Prostata: Warum die Vorsorge ab 45 so wichtig ist

Vorsorgeuntersuchungen sind für die Prostata wichtig

Viele Männer bekommen in ihrer zweiten Lebenshälfte Probleme mit der Prostata. Die Vorsteherdrüse vergrößert sich und verursacht Beschwerden, z. B. beim Wasserlassen. Daher sollten Sie unbedingt die Vorsorgeuntersuchungen ab 45 nutzen.

Die Prostata besteht aus Drüsen, Muskel- und Bindegewebe. Sie hat etwa die Größe einer Esskastanie und umschließt den oberen Teil der Harnröhre und der Samenleiter. Für die Männlichkeit ist sie von großer Bedeutung: Sie bildet ein Sekret, das die Beweglichkeit der Samenzellen erhöht. Mit zunehmendem Alter kann die Prostata bei einigen Männern wachsen. Dann kann sie auf die Harnblase und die Harnröhre drücken und zu unangenehmen Beschwerden beim Wasserlassen führen.

Die Symptome zeigen sich beim Wasserlassen

Ca. 80 % aller Männer über 60 Jahre bekommen Probleme mit ihrer Prostata. Meist beginnt die Vorsteherdrüse zu wachsen, weil sich die Hormonproduktion altersbedingt verändert. Die meist gutartige Vergrößerung BPH (benigne Prostata-Hyperplasie) führt dazu, dass der Urin nicht mehr unbehindert aus der Blase abfließen kann. Die Betroffenen leiden im Laufe der Zeit zunehmend an den folgenden Symptomen:

  • Das Wasserlassen setzt verzögert ein. Es dauert länger, die Blase zu entleeren, weil der Harnstrahl schwächer wird. Es kann dazu kommen, dass man „nachtröpfelt“.
  • Der Harndrang wird häufiger. Er lässt sich schlecht beherrschen und stört auch die Nachtruhe zunehmend.
  • Die Blase kann kaum noch vollständig entleert werden. Es kommt zur so genannten Restharnbildung, was die Entstehung von Blasenentzündungen fördert.
  • Schließlich kann eine Harnstauung die Nieren schädigen; es kann zum Nierenversagen kommen.

Ein neuer Früherkennungstest gibt Hoffnung

Im Rahmen einer allgemeinen Vorsorgeuntersuchung kann Ihr Arzt bereits durch einen kurzen Befund beurteilen, ob eine Erkrankung der Prostata vorliegt. Zur objektiven Beurteilung der Symptome, die ein Patient schildert, kann der Arzt die Harnstrahlstärke messen (wie viel Milliliter Urin fließen pro Sekunde?). Außerdem kann er feststellen, wie viel Urin nach dem Wasserlassen in der Blase zurückgeblieben ist. Diese Restharnmessung kann er mittels Ultraschall, Katheder oder Röntgen durchführen.
Schließlich kann der Arzt durch den Enddarm die Beschaffenheit der Prostata ertasten und feststellen, ob beziehungsweise wie stark sie sich vergrößert hat. Was hier vielleicht unangenehm klingt, dauert nicht einmal fünf Minuten. Für viele Männer ist diese rektale Untersuchung trotzdem eines der größten Hemmnisse, zum Arzt zu gehen.
Hier zeichnet sich Hoffnung ab: Inzwischen wurde an der Universität Jena ein Früherkennungstest für Prostataerkrankungen entwickelt, bei dem man nur zwei Tropfen Blut auf einen Teststreifen auftragen muss. Er kann auch diskret zu Hause durchgeführt werden. Sobald dieser Test zugelassen wird, könnte er die rektale Untersuchung ablösen. Zusätzlich zu diesen Untersuchungen wird ein spezieller Tumormarker der Prostata (PSA) bestimmt, um auszuschließen, dass es sich um Prostatakrebs handelt.

