Vitalstoffpräparate: Was müssen Sie beim Kauf von Vitaminen beachten

Wollen Sie sich zusätzlich mit Vitaminen versorgen, stehen Sie wahrscheinlich ratlos vor der Produktvielfalt im Supermarkt oder in der Apotheke und wissen nicht, wie Sie sich entscheiden sollen. Ist das teuerste Präparat auch das beste? Worauf müssen Sie beim Einkauf achten? Welche Vitalstoffe sollen Sie wann einnehmen? Ich werde Ihnen im Folgenden Ihre wichtigsten Fragen zum Thema Vitamine beantworten.

Ihre Fragen rund um den Einkauf von Vitaminen

  •  Apotheke oder Supermarkt: Wo finden Sie die besseren Präparate? Meine klare Antwort: in der Apotheke. Denn nur hier dürfen laut Gesetz Präparate verkauft werden, deren Wirkstoffgehalt über dem Dreifachen der empfohlenen Dosis der Deutschen Gesellschaft für Ernährung liegt. Im Supermarkt erhalten Sie also nur sehr niedrig dosierte Präparate. In vielen Vitaminpräparaten, die Sie in der Drogerie oder im Supermarkt bekommen, ist noch nicht einmal der Tagesbedarf der Vitalstoffe enthalten. Bei manchen Kombinations­präparaten fehlen auch wichtige Stoffe. So gibt es zum Beispiel Vitamin-B-Komplexe ohne Folsäure. Kombi-Präparate aus dem Discounter nutzen Ihnen meist wenig, weil Sie nur ergänzen sollten, was Ihnen wirklich fehlt. In einem Kombi-Präparat werden Ihnen aber Vitalstoffe nach dem Gießkannen-Prinzip angeboten. Manchmal kann es dann auch zu Überdosierungen kommen, wenn Sie zu viel Vitamin A oder E zu sich nehmen.
  • Welche Zusatzstoffe können in Vitaminpräparaten enthalten sein? Generell sollten in Vitaminpräparaten keine Hefe, Gluten, Soja, Zucker oder Farbstoffe enthalten sein. Leider gibt es aber zahllose Präparate, die mit Farbstoffen, Emulgatoren oder auch Süßstoffen versetzt sind. Sie sollten sich als Faustregel merken: Je bunter die Pillen sind, desto mehr Zusatzstoffe bein­halten sie.
  • Warum gibt es im Ausland preiswertere Produkte, die noch dazu viel höher dosiert sind? Schuld daran ist das deutsche Arzneimittelgesetz. Es legt die Maximaldosis der Wirkstoffe fest, die ein Produkt beinhalten darf. So schottet sich der deutsche Markt ab. Ausländische Produkte sind, wenn überhaupt, nur in der Apotheke erhältlich. Zudem haben die deutschen Hersteller den Vitalstoffmarkt unter sich aufgeteilt und halten so die Preise von guten Produkten künstlich hoch. Im Ausland dagegen sind die Grenzwerte für die Tagesdosis nicht so streng reglementiert. Zudem müssen die Hersteller häufig keine medizinischen Zulassungsverfahren durchlaufen, wenn sie ein Vitaminpräparat auf den Markt bringen wollen. Dadurch sind die Herstellungskosten geringer – und das merken Sie als Käufer natürlich am Preis.
  • Warum sind diese hoch dosierten ausländischen Produkte in Deutschland teilweise nicht erhältlich? Vitalstoffpräparate mit mehr als der dreifachen Menge der von der DGE empfohlenen Tagesdosis, müssen eine Arzneimittelzulassung haben. Hierzu ist eine so genannte klinische Prüfung notwendig. Dieses Zulassungsverfahren kostet rund 1 Million Euro. Diese hohe Summe schreckt die ausländischen Hersteller vor dem deutschen Markt ab. Es gibt nur einige wenige ausländische Vitaminprodukte, die noch über so genannte „Altzulassungen“ verfügen und die Sie daher hier kaufen können. Weil es für diese aber keine Konkurrenzprodukte gibt, können die Hersteller einen hohen Verkaufspreis verlangen.
  • Können Sie ausländische Produkte über Ihre Apotheke beziehen? Ja, Ihr Apotheker kann Ihnen ausländische Vitaminprodukte bestellen – aber nur auf Einzelbestellung. Sie dürfen nicht gelagert werden. Wenn es sich um europäische Produkte handelt, sind sie meist innerhalb von drei bis vier Tagen lieferbar. So weit die Theorie. Aus vielen Gesprächen in meiner Redaktionssprechstunde weiß ich aber auch, dass manche Apotheker sich querstellen und behaupten, sie könnten das Präparat nicht besorgen. In so einer Situation empfehle ich Ihnen dann den Gang in eine andere Apotheke.
  • Dürfen Sie als Privatperson Vitamine im Ausland bestellen? Sie dürfen als EU-Bürger alle Waren kaufen, die in den einzelnen EU-Mitgliedstaaten frei verkäuflich sind. Daher dürfen Sie auch so genannte „ausländische Arzneimittel“ innerhalb der EU ordern. Sie dürfen auch selbst tätig werden, zum Beispiel übers Internet. Anders sieht es aus, wenn Sie Präparate aus Amerika bestellen. Das können Sie nur über die Apotheke tun; für viele Mittel brauchen Sie sogar ein Rezept. Versuchen Sie, amerikanische Präparate über das Internet zu beziehen, passiert es häufig, dass der Zoll diese Sendungen abfängt und nicht an Sie weiterleitet.
  • Warum sollten Sie dennoch nur mit größter Vorsicht Vitalstoffpräparate im Internet bestellen? Gerade im Internet tummeln sich viele schwarze Schafe. Lassen Sie auf jeden Fall die Finger von Präparaten, die Sie über Marktplätze wie Ebay beziehen können. Sie wissen nicht, woher die Mittel kommen. Es könnte sich zum Beispiel um asiatische, umetikettierte Waren handeln, die dann mit nicht erlaubten, giftigen Stoffen versetzt sein können. Auf den Seiten sollte der Hersteller verzeichnet sein, es sollte sich um so genannte „Trusted-Shops“, also vertrauenswürdige Händler, handeln (erkennbar an bestimmten Siegeln auf den Seiten). Am besten gehen Sie über Apothekenseiten.
  • Wie viele Vitalstoffpräparate dürfen Sie aus dem Ausland mitbringen? Es ist ja schon im Urlaub in den Niederlanden verlockend, sich mit hoch dosierten Vitaminen für ein ganzes Jahr einzudecken. Noch verführerischer ist es in Amerika. Aber Vorsicht: Sie dürfen nur die Menge einführen, die Sie in absehbarer Zeit als Eigenbedarf auch verwenden können. Führen Sie dagegen 20 Groß­packungen des gleichen Vitalstoffs ein, kann es Ihnen passieren, dass Sie in den Verdacht geraten, hier mit ausländischen Arzneimitteln handeln zu wollen – das ist verboten, und Sie machen sich strafbar.
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