In meiner Lesersprechstunde erreichen mich immer wieder Fragen zum Thema „Hormone“. Die wenigsten Menschen erkennen, wie entscheidend Hormone den Körper beeinflussen. Viel zu schnell wird eine Hormontherapie begonnen, sei es in den Wechseljahren der Frau oder – wie neuerdings Mode – als Schönheitstherapie. Aber ist so eine leichtfertige Verwendung von Hormonen wirklich ratsam? Immerhin wirken Hormone in nicht geringem Umfang auf sämtliche Körperabläufe. Damit Sie in Zukunft genau wissen, was Hormone alles können, aber auch nicht mehr darauf hereinfallen, wenn Hormone als grundsätzlich ungefährlich dargestellt werden, habe ich für Sie die wichtigsten Fragen zu diesem Thema zusammengestellt und möchte Ihnen die entsprechenden Antworten an die Hand geben.
Das geht – ich erinnere Sie nur an das so genannte Chefhormon, das Serotonin. Serotonin sorgt dafür, dass Sie gute Laune haben, vor allem aber hat es die Fähigkeit, Sie hoch leistungsfähig und kreativ zu machen. Es ist das Hormon, das Sie in Lösungen und nicht in Problemen denken lässt. Dann gibt es die Endorphine. Sie entstehen zum Beispiel dann, wenn Sie sich bewegen, also durch regelmäßigen Sport. Sie heißen im Volksmund auch „Glückshormone“, und dieser Name beschreibt die Aufgabe der Hormone sehr gut:
Endorphine versetzen Sie in eine glückliche, teilweise sogar euphorische Laune. Aber Endorphine können noch mehr: Sie werden bei einem starken Unfall oder ähnlichen Situationen ausgeschüttet und blockieren Schmerzen. Ein Hormon, das ebenfalls glücklich macht, ist Oxytocin. Es wird nur dann ausgeschüttet, wenn Sie beim Geschlechtsverkehr zum Orgasmus kommen, und sorgt für das wunderbar entspannte Gefühl hinterher.
Wenn Sie den Stress „vernünftig“ abbauen würden, wären die Hormone überhaupt nicht gefährlich. Das liegt an den eigentlichen Gründen für Stress: Bei den Steinzeitmenschen entwickelte Stress sich immer in Gefahrensituationen, zum Beispiel bei einer Bedrohung durch wilde Tiere. Dann diente das Stresshormon Adrenalin dazu, den ganzen Körper in Fluchtbereitschaft zu versetzen: Der Blutdruck steigt, die Muskeln spannen sich an – und auf der Flucht vor der Gefahr wurden die Stresshormone wieder abgebaut. Heute reagiert Ihr Körper zwar immer noch mit den gleichen Symptomen auf Stress.
Was fehlt ist die Fluchtmöglichkeit – denn wenn Stress droht, zum Beispiel durch zu viel Arbeit, können Sie nicht einfach davonlaufen. Das Stresshormon Adrenalin kann so nicht abgebaut werden. Folgen weitere Stresssituationen, die ebenfalls nicht richtig verarbeitet werden, wird das Stresshormon Cortisol ausgeschüttet.
Es hat zur Folge, dass es Ihren Körper schwächt, Infekte sich häufen und Muskeleiweiß abgebaut wird. Nach einiger Zeit dann lässt die Cortisolproduktion so stark nach, dass Sie nicht mehr zu viel, sondern plötzlich zu wenig dieses Hormons im Körper haben. Es kommt nach und nach erst zu Lustlosigkeit und Müdigkeit, dann zu einem Burn-out-Syndrom, dem chronischen Müdigkeitssyndrom.
Diese Frage kann ich eindeutig mit Ja beantworten. Es sind gerade Östrogen und Progesteron, die sich als Schönheitshormone einen Namen gemacht haben. Beide sorgen für ein straffes Bindegewebe, sie halten die Haut frisch und elastisch. So vermindern sie zudem die frühzeitige Entstehung von Falten. Diese positiven Wirkungen auf die Haut haben in Amerika dazu geführt, dass Hormonbehandlungen für die Schönheit zurzeit ganz groß in Mode sind.
Dieser Trend schwappt auch zu uns nach Deutschland herüber. Es gibt mittlerweile Cremes, die versprechen, die Hormone ganz einfach über die Haut zuzuführen und dadurch ein straffes Bindegewebe sowie eine glatte Haut zu erhalten. Aber Vorsicht: Sie greifen mit diesen Cremes stark in den natürlichen Hormonhaushalt Ihres Körpers ein. Die späteren gesundheitlichen Folgen sind immer noch nicht wirklich erforscht. Also Finger weg von solchen Mitteln! Generell sollten Sie eine Behandlung mit Hormonen immer nur unter ärztlicher Aufsicht durchführen.
