Folat ist in Deutschland das Mangelvitamin Nummer eins. Kein anderer Stoff wird so schnell schon durch den normalen Umgang mit Lebensmitteln, durch Weiterverarbeitung, Erhitzen und Lagerung zerstört.
Ursache ist die Empfindlichkeit des Vitamins: Folat verträgt keine Hitze, Kälte, Luft, Säure und kein Licht. All diesem sind unsere Lebensmittel aber ausgesetzt – denken Sie nur an die langen Transportwege, die Gemüsetheke im Supermarkt mit der grellen Beleuchtung oder den Kochvorgang selbst. Die Folge: Gerade einmal 1 % aller Deutschen schafft es, die empfohlene Dosis von 400 Mikrogramm Folat pro Tag zu sich zu nehmen.
400 Mikrogramm klingt nicht viel. Da Folat aber so empfindlich ist, müssten Sie hierfür 300 Gramm Spinat, 1,5 Kilogramm Weizenvollkornbrot oder 700 Gramm Kopfsalat essen – und das pro Tag. Hinzu kommt: Wenn Salat oder Spinat drei Tage alt sind, was bei den heutigen Transportwegen schnell passieren kann, müssten Sie die doppelte Menge zu sich nehmen, um Ihren Folat-Bedarf zu decken.
Gut, dann habe ich eben einen Folatmangel, mögen Sie denken. Ein kleines Vitamin, das kann doch nicht so wichtig sein? Doch, das ist es. Allein in Amerika ist Folatmangel für 56.000 Herzinfarkte und 2.500 Missbildungen bei Neugeborenen pro Jahr verantwortlich. Darüber hinaus ist Folat notwendig für Ihr Gehirn: Ihre Nervenzellen sind nur dann wirklich arbeitsfähig, wenn genügend Folat vorliegt. Es ist beteiligt an der Produktion von Glücksbotenstoffen. Fehlen sie, bemerken Sie rasch, dass Sie zu nichts Lust haben.
Auf Dauer bleibt dieser Mangel im Gehirn nicht ohne Folgen. Wird er zu stark, können sich gerade bei älteren Menschen Depressionen entwickeln. Diese entstehen dann nicht aufgrund der Lebensgeschichte, wegen Verbitterung oder als Folge von dem Verlust des Partners.
Auch Ihr Gefäßsystem profitiert von Folat. Zusammen mit Vitamin B6 und B12 ist es entscheidend an der Produktion und am Abbau von Eiweißen beteiligt. Durch die drei Vitamine wird ein gefährliches Zwischenprodukt im Eiweißstoffwechsel abgebaut: das Homocystein. Dieser Stoff kann sich bei Folatmangel in Ihrem Körper breit machen – hohe Werte bedeuten eine Verdoppelung Ihres Risikos, an einem Herzinfarkt zu erkranken. Zudem erhöhen sich Schlaganfall- und Osteoporose-Risiko.
Immer wieder erreichen mich Anmerkungen von Lesern, die mich darauf hinweisen, dass Folat in Kombination mit B-Vitaminen doch gar nichts gegen Homocystein ausrichten könne. Immerhin gibt es da eine Studie, die zeigt, dass Folsäure eben doch nicht hilft. Wem also sollen Sie jetzt glauben?
Sie müssen dabei bedenken, dass es immer Studien gibt, die unterschiedliche Ergebnisse haben. Daher dürfen Sie sich nicht auf einzelne, kleine Untersuchungen verlassen.
Es kommt auf das Gesamtbild an, auf so genannte Meta-Studien. Das sind Untersuchungen, die die Ergebnisse aller Studien zu einem Thema zusammenfassen. Und diese Meta-Untersuchungen zum Thema Folsäure zeigen, dass Folsäure nicht nur das Risiko einer Fehlgeburt um 70 % verringert, sondern auch, dass das Herzinfarkt- und das Schlaganfall-Risiko deutlich gesenkt werden kann – um bis zu 50 %. Und glauben Sie mir: So viele Studien mit demselben Ergebnis können einfach nicht falsch sein!
Wenn aber Folat so empfindlich ist, wie sollen Sie dann Ihren Bedarf decken? Hier bleibt Ihnen nur der Griff zu Nahrungsergänzungsmitteln, und zwar in Form von Folsäure. Folsäure ist der Name für synthetisches Folat. Im Gegensatz zum Naturprodukt ist es hitze-, licht-, sauerstoff- und lagerungsbeständig. So kann es Lebensmitteln zugesetzt werden. Es gibt zum Beispiel Salz, dem Folsäure hinzugefügt wurde. Auf Nummer sicher gehen Sie, wenn Sie einen Vitamin-B-Komplex einnehmen. Er sollte
Bei so einem Komplex nehmen Sie ausreichend Folsäure zu sich. Während die Bioverfügbarkeit bei Folat, das Sie aus Lebensmitteln aufnehmen, zwischen 20 und 50 % liegt, kann Ihr Körper die Folsäure aus Präparaten zu rund 95 % aufnehmen.
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Gehirnzellen können sich nicht teilen, Demenz sind wir machtlos ausgeliefert, im sauren Magen können keine Bakterien überleben. Das alles sind Mythen, die schon längst auf dem Schrotthaufen der Medizingeschichte gelandet sind. [mehr]
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Heinz Neuenhaus aus Jüchen schreibt:
„Er hat es als Erster geschafft, meine Ernährung zu ändern! Dr. Spitzbart hat nämlich zuvor die biologischen Zusammenhänge im Körper aufgezeigt.“
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