Inline-Skaten: Machen Sie mit beim rollenden Gesundheits-Sport
Inline-Skaten ist in – aber das ist nicht der Grund, warum ich Ihnen diese Sportart empfehlen möchte. Wenn Sie eine Bewegungsart suchen, die nicht nur für fast jeden geeignet ist, sondern auch noch viele gesundheitliche Vorteile bringt, sollten Sie zu den modernen Rollschuhen greifen.
Über 14 Millionen Menschen haben diese abwechslungsreiche Sportart schon für sich entdeckt. Lassen Sie sich vom jugendlichen Image der lässigen Roller nicht verunsichern: Gerade auch für ältere Menschen, die auf ihre Gelenke achten müssen, ist diese Sportart ideal. Denn auf den 8 hintereinander angeordneten Rollen absolvieren Sie ein ideales und noch dazu schonendes Fitnesstraining: Durch die gleichmäßigen Bewegungen werden Ihre Gelenke nicht belastet – trotzdem genießen Sie alle Vorzüge eines normalen Ausdauertrainings. Regelmäßiges Training auf acht Rollen trainiert Ihren Kreislauf und stärkt dadurch das Herz, deshalb werden Sie unempfindlicher gegen Infekte
Durch die verbesserte Sauerstoff-Aufnahme wird Ihr Gehirn besser versorgt – Sie werden auch geistig fit. Nicht zu vergessen das Training für die Sehnen. Außerdem werden die Muskeln gekräftigt und weiter ausgebaut. Mehr Muskeln verbrennen aber auch mehr Fett; so nehmen Sie ganz nebenbei auch noch ab.
Sind Sie ein Softie oder ein harter Typ?
Sie haben im Fitness-Bereich die Wahl zwischen zwei verschiedenen Schuhtypen.
- Hartschalenschuhe: Der ganze Schuh besteht aus festem Kunststoff, mit einem herausnehmbaren Innenschuh. Achten Sie beim Kauf darauf, dass dieser waschbar ist. Hartschalenschuhe geben dem Fuß einen besseren Halt, sind aber andererseits sehr steif und unbeweglich. Diese Schuhe sind eher geeignet, wenn Sie kürzere Strecken fahren wollen, da sie durch das harte Material schneller drücken und den Fuß ermüden.
- Softboots: Sie erinnern etwas an hohe Turnschuhe, sind leichter und flexibler, unterstützen den Fuß aber nicht so wie Hartschalenschuhe. Trotzdem sollten Sie diese Schuhe wählen, wenn Sie längere Strecken als Fitness-Training fahren möchten. Der Schuh sollte eine bis zwei Nummern größer ausfallen als Ihre Straßenschuhe, denn beim Laufen erwärmen sich die Füße und schwellen etwas an. Lassen Sie sich im Fachgeschäft beraten und rollen Sie ruhig eine Runde zur Probe.
Knickerigkeit bringt Sie hier nicht weiter
- Preis: Für gute Inline-Skates müssen Sie rund 100 Euro ausgeben. Wenn Sie aber die Augen offen halten, finden Sie im Sporthandel immer wieder Modelle der letzten Saison zu deutlich reduzierten Preisen. Aber auch wenn es verlockend klingt: Lassen Sie die Finger von 20 ¤-Billig-Skates aus dem Supermarkt. Diese Schuhe haben meistens sehr schwergängige Rollen, die Ihnen schnell den Spaß verderben werden. Zudem sind sie oft nicht auf ihre Sicherheit geprüft; es kann zu bösen Unfällen kommen, weil sich zum Beispiel Teile lösen.
Kleine Rollen bringen Sie langsam in Fahrt
- Rollen: Die Skate-Rollen gibt es bei Fitness-Skates in zwei Größen. Die größeren, ausgezeichnet mit 81A, laufen ruhiger und schneller, sie eignen sich sehr gut für Ausdauertraining und längere Fahrten. Kleinere Rollen in 79 A bieten eine bessere Abfederung von unebenem Belag. Sie rollen langsamer und eigenen sich eher für Anfänger. Keine Angst, Sie legen sich nicht dauerhaft fest. Sie können die größeren Rollen jederzeit nachkaufen und ganz einfach mit Hilfe eines (meist beiliegenden) Inbus-Schlüssels austauschen.
- Kugellager: Die seltsame Bezeichnung ABEC wird Ihnen bei fast allen Inline-Skates begegnen. Es handelt sich dabei um eine Norm (Annual Bearing Engineers Commitee), mit der die Genauigkeit der Kugellager bezeichnet wird. Unterteilt wird sie in Stufen von 3 bis 9. Je höher die Zahl ist, desto schneller können Sie rollen. Als Anfänger reicht ein ABEC 3-Kugellager, das ist für das normale Fitness-Skaten schnell genug. Zudem steigt mit der Kugellager-Stufe auch der Preis. Achten sollten Sie aber auf die Schmierung Ihrer Lager. Am besten wählen Sie Skates mit gefettetem Lager. Diese laufen zwar zu Beginn einer Trainingseinheit etwas langsamer, da das Fett erst warm werden muss. Dafür sind sie praktisch wartungsfrei und laufen lange und reibungslos. Geölte Lager rollen von Beginn an „wie der Blitz“, sie müssen aber immer wieder nachgeölt werden und verschleißen schneller.