Das können Sie in der Tat – und Sie brauchen dafür keine Pillen und keine Cremes, die eventuelle schädliche Nebenwirkungen haben. Die meisten Hormone können Sie schlicht durch einige Verhaltensregeln locken.
Eine Meldung, die in regelmäßigen Abständen durch die Medien geistert: Das Hormon, das schlank macht, ist gefunden worden! Was dran ist? Leider nicht viel. In den letzten Jahren haben Wissenschaftler 3 oder 4 solcher Hormone gefunden, die Ihnen dabei helfen sollen, schnell schlank zu werden – verabreicht werden können sie als Tabletten oder Spritzen. Aber die erwünschten Wirkungen blieben in den meisten Fällen aus. Darüber hinaus kann solch eine „Hormon-Diät“ viele Nebenwirkungen mit sich bringen. Es ist also eine sehr unsichere Sache, sich auf diese Art der Schlankheitskur zu verlassen.
Ja, es gibt Hormone, die für die Libido und die Potenz wichtig sind. Das sind die Östrogene, aber vor allem die Androgene. Androgene sind männliche Hormone, die sowohl beim Mann als auch bei der Frau für die Libido zuständig sind. Fehlen Ihnen Androgene, dann haben Sie keine Lust mehr auf Sex. Ist das bei Ihnen der Fall, können Sie einfach Haferflocken essen. Diese enthalten Substanzen, die den Androgenen in ihrer Struktur ähnlich sind und so die Libido wieder anregen.
Es ist in der Tat – gerade unter Boby-Buildern – sehr beliebt, Hormone zu schlucken oder zu spritzen, um den Muskelaufbau voranzutreiben. Diese aber können verheerende Nebenwirkungen haben. Das reicht vom Damenbart über Brustwachstum bei Männern bis hin zu Herzschwäche und Tod. Das sollten Sie nicht riskieren! Regen Sie lieber auf sanfte Art Ihr körpereigenes Wachstumshormon an. Es ist unter anderem für das Muskelwachstum verantwortlich – aber als körpereigener Stoff ohne Nebenwirkung.
Ein Hormon kann tatsächlich eine Gewichtszunahme verursachen: das Östrogen. Wenn Sie dieses zu sich nehmen müssen, kann es bei Ihnen eine Appetitzunahme verursachen und dafür sorgen, dass Sie Wasser einlagern. Können Sie eine Östrogeneinnahme – aus welchen Gründen auch immer – nicht vermeiden, sollten Sie sich auf eine leichte Gewichtszunahme von 2 bis 3 Kilo einstellen. Hierbei handelt es sich aber nur um Wasser, nicht um Fett. Zudem sollten Sie zumindest zu Beginn der Einnahme darauf achten, dass Sie nicht übermäßig viel und vor allem salzarm ess
Im Alter verringert sich die Bildung mehrerer Hormone. Die wichtigsten sind das Melatonin, das für guten Schlaf und Erholung sorgt, DHEA, der Gegenspieler des Stresshormons Cortisol, der auch für ein gutes Gedächtnis zuständig ist, sowie das Wachstumshormon, das seelische Ausgeglichenheit fördert und den Fettstoffwechsel in Gang hält. Zudem nehmen die Östrogene ab, die den Geschmacks- und Geruchssinn und den Blutfettstoffwechsel steuern, das Progesterin, das wichtig für den Wasserhaushalt ist und die Androgene, die wichtig für die Libido und ein starkes Bindegewebe sind, werden vermindert.
Es gibt mehrere Anzeichen, die auf einen Hormonmangel hindeuten –
leider werden sie oft mit „Alterserscheinungen“ abgetan. Unter anderem sind das:
Es gibt mehrere Punkte, die Ihnen helfen, die Hormonproduktion auch im Alter aufrechtzuerhalten:
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Gehirnzellen können sich nicht teilen, Demenz sind wir machtlos ausgeliefert, im sauren Magen können keine Bakterien überleben. Das alles sind Mythen, die schon längst auf dem Schrotthaufen der Medizingeschichte gelandet sind. [mehr]
Erfahren Sie mehr über Dr. med. Michael Spitzbart und seine Gesundheits-Praxis.
Heinz Neuenhaus aus Jüchen schreibt:
„Er hat es als Erster geschafft, meine Ernährung zu ändern! Dr. Spitzbart hat nämlich zuvor die biologischen Zusammenhänge im Körper aufgezeigt.“
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