Jede Zelle in Ihrem Körper wird von einer Membran umhüllt – stellen Sie sich diese wie eine Seifenblase vor. Auch innerhalb jeder Zelle sind die einzelnen „Abteilungen“, die Eiweißumwandlung, die Reparaturabteilung oder die Energiezentrale, wieder von einer solchen Biomembran umgeben. Diese schützen die Zelle vor Angriffen von außen bzw. grenzen im Zellinnern die einzelnen Bestandteile der Zelle voneinander ab. Diese Membrane bestehen vor allem aus ungesättigten Fettsäuren und Vitamin E.
Die ungesättigten Fettsäuren in den Zellmembranen haben eine wichtige Funktion: sie halten die Membrane durchlässig, so dass beim Zellstoffwechsel entstehende Abfälle nach außen transportiert werden können. Versorgen Sie sich nun überwiegend mit gesättigten Fettsäuren, werden auch diese in die Zellwände eingebaut. Dadurch verlieren die Membrane die Fähigkeit, den Zellmüll zu entsorgen. Er wird in den Zellen angereichert, und die Zelle kann keine Nährstoffe mehr aufnehmen.
Dabei ist es ganz einfach, dass Sie Ihre Zellmembrane transportfähig und gesund erhalten: Sie brauchen nur Ihr Öl auszutauschen. Ausreichend Vitamin E können Sie nicht aufnehmen, wenn Sie Sonnenblumenöl verwenden. Lassen Sie daher in Zukunft solches Öl im Regal stehen. Steigen Sie um auf Lein- oder Weizenkeimöl, das kalt gepresst wurde.
Vitamin E schützt Ihre Zellen vor einem ungeheuren Dominoeffekt. Wenn ein ungesättigtes Fettmolekül von freien Radikalen angegriffen wird, oxidiert es – und kann damit eine Kettenreaktion auslösen. Es steckt das nächste Fettmolekül neben sich an, das dann oxidiert, dieses steckt dann wiederum seinen Nachbarn an und so weiter. Innerhalb kürzester Zeit wäre die schützende Biomembran der Zelle völlig oxidiert oder sogar aufgelöst. Vitamin E ist in der Lage, diesen Effekt zu stoppen. Es fängt die freien Radikale ab, indem es die Funktion eines Blitzableiters übernimmt. Das freie Radikal greift, bei Vorhandensein von Vitamin E, dieses Vitamin an und nicht mehr die Fettmoleküle. Vitamin E bindet das freie Radikal an sich, so dass es entsorgt und durch die Biomembran aus der Zelle fortgeschafft wird.
Vitamin E ist aber nicht nur in der Lage, Ihre Zellmembrane zu schützen. Es behütet Sie auch vor Schäden durch die Blutfette, die ständig durch Ihre Arterien wandern. Durch zu hohe Cholesterinwerte verstopfen und verfetten auf Dauer Ihre Arterien, es kommt zur Verkalkung, zur Arteriosklerose, zum Infarkt. Hinterher beim Kaffeeklatsch heißt es dann: „Natürlich, der Cholesterinspiegel war schon seit Jahren zu hoch.“ Aber ob Ihre Arterien verkalken oder nicht, hängt nicht nur von Ihren Cholesterinwerten ab. Es kommt auch auf den Vitamin-E-Gehalt der Blutfette an.
Jedes LDL-Fett-Teilchen, also das schlechte Cholesterin, besteht aus rund 1.300 ungesättigten Fettmolekülen. Vitamin E, gebunden an das freie Ende der ungesättigten Fettsäure, kann verhindern, dass die ungesättigten Fettmoleküle oxidieren, ranzig werden und so an Ihren Arterien festkleben. Je mehr Vitamin E Ihre Blutfette also mit sich tragen, umso weniger werden sie Ihnen bedrohlich.
Neueste Studien zeigen es: Wenn mindestens fünf bis neun Vitamin-E-Moleküle auf jedem dieser LDL-Fettpartikel liegen, können die freien Radikale optimal abgefangen werden. Das LDL-Cholesterin oxidiert dann nicht. Es kann sich nicht an Ihren Arterien festsetzen und diese verengen, sondern wird wieder ausgeschieden.
Entgegen vieler Ratschläge ist Vitamin E nicht in allen ungesättigten Pflanzenölen, Milch, Margarine oder Fisch enthalten – es wird lediglich schöngerechnet. Das Problem mit Vitamin E und ungesättigtem Fett ist folgendes: Bei der Herstellung von Ölen gehen schon 40 % des Vitamins E durch Lagerung, Licht und Hitze verloren. Zum anderen aber brauchen ungesättigte Öle, aber auch Nüsse und Fisch das in ihnen enthaltene Vitamin E selbst. Denn es muss ja die enthaltenen ungesättigten Fette vor dem Ranzigwerden schützen. Vitamin E ist in diesen Lebensmitteln an die Fettsäuren gebunden und steht Ihrem Körper nicht zur freien Verfügung. Sie führen also mit diesen Fetten Ihrem Körper großteils nur geschützte ungesättigte Fettmoleküle zu, aber wenig freies Vitamin E. Essen Sie Walnüsse oder Fisch, ziehen diese Gerichte noch zusätzlich Vitamin E aus Ihrem Körper, um die aufgenommenen ungesättigten Fettmoleküle zu schützen. Sie müssen in diesem Fall also darauf achten, dass Sie zusätzlich Vitamin E zu sich nehmen.
Es gibt immer wieder Empfehlungen bezüglich Vitamin E, und diese schwanken sehr. Wie viel Vitamin E benötigen Sie wirklich pro Tag? Einen Anhaltspunkt gibt Ihnen eine Meta-Studie: 1997 wurden an der Harvard University alle bisherigen Vitamin-E-Studien analysiert. Das Ergebnis ist immer noch aktuell – nach ihm sollten Sie sich richten: Sie sollten auf jeden Fall mehr als 100 mg freies Vitamin E pro Tag zu sich nehmen. 100 mg Vitamin E senken innerhalb von zwei Jahren die Sterbehäufigkeit aufgrund von Herzerkrankungen um 40 %. Denn Herzerkrankungen werden meist hervorgerufen durch Schäden freien Radikalen und von Blutfetten.
Auf keinen Fall aber sollten Sie über 400 mg pro Tag zu sich nehmen. Freies Vitamin E in der nötigen Menge können Sie nur als Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen – ansonsten müssten Sie pro Tag 0,5 l Sonnenblumenöl oder 2 l Olivenöl trinken. Achten Sie darauf, dass Sie Vitamin-E-Kapseln kaufen, die RRR-alpha-Tocopherolacetat enthalten. Es gibt sie zum Beispiel von Doppelherz. Solche Kapseln haben die beste Bioverfügbarkeit.
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