Blutuntersuchung - Was Ihnen Ihr Blut alles verraten kann

Blutuntersuchung und grosses Blutbild - Was Ihnen Ihr Blut alles verraten kann

Wenn ein Patient neu zu mir kommt, rate ich ihm immer zuerst zu einer Blutuntersuchung. Gerade sie sagt so viel aus über den Gesundheitszustand wie sonst keine andere Diagnoseform. Worauf aber müssen Sie achten, wenn Sie eine Blutuntersuchung bei Ihrem Arzt durchführen lassen wollen? Ich beantworte Ihnen hier die wichtigsten Fragen rund um das große Blutbild.

Wenn Ihr Arzt sich weigert, eine Blutuntersuchung durchzuführen, so wie ich sie vorschlage – Was können Sie tun?

Leider verstehen viele Ärzte immer noch nicht, wie wichtig die Untersuchung ist und was das Blut alles über den Gesundheitszustand verraten kann. Sie können noch einmal versuchen, mit Ihrem Arzt zu reden und zu betonen, wie wichtig Ihnen diese Untersuchung ist. Hat das keinen Sinn, müssen Sie sich wohl (zumindest für die Blutuntersuchung) einen anderen Arzt suchen. Ich empfehle Ihnen in so einem Fall, sich an einen Internisten oder Sportmediziner zu wenden. Beide sollten wissen, warum eine ausgiebige Blutuntersuchung so wichtig ist. Auch in einer Universitätsklinik werden Sie eine umfassende Blutuntersuchung durchführen lassen könne

Für die Blutuntersuchung empfehle ich Ihnen kein spezielles Labor – Warum nicht?

Ein Labor muss immer vor Ort sein – lange Transportwege bei Blutproben sind zu vermeiden. Während dieser Zeit können sich Blutbestandteile verändern, verringern oder vermehren. Dann stimmen die einzelnen Werte, die bei Ihnen ermittelt werden, nicht mehr.

Kann jedes Labor eine umfassende Blutuntersuchung durchführen?

Ja. Ihr Arzt braucht sich gar nicht nach einem neuen Labor umzuschauen, wenn Sie ihn bitten, ein großes Blutbild durchzuführen. Denn das Labor, mit dem er immer zusammenarbeitet, ist auch in der Lage, weitere Parameter im Blut zu untersuchen. Ihr Arzt muss lediglich angeben, welche Bestandteile im Blut geprüft werden sollen.

Warum empfehle ich Ihnen ganz andere Werte als die „normalerweise üblichen“ Standardblutwerte und was sind "gesunde Blutwerte"?

Die Grenzwerte, die einem heutigen Blutbild zugrunde liegen, wurden in den 1950er Jahren festgelegt. Damals wusste man aber teilweise noch gar nicht genau, wie wichtig bestimmte Blutwerte sind. Es wurden für die Grenzwertbestimmung viele Tausend Blutproben gesammelt und ausgewertet. Aus den Werten, die sich dabei ergeben haben, wurde der Mittelwert gebildet und als Standard festgelegt. Nun waren das aber bei Weitem nicht nur Blutproben von gesunden Menschen. Es war auch das Blut vieler Kranker darunter. Wird Ihr Blut heute an diesen Grenzwerten gemessen, vergleichen Sie Ihren Gesundheitszustand also auch mit dem von Kranken. Meine Grenzwerte dagegen sind höher, weil sie sich an neuen Forschungen orientieren. Und es handelt sich um Werte, mit denen Sie tatsächlich fit, gesund und leistungsfähig sind - um gesunde Blutwerte, wie ich sie nenne.

Welche Blutwerte sind besonders wichtig?

