Bei guter Gesundheit und top fit altern – diesen Wunsch haben (fast) alle Menschen gemeinsam. Es geht, dafür gibt es Beispiele:

Denken Sie nur an Johannes Heesters, der mit über 100 Jahren noch fröhlich auf das Oktoberfest in München ging.

Aber warum werden wir eigentlich älter? Können wir nicht unser Leben lang 40 bleiben und dann irgendwann friedlich einschlafen?
Schon immer wollten die Menschen alt werden, vielleicht sogar, Unsterblichkeit erlangen.

Auch wenn fraglich ist, ob Letzteres wirklich so schön ist – ein Mittel gegen das Altern zu haben, wäre schon etwas Erfreuliches.
Aber um dieses Mittel oder einen Weg zu finden, wie Sie gegen Ihr Älterwerden vorgehen können, müssen Sie erst einmal wissen, warum Sie überhaupt altern.

Generell gibt es zwei Theorien, die versuchen, den Alterungsprozess zu begründen:

1. Der programmierte Alterungsprozess:
– Knochen werden schwächer
– Sinnesorgane funktionieren nicht mehr so gut

2. Alterung als zufälliger Prozess:
– äußere Einflüsse steuern den Altersprozess
– zum Beispiel oxidativer Stress, der die Zellen und damit das Erbgut schädigt.

Diese Körperprozesse lösen Ihren Alterungsvorgang aus:
Es gibt viele Prozesse in Ihrem Körper, die die Alterung beschleunigen können. Dazu gehören:

Ein Absinken des Hormonspiegels.
Früher galt die These: Sie haben einen niedrigen Hormonspiegel, weil Sie alt sind.
Heute wissen wir, dass Sie altern, weil der Hormonspiegel sinkt.

Hormone sind spezielle Stoffe, die im Körper gebildet werden und Körperreaktionen in Gang setzen.

Wenn der Hormonspiegel oben bleibt, können Sie auch die schnelle Alterung vermeiden.
Sinkt der Hormonspiegel ab, werden dementsprechend auch die Körperreaktionen gebremst.

Ein niedriger Hormonspiegel ist dafür verantwortlich, dass Sie müde sind, sich nicht konzentrieren können, das Gedächtnis nicht mehr richtig funktioniert oder Sie schlecht schlafen.

Dann sind die Werte von Testosteron, Melatonin oder DHEA zu niedrig.
Wir wissen aber heute auch, dass sich diese Erscheinungen mildern, wenn Sie Ihre Hormonproduktion wieder ankurbeln.

Schäden durch oxidativen Stress. Sie brauchen Sauerstoff zum Leben. Aber Sauerstoff ist auf Dauer auch schädlich:
Lassen Sie einen halben Apfel offen liegen. Er wird braun.
Das ist eine Folge des oxidativen Stress – mit diesem Wort wird die Wirkung von freien Radikalen auf den Organismus bezeichnet.

Freie Radikale sind Sauerstoffmoleküle, die ein oder mehrere freie Elektronen enthalten. Dadurch entstehen instabile Verbindungen, deren einziges Ziel es ist, stabil zu werden.
Zu diesem Zweck rauben sie anderen Molekülen die Elektronen – mit der Folge, dass diese beraubten Moleküle zerstört werden und die daraus bestehenden Zellen absterben.

Zellbestandteile, aus denen die freien Radikalen die Moleküle stehlen, sind Zellmembran, Zellkern oder Mitochondrien. Jeden Tag versuchen mehr als 10.000 freie Radikale, das Erbgut anzugreifen.

Kommen dann noch Risikofaktoren wie Rauchen, Stress oder ungesunde Ernährung hinzu, steigt diese Zahl in den Millionenbereich. Die Folge sind chronische Krankheiten, wie zum Beispiel Alzheimer, Parkinson oder Krebs.

Schäden durch ein schwaches Immunsystem. Jeden Tag fängt Ihr Immunsystem Millionen von Krankheitserregern ab. Hinzu kommen Zellveränderungen, die ebenfalls täglich zu Millionen passieren und zu Krebszellen führen. Damit dies immer ungestört passieren kann, brauchen Sie die Thymusdrüse.

Sie ist die wichtigste Drüse des Immunsystems. In den ersten Jahren Ihres Lebens hat diese Drüse sehr viele Stoffe geliefert, die zum Aufbau des Immunsystems wichtig sind. Nach und nach geht die Anzahl dieser Stoffe aber zurück – bis sie schließlich bei null landen.

Es liegt dann an Ihnen, Ihr Immunsystem zu stärken und sich so vor Krankheiten zu schützen.

Fehlender Sauerstoff. Ohne Sauerstoff können Sie gerade einmal fünf Minuten überleben. Daher brauchen Sie diesen Stoff, der über die Atemwege und die Lunge ins Blut gelangt und von dort in den ganzen Körper transportiert wird. Sind Sie jung, ist das gar kein Problem.

Mit dem Alter aber werden Ihre Atemmuskeln schwächer, der Brustkorb ist nicht mehr so beweglich und auch die Zahl der Lungenbläschen wird weniger. Zudem ermüden die Systeme, die den Sauerstoff durch den Körper transportieren.

Dadurch gelangt immer weniger Sauerstoff in die Zellen, die sich dadurch nicht mehr regenerieren können. Das ist der schleichende, aber sichere Tod für Ihre Zellen.

Schwache Mitochondrien. Mitochondrien sind die Kraftwerke Ihrer Zellen. Sie stellen die Energie bereit, die die Zellen für ihren Stoffwechsel dringend brauchen. Aber freie Radikale greifen die Mitochondrien an und zerstören sie. Es steht in den Zellen nicht mehr genügend Energie zur Verfügung, Ihr Stoffwechsel verlangsamt sich.

Selbstzerstörung des Körpers. Das Immunsystem ist nicht nur dafür da, den Körper vor Angriffen von außen zu schützen.
Es muss auch die eigenen Zellen davor bewahren, sich selbst zu schaden und zu zerstören.

Diese Fähigkeit, den Körper vor einer Selbstvernichtung zu schützen, nimmt mit zunehmendem Alter ebenfalls ab – es gehen immer mehr Zellen verloren.
Doch Sie müssen diesen Alterungsprozess nicht einfach hinnehmen.

Vielmehr sind es kleine Dinge, die Sie umsetzen müssen, wenn Sie Ihr Alter gesund und fit genießen wollen.

Die richtige Ernährung gehört dazu, genauso wie ausreichend Bewegung und Stressvermeidung.

Wie genau das funktioniert und auf welche Methoden es dabei ankommt, dazu gebe ich Ihnen auf den nächsten Seiten konkrete Tipps und Anregungen.

 

Dr. med. Michael Spitzbart