Kennen Sie Ihren Cholesterinquotienten? - So schützen Sie sich vor der "Pest des 21. Jahrhunderts"

Traurige Bilanz des diesjährigen europäischen Kardiologenkongresses in München: Die Herz-Kreislauf-Erkrankungen bedrohen vor allem in den westlichen Ländern zunehmend unsere Gesundheit. Schuld daran sind bei vielen Menschen zu hohe Cholesterin- und Triglycerid-Werte.

Ein Fazit des Kongresses: Während Infektionskrankheiten zurückgingen, seien Herzinfarkte und Schlaganfälle immer öfter Ursache für Todesfälle bzw. Krankheiten, sagte der Präsident der Europäischen Kardiologenvereinigung, Jean-Pierre Bassand. „Unser gesamter Planet wird von einer Pandemie (Epidemie großen Ausmaßes) kardiovasculärer Erkrankungen erschüttert, die weit tödlicher ist als die Pest im Mittelalter.“

Eine Änderung des Lebensstils dagegen kann das Herzinfarkt-Risiko um 80 % verringern. Vor allem sollten Sie das Rauchen einstellen und Ihre Blutfette normalisieren. Ich kann Ihnen nur eines dringend raten: Lassen Sie möglichst bald Ihre wichtigsten Blutwerte kontrollieren! Das kann jeder Hausarzt messen.

Lernen Sie Ihre Cholesterinwerte genau kennen

Die Messung des Cholesterinspiegels ist wichtig, allein aber nicht aussagefähig. Sie können nämlich einen Cholesterinwert von 200 mg/dl haben, und das kann gut, aber auch schlecht sein. Viel wichtiger ist es, die Unterfraktionen des Cholesterins zu kennen.

Sie können einen Cholesterinspiegel von 200 mg/dl aufweisen, weil Sie viel vom guten HDL-Cholesterin haben oder weil Sie viel vom schlechten LDL-Cholesterin haben.
Im ersten Fall ist ein Spiegel von 200 mg/dl nicht schädlich, im umgekehrten Fall aber schon!

Wie in der Schule: „5“ ist mangelhaft, „2“ ist gut

Wichtig ist, dass Sie Ihren Cholesterinquotienten kennen. Teilen Sie dazu Ihr Gesamtcholesterin durch den Anteil vom guten HDL-Cholesterin. (Cholesterin : HDL-Cholesterin = Cholesterinquotient). Haben Sie also einen Cholesterinwert von 97 und einen HDL-Wert von 65, beträgt Ihr Cholesterinquotient 1,49. Dieser Quotient ist aussagefähiger als Ihr Gesamtcholesterinwert.

Werte über 5 sind bedenklich! Das bedeutet nicht, dass Sie gleich tot umfallen, aber das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist deutlich erhöht. Bei meinen Patienten setze ich dann alle Hebel in Bewegung, um diesen Wert schnell zu verbessern. Bei einem Quotienten von 4,4 wäre Ihr Verkalkungsrisiko genauso hoch wie bei der Durchschnittsbevölkerung – und der Durchschnitt verkalkt! Darum ist dieser Wert auch noch nicht so toll. Bei einem Quotienten von 3,3 ist Ihr Risiko nur noch halb so hoch wie bei der Durchschnittsbevölkerung. Für die Hardliner, die auch mit 80 noch fit sein wollen, ist er aber immer noch nicht gut genug. Erst wenn sie eine 2 vor dem Komma haben, bin ich mit meinen Patienten zufrieden. Wenn keine zusätzlichen Risiken bestehen wie Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes mellitus und Übergewicht, ist eine Verkalkung der Blutgefäße (und damit Herzinfarkt und Schlaganfall) so gut wie ausgeschlossen. Der „Schwarze Tod“ der Neuzeit kann Ihnen dann nichts anhaben.

