Erhöhte Blutfettwerte sind Vorläufer vieler Erkrankungen, die heute als Zivilisationskrankheiten zu unserem täglichen Leben gehören. Herzinfarkt, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall, Arteriosklerose – sie alle werden durch erhöhte Cholesterinwerte ausgelöst. Dagegen muss man natürlich etwas tun – finde nicht nur ich, der auf Vorbeugung baut. Auch die Pharma-Industrie hat diesen großen Markt erkannt. Seit gut 15 Jahren gelten die CSE-Hemmer, also Cholesterin-Synthese-Enzym-Hemmer, als DIE Behandlung schlechthin gegen erhöhte Cholesterinwerte.
Aufgabe der Statine ist es, in der Leber die Bildung von Cholesterin zu hemmen – dazu verhindern sie, dass das Enzym, das für diese Cholesterinbildung nötig ist, arbeiten kann. Der Umsatz, der mit diesen Medikamenten erzielt wird, ist enorm. Im Jahr 2002 wurden allein in Deutschland 12 Millionen Mal die acht bedeutendsten Statine verordnet – gezählt wurden dabei nur die Verschreibungen, die gesetzlich versicherte Patienten betrafen. Diese Zahl entspricht einem Umsatz von 1,26 Milliarden Euro – ein gewaltiger Markt.
Um den Erfolg eines Medikaments zu überprüfen, werden Studien durchgeführt. Die erste wirklich wichtige Studie zum Thema „Cholesterinsenker“ war die 4S-Study, die Scandinavian Simvastatin Survival Studie Group. Sie zeigte, dass täglich 20 bis 40 mg eines Statins die Gesamtsterblichkeit deutlich senkte – das Todesrisiko ging um 30 % zurück. Ich möchte Ihnen diese Zahlen einmal genau aufschlüsseln: Es waren 4.444 Patienten an dieser Studie beteiligt. Von diesen erhielten 2.221 das Statin, 2.223 Studienteilnehmer bildeten die Beobachtungsgruppe. Sie wurden nicht behandelt. In dieser Gruppe, die keine Medikamente erhielt, starben im Untersuchungszeitraum von 5,4 Jahren 256 Menschen. In der Gruppe, die behandelt wurde, war das Risiko eines Todesfalles um 30 % niedriger – das macht in Zahlen genau
74 Menschen weniger, die an Herzinfarkt, Schlaganfall oder ähnlichen Cholesterinfolgen starben.
Doch Statine sind nicht harmlos. Früher wurden sie oft mit so genannten Fibraten kombiniert. Diese Kombination, die durch Lipobay eine traurige Berühmtheit erlangt hat, begünstigt die Auflösung von Muskelgewebe. Zudem fördert diese Stoffgruppe Magen- und Darmprobleme sowie Lichtempfindlichkeit und Kopfschmerzen.
Aber auch die Statine ohne Fibrate, die heute verschrieben werden, können starke Nebenwirkungen hervorrufen. Muskel- und Gelenkbeschwerden sowie Leber- und Nierenschäden sind nur einige der Probleme, die sie verursachen können.
Als neuer Weg in der Cholesterin-Therapie gilt seit knapp drei Jahren der Wirkstoff Ezetimibe. Er setzt an anderer Stelle an: Seine Aufgabe ist es, die Cholesterin-Aufnahme im Dünndarm zu hemmen. Er blockiert einen Transportmechanismus im Darm, der normalerweise das Cholesterin über die Darmzellen ins Blut leiten würde.
Eine Doppelblindstudie der Herstellerfirma wird als „erfolgreich“ angepriesen. Bei dieser erhielten 769 Patienten entweder 10 mg des neuen Wirkstoffs oder aber ein Scheinmedikament. Zusätzlich bekamen alle Teilnehmer zehn Wochen lang eine Statin-Therapie. Bei denjenigen, die Statine und Ezetimibe erhielten, sank das LDL-Cholesterin, also das schlechte Cholesterin, um zusätzlich 21,4 %. Das HDL, also das gute Cholesterin, stieg um 1,7 %.
Tun Sie mir einen Gefallen: Lesen Sie bitte den letzten Satz noch einmal. Das HDL stieg um 1,7 % – genau hierum geht es. Ein Problem bei der Statin-Therapie ist, dass sich Ihr Cholesterinquotient nicht verbessert. Es reicht nämlich nicht aus, nur die einzelnen Cholesterinwerte zu messen. Ein Gesamtcholesterin-Spiegel von 200 mg/dl Blut kann gut oder schlecht sein, je nachdem, ob er sich aus viel gutem HDL oder viel „bösem“ LDL-Cholesterin zusammensetzt.
