Bewegung ist wichtig und gesund – aber nicht nur Ihr Körper, auch der Geist profitiert, wenn Sie regelmäßig Sport treiben. Denn durch die Bewegung an der frischen Luft beugen Sie nicht nur den gefürchteten Zivilisationskrankheiten vor. Sie tanken auch frischen Sauerstoff. So kann Ihr Gehirn besser arbeiten. Und trotz dieser Vorteile fällt es manchen Menschen schwer, sich zur Bewegung zu motivieren. Der innere Schweinehund ist einfach zu groß. Damit es Ihnen leichter fällt, sich zum Sport aufzuraffen, gebe ich Ihnen hier 10 Tipps, mit denen Sie garantiert in Schwung kommen und Ihr lästiges inneres Haustier überwinden.

Meine 10 Tipps gegen den inneren Schweinehund

Es ist so bequem, sich morgens früh noch einmal im Bett herumzudrehen und so aufzustehen, dass man gerade noch pünktlich zur Arbeit kommt. Abends dann ist es gemütlich auf dem Sofa und im Fernsehen kommt garantiert etwas Interessantes. Natürlich denken Sie zwischendurch auch einmal daran, dass Sie sich mehr bewegen müssten. Doch wo sollen Sie die Zeit für Sport hernehmen? Vielleicht eher aufstehen? Oder abends nach der Arbeit? Noch ehe Sie diese Gedanken weiter verfolgen können, wird Ihr innerer Schweinehund aktiv. Er liefert Ihnen garantiert entscheidende Argumente, warum Sie keine Zeit für Bewegung haben – und Sie geben nach. Dabei ist es so einfach, dieses lästige Haustier zu besiegen.

1. Kaufen Sie sich eine vernünftige Ausrüstung

Ich bin nicht der Meinung, dass Sie ein Sportgeschäft aufsuchen und sich die teuersten Varianten kaufen sollten, die es für Ihren Sport gibt. Für die ersten Male reichen einfache Schuhe und der alte Trainingsanzug. Aber haben Sie einmal festgestellt, dass der Sport, den Sie sich ausgesucht haben, tatsächlich etwas für Sie ist, sollten Sie sich vernünftige Sportkleidung zulegen. Diese hat zwei Effekte: Zum einen ist sie ein gewisser Schutz. In gut sitzenden, vernünftigen Schuhen werden Sie sich zum Beispiel nur selten eine Blase laufen. Sind diese darüber hinaus an den für Sie entscheidenden Stellen gedämpft, verhindern Sie Knieprobleme. Zum anderen aber haben Sie für eine solche Ausrüstung Geld ausgegeben – und schon aus diesem Grund werden Sie sie wahrscheinlich häufig benutzen wollen.

Gerade an den Schuhen übrigens dürfen Sie nicht sparen. Kaufen Sie sie unbedingt in einem Sportgeschäft, das eine Laufbandanalyse anbietet. Hier bekommen Sie Schuhe, die genau an Ihren Laufstil angepasst sind. Häufig bieten diese Geschäfte auch ein Umtauschrecht, falls Sie mit den Schuhen doch nicht zurechtkommen sollten. Verzichten Sie dagegen auf Billigschuhe vom Wühltisch oder Discounter. Diese haben in der Regel überhaupt keine Federung und werden das Training für Sie zur Qual machen.

2. Sorgen Sie dafür, dass Sie jederzeit starten können

Ihre Sportausrüstung sollte – egal, welchen Sport Sie treiben – immer parat liegen. Haben Sie so unverhofft Zeit zwischendurch, können Sie eine Sporteinheit einschieben. Müssen Sie dagegen erst alles zusammensuchen, hat Ihr innerer Schweinehund genügend Gelegenheit, Gründe gegen die unverhoffte Sporteinheit zu finden. Ihre Motivation schwindet, es fällt Ihnen deutlich schwerer, sich aufzuraffen.

3. Rüsten Sie sich für jede Gelegenheit

Je nachdem, welchen Sport Sie treiben, sollten Sie bedenken, dass Sie sich eine Ausrüstung für jedes Wetter zulegen. Wollen Sie zum Beispiel schwimmen, im Sommer auch im Freibad? Denken Sie an kühlere Tage und kaufen Sie sich ruhig einen Bademantel für den Weg vom Becken zu den Umkleiden. Als Walker oder Läufer dagegen sollten Sie sowohl Shorts für den Hochsommer als auch Regenjacke und -hose für schlechtes Wetter besitzen. So brauchen Sie nicht auf Ihr Training zu verzichten, auch wenn das Wetter nicht optimal ist.