Je früher Sie Prostataprobleme erkennen, desto harmloser ist die Behandlung

Wie man eine gutartige Prostatavergrößerung behandelt, ist vor allem davon abhängig, wie stark sie das Wasserlassen beeinträchtigt. Der Arzt unterscheidet drei Stadien:
Im Stadium I leiden Männer hauptsächlich unter dem häufigen Drang, Wasser zu lassen. Lindern lassen sich diese Beschwerden mit Blasentees und durch Sitzbäder mit Zinnkrautzusatz. Bei stärkeren Beschwerden können pflanzliche Medikamente eingesetzt werden. Präparate aus Kürbissamen und den Früchten der Sägepalme wirken entzündungshemmend und können einen Blutstau in der Prostata beseitigen. Die Sägepalmenpräparate greifen auch in die Hormonbildung ein und sind in der Lage, damit die Prostatagröße zu reduzieren. Präparate aus Brennnesselwurzeln können die Restharnmenge senken. Die Präparate mit diesen Inhaltsstoffen erhalten Sie rezeptfrei in der Apotheke. Werden Sie Ihnen vom Arzt verordnet, zahlen sie die Kassen.

Im Stadium II bleiben 50 bis 150 Milliliter Restharn in der Blase. In dieser Phase werden zwei Medikamentengruppen eingesetzt. Die Alpha-Rezeptorblocker entspannen die Blasenmuskulatur und erleichtern so die vollständige Blasenentleerung. Die 5-alpha-Reduktasehemmer greifen in den Hormonhaushalt der Prostata ein. Dadurch kann – allerdings erst nach einigen Wochen bis Monaten – die Prostatawucherung wieder deutlich kleiner werden, und das Wasserlassen funktioniert wieder besser.

Im Stadium III drohen Schädigungen der Blase und der Nieren, und eine Operation ist unausweichlich. Am häufigsten wird heute die vergrößerte Prostata durch die Harnröhre entfernt. Allerdings sind 15 bis 20 % der Patienten auch nach dem Eingriff nicht völlig beschwerdefrei. Eine andere Möglichkeit ist eine offene Operation – die Entfernung der Prostata durch die Bauchdecke.

Vielversprechend sind inzwischen verschiedene Laserverfahren. Bei relativ geringen Nebenwirkungen sind die Erfolgsaussichten der Operation gut. Mithilfe von Laserbestrahlung können Teile des Prostatagewebes herausgeschnitten oder zerstört werden. Zerstörtes Gewebe baut der Körper ab – die Prostata wird dadurch kleiner und das Wasserlassen leichter.

Alternative Verfahren sind die Wärmebehandlung der Prostata mit Mikrowellenenergie, das Einfügen so genannter Stents in die Harnröhre (sie funktionieren quasi wie ein Tunnel) oder das Erweitern des Blasenhalses durch einen Schnitt. Diese alternativen Verfahren zeichnen sich zwar alle durch nur geringe Nebenwirkungen aus, sie sind aber auch deutlich weniger wirksam als eine Operation.

Mit gesunder Ernährung können Sie der Prostata-Vergrößerung vorbeugen

In Studien wurde festgestellt, dass etwa 60 bis 80 % der Männer über 45 an der gutartigen Vergrößerung der Prostata erkranken – aber nur in den westlichen Ländern! Weniger Prostataerkrankungen werden aus den asiatischen Ländern oder aus dem Mittelmeerraum berichtet.
Es lag für die Wissenschaftler nahe, den Einfluss, den die Ernährung in diesen Ländern auf das Prostatawachstum hat, zu untersuchen. Dabei wurde festgestellt, dass Asiaten und Südeuropäer eine ballaststoffreiche und an tierischen Fetten arme Ernährung bevorzugen.

Im Mittelmeerraum enthält die Küche viel frisches Obst, Gemüse, wenig Fleisch, kaltgepresstes Olivenöl und Wein, in Asien wird Soja in allen Varianten und als Sojaöl zu den Mahlzeiten verwendet. Daraus leiteten die Wissenschaftler ab: Vermehrte Aufnahme von Fleisch und Fetten erhöht das Risiko, an der gutartigen Prostatavergrößerung zu erkranken, Früchte und Gemüse vermindern es!

Achten Sie daher auf eine leichte, ballaststoffreiche, abwechslungsreiche, gesunde Ernährung mit viel Gemüse, Hülsenfrüchten, Obst, Soja, Getreide, Leinsamen und ungesättigten Fettsäuren aus Oliven- oder Sojaölen.

Tags: Prostata, Beschwerden mit der Prostata, Vergrößerung der Vorsteherdrüse

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