Bei meinen Patienten untersuche ich insgesamt 47 Blutwerte. Welche Werte dabei gemessen werden, können Sie in meinem Buch 47 Geheim­nisse über das Blut der Sieger nachlesen. Ich kann verstehen, wenn Sie aus Kostengründen nicht alle Werte bestimmen lassen möchten. Die folgenden Blutwerte sollten Sie aber auf alle Fälle messen lassen. Das sind neben den Werten eines normalen, kleinen Standard-Blutbildes wie Eiweiß und Cholesterin folgende:

  • Homocystein
    Ein Eiweiß-Abbauprodukt. Wenn dieser Wert erhöht ist, liegt bei Ihnen ein gesteigertes Risiko für Gefäßerkrankungen, aber auch Herzinfarkt und Schlaganfall vor. Ist Ihr Homocysteinspiegel gesteigert, haben Sie einen Mangel an Folsäure, Vitamin B6 und B12.
  • Selen
    Ein wichtiger Mineralstoff für das Wachstum der Zellen sowie die Enzymbildung.
  • Vitamin C
    Nur ausreichend Vitamin C im Körper garantiert Ihnen ein starkes Immunsystem und gute Nerven. Zudem verleiht Ihnen dieser Stoff viel Energie.
  • Vitamin D
    Es hebt Ihre Stimmung und stärkt die Knochen. Auch dieses Vitamin hält Ihr Immunsystem stark und festigt Ihre Nerven.
  • Vitamin E
    Der stärkste Schutzstoff gegen freie Radikale und somit gegen Zellschäden. Er kann sogar das Arterioskleroserisiko senken. In Tierversuchen wirkt er lebensverlängernd.
  • Zink
    Hält ebenfalls Ihr Immun­system leistungsfähig sowie Haut, Haare und Nägel gesund. Ein Zinkmangel dagegen kann sogar zu Neurodermitis führen.

Wer bezahlt eine Blutuntersuchung?

Wenn Sie gesetzlich versichert sind, bezahlt Ihre Krankenkasse alle zwei Jahre ein kleines Blutbild, so wie es jeder Arzt regelmäßig macht. Zusätzliche Untersuchungen müssen Sie selbst bezahlen. Der Preis für ein komplettes großes Blutbild mit allen Werten liegt zwischen 1.000 und 2.500 Euro. Sind Sie privat versichert, wird auch dieses große Blutbild fast von allen Kassen übernommen.

Was sagt Ihnen das Blutbild?

Wenn Sie die Auswertung Ihres Blutbildes in der Hand halten, sehen Sie zunächst nur, ob Sie irgendeinen Mangel aufweisen, wo Sie besonders gut versorgt sind und welche Grenzwerte Sie überschreiten. Jetzt muss Ihr Arzt das Ergebnis für Sie analysieren und interpretieren. Denn er kann aus den Werten Krankheitsquellen ableiten.
Fragen Sie ihn vor der Blutabnahme, wie er bei der Analyse Ihres Blutbildes vorgehen wird. Wenn er Sie erstaunt anschaut und gar nicht weiß, was Sie mit „Analyse“ meinen, suchen Sie sich einen anderen Arzt.

Wie häufig sollte ein Blutbild gemacht werden?

Ich empfehle meinen Patienten grundsätzlich ein großes Blutbild zur Bestandsaufnahme. Je nachdem, ob Sie Mängel haben und welche Maßnahmen Sie dagegen ergreifen, sollten Sie dann nachkontrollieren lassen. Angenommen, Sie haben einen schlechten Magnesium- oder Eiweißwert. Fangen Sie nach der ers­ten Blutuntersuchung an, hiergegen Nahrungsergänzungsmittel zu nehmen, sollten Sie nach einem halben bis dreiviertel Jahr die Werte erneut überprüfen lassen, um festzustellen, wie sie sich verändert haben. Ist Ihr Blutbild dagegen völlig in Ordnung, reicht es, wenn Sie einmal im Jahr nachkontrol­lieren lassen.

Sind Blutbilder von Labor zu Labor gleich?

Nein. Zwar arbeiten die Labors in Deuschland auf einem hohen Qualitätsstandard. Dennoch verfügen sie über unterschiedliche Messmethoden. So können einzelne Laborwerte Unterschiede aufweisen. Sie sollten daher da­rauf bestehen, dass Ihr Arzt Ihre Blutwerte immer im gleichen Labor ermitteln lässt. Die Ergebnisse lassen sich sonst unter Umständen nicht miteinander vergleichen. Keine Angst: Es handelt sich dabei nur um kleine Abweichungen. Grenzwerte werden Sie durch unterschiedliche Messmethoden nicht über- oder unterschreiten.

