele Fragen zum Thema „Medikamente und Depressionen“ offen sind und es dringend weiterer Studien zu diesem Themenkomplex bedarf.

Ein erster Zusammenhang hat sich nun gezeigt – nun muss in diese Richtung unbedingt weiter geforscht werden.

Wie viele Menschen von dem Thema betroffen sein können, zeigt sich, wenn man überlegt, wie viele Patienten mehrere Medikamente gleichzeitig nehmen.
Allein in Deutschland nimmt jeder Dritte im Alter zwischen 65 und 79 Jahren fünf oder mehr (!) Medikamente ein, die vom Arzt verschrieben wurden. Hinzu kommen all die Mittel, die zusätzlich in der Apotheke gekauft werden und für die kein Rezept nötig ist.

So eine Kombination kann das Depressionsrisiko gewaltig erhöhen.

Ihr Dr. Spitzbart