Daher ist für mich der Cholesterinquotient entscheidend. Dazu teilen Sie den Anteil Ihres Gesamtcholesterins durch Ihr HDL-Cholesterin. Dieser Wert liegt bei 4,4 genau bei dem der Durchschnittsbevölkerung – bei dem Durchschnitt, der im Laufe seines Lebens verkalkte Arterien aufweist. Ich dagegen bin erst zufrieden, wenn meine Patienten eine 2 vor dem Komma aufweisen. Diese 2 können Sie aber durch Statine nie erreichen.
Stellen Sie sich einmal vor, Sie haben einen Gesamtcholesterinwert von 200 (160 LDL und 40 HDL). Nun nehmen Sie die oben erwähnte Kombination ein. Daraufhin sinkt Ihr LDL um 21 % auf 126, Ihr HDL steigt um 1,7 % auf 40,68. Dann drücken Sie Ihren Cholesterinquotienten auf eben jenen Wert der Durchschnittsbevölkerung, auf 4. Sie werden das Verhältnis aber nicht verbessern können, da Ihr HDL-Cholesterin kaum ansteigt. Das aber ist nötig, um Herzinfarkt und Schlaganfall zu vorzubeugen.
Statine bringen Sie also nicht weiter. Sie sollten sich einen anderen Weg suchen, Ihr Cholesterin zu senken. So einen Weg gibt es tatsächlich. Er ist nur nicht ganz so bequem, als wenn Sie einfach nur eine Pille schlucken würden. Fangen Sie an, Ausdauersport zu treiben. Bewegen Sie sich viermal pro Woche 30 Minuten lang. Wenn Sie laufen, steigern Sie den Anteil des HDL in Ihrem Blut – also genau das Cholesterin, das das „böse“ LDL nach außen transportiert. Das funktioniert nicht sofort. Rund drei Monate müssen Sie Ihrem Körper geben, dann haben sich die Enzyme in Ihren Muskeln umgestellt von Zucker- auf Fettverbrennung. Sie verbrennen dann während des Sports 90 % Fett – eben auch jenes Blutfett, das Sie unter dem Namen Cholesterin kennen. Auf diese Weise können Sie übrigens auch dann Ihren Cholesterinquotienten verbessern, wenn Sie sich die hohen Cholesterinwerte nicht „angefuttert“ haben, sondern wenn sie eine hohe Eigenproduktion an Cholesterin haben, Ihre hohen Cholesterinwerte also genetisch bedingt sind.
Wichtig ist nur die richtige Sportart. Laufen oder walken Sie, fahren Sie Rad – langsamer Ausdauersport bringt auch Sie bald vom Durchschnitt der verkalkenden Menschen in die absolute Spitzengruppe mit einem Cholesterinquotienten, der eine 2 vor dem Komma aufweist.
Es gibt eine ganze Reihe von Tests, mit denen Sie selbst Ihr Cholesterin messen können. Sie geben vor, sehr einfach zu sein. Quasi nebenbei sollen Sie so zu Hause Ihren Cholesteringehalt im Blut selbst messen können. Nachteil dieser Tests: Sie müssen die Gebrauchsanweisung genau berücksichtigen. Und hier liegt das Problem. Sie müssen sich in den Finger stechen und die exakt benötigte Menge Blut auf den Teststreifen tropfen. Aber wie viel ist das? Wann ist ein Tropfen groß genug? Zu viel oder zu wenig Blut verfälscht das gesamte Testergebnis.Zudem müssen solche Tests für Sie als Verbraucher erschwinglich sein – sie sind daher nicht so komplex konzipiert wie Labortests, die von geschultem Personal ausgewertet werden. Noch ein Problem ergibt sich bei Cholesterin-Selbsttests. Der Cholesteringehalt im Blut steigt an, wenn Sie zum Beispiel bestimmte Medikamente nehmen oder vorher fettreich gegessen haben. Aus diesem Grund werden beim Arzt fast nie „isolierte Bluttests“ gemacht, die nur einen Wert betrachten. Auch beim Cholesterin ist das nicht sinnvoll – ein Grund mehr, die Werte vom Arzt im Rahmen eines Blutbildes bestimmen zu lassen.
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Gehirnzellen können sich nicht teilen, Demenz sind wir machtlos ausgeliefert, im sauren Magen können keine Bakterien überleben. Das alles sind Mythen, die schon längst auf dem Schrotthaufen der Medizingeschichte gelandet sind. [mehr]
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Heinz Neuenhaus aus Jüchen schreibt:
„Er hat es als Erster geschafft, meine Ernährung zu ändern! Dr. Spitzbart hat nämlich zuvor die biologischen Zusammenhänge im Körper aufgezeigt.“
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