Weist ein einzelner Wert auf eine einzelne Krankheit hin?

Nein, das geht nicht. Nehmen Sie zum Beispiel den Leberwert Gamma-GT. Dieser kann erhöht sein, wenn Sie zu viel Alkohol trinken. Aber schon die Einnahme der Anti-Baby-Pille, anderer Medikamente oder einfach eine gute Mahlzeit am Abend vor der Blutabnahme lassen diesen Wert ansteigen.

Auch können in Ihrer Blutprobe viele weiße Blutkörperchen enthalten sein – wenn Sie sich kurz vorher körperlich angestrengt haben. Ein anderes Beispiel ist das CK. Dieses Enzym dient zur Herzinfarktdiagnose. Der Wert kann ansteigen, wenn Sie eine Massage hatten oder intensiv sportlich aktiv waren. Zwei Tage lang dauert es dann, bis sich der Wert wieder normalisiert hat.

Denken Sie immer daran: Eine Blutuntersuchung ist nur eine Momentaufnahme. Manche Werte sind eben schnell durch äußere Umstände verfälscht. Daher muss Ihr Arzt, um Krankheiten zu erkennen, neben dem Blutwert immer auch andere Untersuchungsbefunde mit einbeziehen sowie Ihren persönlichen Lebenswandel und Ihre medizinische Vorgeschichte betrachten.

Welche Bestandteile des Blutes werden bei der Untersuchung verwendet?

Nur die wenigsten Werte werden aus dem Vollblut ermittelt. Häufig wird das Blutserum gebraucht. Es enthält keine Zellen und keine Gerinnungsfaktoren. Um Letztere zu ermitteln, verwendet man das Plasma – hier kann das Labor erkennen, ob die Blutgerinnung funktioniert.

Sie sehen, wie wichtig es ist, dass eine Blutuntersuchung richtig durchgeführt und anschließend mit Ihnen besprochen wird. Sie sollten sich daher auf jeden Fall an einen Fachmann wenden. Denn wenn Sie Ihre Defizite, die sich im Blutbild zeigen, gezielt angehen und verbessern, werden Sie sich bald höchst leistungsfähig und fit fühlen. Ihre Gesundheit wird sich deutlich steigern und damit sowohl Ihre Lebensfreude als auch die Lebensqualität.   

 

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Kommentare
Hannibal-3 schreibt am 27-03-13 16:12:
Habe vor 2 Jahren eine Niere extrahiert bekommen. Meine Urologe hat nun ein Kontroll-CT veranlaßt. Der Radiologe fragt nach dem Kreatenin-Wert, weil er jodhaltiges Kontrastmittel spritzen will. Der Urologe läßt bei seinem Labor das Blut analysieren. Krea-Wert = 1,4. Der Urologe gibt die Genehmigung zum spritzen des Kontrastmittels. Der Radiologe empfiehlt nach dem CT eine Kontrolle des Blutes auf Kreatenin,wobei ich zwecks Spülung der Niere viel trinken soll. Der Krea-Wert 3 Tage später Labor Urologe = 1,47.

Eine Woche später veranlaßt mein HAusarzt ein großes Blutbild - aus anderen Gründen-. DAs Labor ist natürlich ein anderes .Auf meine Bitte läßt er den Kreawert mit analysieren. Ergebnis 1,71 bei einer Grenzwertbenennung ( sollte =< 1,3 sein ).
Was soll ich davon halten. Die Differenzen sind meiner Meinung nach erheblich
Dies ist zum Ergebnis des Urologen und zum Thema Nierenleistung doch ungewöhnlich.

Kann ich dazu eine Stellungnahme bekommen.
Jeder der beiden Ärzte ist von seinem Labor überzeugt.
Miriam schreibt am 09-02-14 01:35:
Wie kann man sich selber helfen, wenn man bei einem Schlaganfall keine Hilfe erhält? (Das ist leider kein Witz!)
Quentin schreibt am 12-02-14 07:12:
Gibt es bei Apoplex Blutbildveränderungen?

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