4. Lernen Sie die richtige Technik

Für jede Sportart gibt es Grundregeln. Beherrschen Sie diese nicht, belasten Sie Ihre Muskeln, Sehnen und Knochen zu stark. Fehlhaltungen, Verspannungen, Schmerzen, sogar ernsthafte Verletzungen können die Folge sein. Daher sollten Sie sich, wenn Sie beginnen, Sport zu treiben, die Grundlagen zeigen lassen. Möglich ist dies zum Beispiel bei Sportvereinen, die Grundkurse anbieten. Häufig reicht aber auch ein Anleitungsvideo – diese gibt es heute für fast alle Sportarten.

5. Übertreiben Sie es nicht

Viele Menschen, die mit dem Sport beginnen, sind zu Anfang hoch motiviert. Sie wollen viel erreichen – und das am liebsten sofort. Lassen Sie es aber lieber langsam angehen. Ihr Körper muss sich erst an die ungewohnten Bewegungen gewöhnen.

Denken Sie daran: Sie müssen keine Höchstleistungen erbringen. Vielmehr kommt es darauf an, dass Sie sich überhaupt regelmäßig bewegen. Mehrere kurze Übungseinheiten pro Woche sind effektiver und entspannender, als einmal pro Woche eine Stunde zu trainieren.

6. Sie „müssen“ nicht, Sie „wollen“

Denken Sie immer daran, dass Sport für Sie keine lästige Pflicht ist. Vielmehr wollen Sie Sport treiben, denn Sie wollen doch auch von den positiven Effekten profitieren, die Sport auf Ihren Körper hat, oder? Wenn Sie die Bewegung als Aufgabe betrachten, die Sie erledigen „dürfen“, haben Sie automatisch mehr Spaß und freuen sich auf jede Sporteinheit, die ansteht.

7. Suchen Sie sich Ihr Trainingsmodell

Nicht jeder Mensch ist ein Einzelkämpfer – und nicht jeder ein Herdentier. Was für die Arbeit gilt, gilt auch für den Sport: Manche Menschen haben Spaß daran, allein zu laufen oder Rad zu fahren. Andere suchen die Gesellschaft, brauchen Ansporn, Unterstützung und Motivation durch Mitmenschen. Dementsprechend sollten Sie sich Ihre optimale Trainingsumgebung selbst schaffen. Suchen Sie Gesellschaft, eignet sich für Sie ein Sportverein oder ein Lauftreff. Nutzen Sie die Sporteinheiten, um den Tag Revue passieren zu lassen oder sich gedanklich auf neue Aufgaben vorzubereiten? Dann brauchen Sie eher Ruhe – Sport in der Gruppe wäre für Sie eher kontraproduktiv.

8. Führen Sie sich Ihre Fortschritte vor Augen

Gerade als Sportanfänger haben Sie einen Vorteil: Sie machen relativ schnell Fortschritte. Das sollten Sie ausnutzen und diese konsequent aufschreiben. Halten Sie fest, wie Sie nach und nach längere Einheiten absolvieren, wie Sie seltener aus der Puste kommen und auch, wie sich Ihre Einstellung zu Ihrem Körper verändert. Dazu reicht ein einfaches Schulheft, in dem Sie die Fortschritte festhalten. So können Sie an Tagen, an denen es nicht rund läuft – auch diese wird es geben – nachlesen, was Sie bisher erreicht haben. Auf diese Art schaffen Sie es, sich schnell und einfach wieder für die nächste Trainingseinheit zu motivieren.

9. Schaffen Sie sich ein Ritual

Jeder von uns hat in seinem Tagesablauf bestimmte Abläufe, die feststehen. Das morgendliche Zähneputzen gehört dazu, vielleicht die Tasse Kaffee oder die Pause an einem ganz bestimmten Ort. Solche Rituale entstehen durch ständige Wiederholung. Sorgen Sie dafür, dass auch Ihr Sportprogramm zu einem solchen Ritual wird: Führen Sie es immer zur selben Zeit an denselben Tagen durch. Schon nach vier Wochen ist Ihnen dieser Ablauf so in Fleisch und Blut übergegangen, dass Sie sich ein neues Ritual geschaffen haben. Sie werden dann ganz automatisch zu Ihrer Sporteinheit starten.

10. Rückfälle gibt es immer wieder

Selbst wenn der Sport nach einiger Zeit zu Ihrem Leben dazugehört, werden Sie feststellen, dass es Tage gibt, an denen Ihnen die Bewegung sehr leicht fällt. An anderen dagegen haben Sie Mühe, Ihre Trainingseinheit durchzuziehen. Das ist ganz normal – vielleicht haben Sie einfach schlechter geschlafen oder der Tag war besonders anstrengend. Machen Sie nicht den Fehler, Ihr Training ausfallen zu lassen. Sonst siegt der Schweinehund auch in Zukunft wieder leichter über Sie.