Angefressen oder Eigenproduktion? Triglyceride geben Auskunft

Sie können Cholesterin mit dem Essen aufnehmen wie zum Beispiel mit Schweinebraten, Gänseschmalz oder mit den „versteckten“ Fetten in Gebäck, Schokolade und Sahnetorte. Cholesterin ist ausschließlich in tierischen Fetten vorhanden.
Es gibt aber auch Menschen, die sich vorbildlich ernähren, und trotzdem durch eine erhöhte Eigenproduktion einen hohen Cholesterinspiegel haben. Darum sollten Sie mit dem Cholesterin auch immer die Triglyceride messen lassen! Denn Triglyceride werden nicht vom Körper selbst produziert, sondern ausschließlich mit der Nahrung aufgenommen. Und diese nahrungsabhängigen Fette verraten, ob Sie sich Ihr Cholesterin anfuttern oder ob sie es selbst produzieren.

Bei Triglyceriden von unter 50 mg/dl spricht man von vorbildlicher Ernährung – oder perfekter Fettverbrennung. Wenn Sie trotzdem ein hohes Cholesterin haben, werden alle Ermahnungen des Hausarztes – „Lass das Fett beim Essen weg, um dein Cholesterin zu senken“ – fruchtlos bleiben. Liegen Ihre Triglyceride unter 100 mg/dl, sprechen wir immer noch von einer fettreduzierten Ernährung. Erst wenn die Werte jenseits von 100 mg/dl liegen, wissen wir, dass mit der Nahrung unnötig viel Cholesterin aufgenommen wird. Nur dann hilft eine fettreduzierte Ernährung. Bei der Butter sparen, den Fleischkonsum reduzieren und Süßigkeiten streichen – das ist dann schon die halbe Fett-Miete.

So verbessern Sie Ihren Cholesterinquotienten durch Bewegung

Was aber tun, wenn eine erhöhte Eigenproduktion schuld ist am hohen Cholesterin? Hier hilft nur noch Bewegung. Eigentlich kein Wunder: Denn vor hundert Jahren, als wir uns alle mehr bewegten, gab es praktisch kein erhöhtes Cholesterin und folglich kaum Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Ein langsames, aber dafür etwas längeres Ausdauertraining führt dazu, dass Ihre Muskeln wieder Fett verbrennen. Bei untrainierten Kopfarbeiter-Muskeln haben sich die Enzyme, die für die Fettverbrennung verantwortlich sind, zurückgebildet. Sie verbrennen in ihrem normalen Alltag zu 90 % nur Zucker, und das Fett lagert sich in den Blutgefäßen ab. Aber schon nach 4 Wochen regelmäßigem Training werden die Fettverbrennungs-Enzyme so weit wieder aufgebaut, dass sie schon zur Hälfte Fett verbrennen, nach 3 Monaten verbrennen sie 90 % Fett. Ein weiterer Vorteil: Wenn die Muskeln wieder Fett verbrennen, dann tun sie das nicht nur während des Trainings, sondern sogar dann, wenn Sie im Bett liegen und schlafen.

Meine Empfehlung für Sie: Trainieren Sie 3-mal in der Woche einen Ausdauersport Ihrer Wahl. Das kann Schwimmen, Walken, Joggen oder Rad fahren sein, eben alles, was Ihnen Spaß macht. Betreiben Sie Ihren Sport regelmäßig, für jeweils eine halbe Stunde. Dieses Training ist für alle Menschen wichtig, ganz gleich ob sie das Cholesterin angefuttert haben oder ob eine erhöhte Eigenproduktion schuld am hohen Cholesterinwert ist.

Und wenn Sie dann irgendwann wieder einmal ein Krustenbraten oder ein Stück Kuchen anlacht, dürfen Sie ruhig zuschlagen. Ihre Muskeln verbrennen das Fett, bevor es sich an die Gefäßwand anlagern kann.

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Heinz Neuenhaus aus Jüchen schreibt:

„Er hat es als Erster geschafft, meine Ernährung zu ändern! Dr. Spitzbart hat nämlich zuvor die biologischen Zusammenhänge im Körper aufgezeigt.“
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