- Bremsen: Skates ohne Stopper sehen viel sportlicher aus – aber lassen Sie diese bitte im Regal stehen. Für einen Anfänger gibt es nichts Wichtigeres als eine gute Bremse an den Skates. Sie sollte höhenverstellbar sein. Die Bremsklötze sind aus Gummi und reiben sich ab. Wenn Sie die Bremse dann weiter nach unten verstellen können, brauchen Sie nicht so oft eine neue zu kaufen.
Gehen Sie gut „geschont“ an den Start
- Schutzausrüstung: Ohne geeignete Schoner sollten Sie sich auf keinen Fall auf Inline-Skates stellen. Sie brauchen Handgelenk-, Ellenbogen- und Knieschoner. Ellenbogen- und Knieschoner bestehen aus einer Kunststoffkapsel, die über dem Gelenk liegt. Wichtig ist, dass diese Kapsel von innen mit fingerdickem Schaumstoff ausgepolstert ist. Die Kapseln sollten an einer Art „Strumpf“ zum Reinschlüpfen befestigt sein. Mit Klettverschlüssen werden sie verschlossen.Handgelenkschoner dürfen nur an der Handflächenseite eine Kunststoffplatte haben. Modelle, bei denen die Hände zwischen zwei Kunststoffplatten liegen, erhöhen bei Stürzen die Bruchgefahr.Für eine gute Schonerausrüstung müssen Sie zwischen 10 und 25 ¤ zahlen. Sie erhalten die Schützer in verschiedenen Größen. Wählen Sie die Größe so, dass die Schoner am Anfang zwar bequem, aber nicht zu locker sitzen. Die Klettverschlüsse dehnen sich nach einigen Trainingsstunden, so dass Schoner, die am Anfang optimal saßen, plötzlich viel zu groß sind und nicht mehr fixiert werden können.
- Helm: Auch wenn viele von Ihnen der Meinung sind, ein Helm sieht albern aus oder ist nur etwas für Kinder: Verzichten Sie bitte nicht darauf. Sie brauchen keinen speziellen Skaterhelm, wie es ihn in Sportgeschäften zu kaufen gibt. Es reicht ein normaler Fahrradhelm. Achten Sie aber darauf, dass er TÜV-geprüft ist.Sollten Sie wirklich einmal stürzen und heftig auf den Helm fallen, sollten Sie sich einen neuen kaufen. Auch wenn er unversehrt aussieht, können sich beim Sturz winzige Risse gebildet haben, so dass der Helm keine Sicherheit mehr bietet.
So kommen Sie sicher in Fahrt
Die Technik des Laufens und – ganz wichtig – des Bremsens lernen Sie am besten in aller Ruhe auf einem Parkplatz. Setzen Sie sich nicht unter Stress, indem Sie sich gleich an Ihrem ersten Tag auf Rollen auf die Skater-Promenade begeben. Nehmen Sie eventuell einen Partner mit, an dem Sie sich festhalten können.
Fallen will gelernt sein
Als Erstes sollten Sie das Fallen üben. Wenn Ihnen dieser Bewegungsablauf in Fleisch und Blut übergegangen ist, wenden Sie ihn später instinktiv an und vermeiden so Verletzungen. Stellen Sie sich gerade auf die Rollschuhe und lassen Sie sich nun nach vorne auf die Knieschoner fallen. Das erfordert Überwindung – wenn Ihnen das auf dem Asphalt nicht geheuer ist, stellen Sie sich auf eine Wiese.
Sind Sie auf den Knien gelandet, lassen Sie sich nach vorne auf die Ellenbogenschoner fallen. Als Letztes setzen Sie die Hände auf: Rollen Sie über das Handgelenk zur Handinnenfläche ab, aber achten Sie darauf, dass Ihre Finger nach oben zeigen.
Jetzt kann’s losgehen
Wenn Sie losfahren möchten, achten Sie darauf, dass Sie sich nicht nach hinten neigen. Gehen Sie stattdessen leicht in die Knie und verlagern Sie Ihren Körperschwerpunkt nach vorne. Nun schieben Sie langsam einen Fuß zur Seite weg, heben ihn dann an und setzen ihn dann wieder unter dem Körper auf. Nun schieben Sie den anderen Fuß zur Seite weg. Holen Sie am Anfang nicht zu viel Schwung, sondern rollen Sie langsam los.
Kommen Sie sicher zum Stehen
Gehen Sie zum Bremsen stärker in die Knie und schieben Sie das Bein, an dem sich die Bremse befindet, nach vorne. Heben Sie die Fußspitze an und drücken Sie mit Ihrem gesamten Körpergewicht auf die Ferse – nach 2 bis 3 Metern kommen Sie zum Stehen. Meistens ist die Bremse übrigens am rechten Schuh befestigt. Sie merken aber ganz schnell, ob rechts wirklich Ihre Schokoladenseite ist oder ob Sie mit links besser bremsen können.
Ist das der Fall, können Sie die Bremse einfach mit einem Inbus-Schlüssel lösen und am anderen Schuh befestigen. Zum idealen Fitness-Training wird Ihr Skating-Ausflug, wenn Sie 3 Mal pro Woche jeweils eine halbe Stunde laufen.
Gute Skater fahren ohne Bremse am Schuh; sie stellen das hintere Bein im rechten Winkel zum vorderen und schleifen es hinterher – durch diese Schleifbewegung nehmen sie sich den Schwung und kommen so zum Stehen.
Tags: Inline-Skate, Ausdauersport