Achtung, Diabetes! - So stoppen Sie die Zucker­krankheit rechtzeitig

Bewegung hilft gegen Diabetes

Immer mehr jüngere Menschen erkranken am Altersdiabetes, dem Diabetes Typ 2. Die Ursachen sind leider oft hausgemacht: ungesunde Ernährung, zu wenig Bewegung, Übergewicht. Ich zeige Ihnen, wie Sie der Diabetes entgehen können – selbst wenn der Blutzuckerhaushalt Ihres Körpers schon aus dem Gleichgewicht geraten ist.

Diabetes lauert im Verborgenen. Sie können betroffen sein, ohne es zu merken. Jeder vierte Deutsche hat heute schon eine Insulinresistenz. Der Körper produziert dann zwar Insulin, das er benötigt, um Zucker in die Körperzellen zu schleusen. Aber das Zusammenspiel zwischen Insulin und Körperzellen, das für diesen Vorgang notwendig ist, funktioniert nicht mehr richtig. Die Folge: Der Zucker bleibt im Blut, die Bauchspeicheldrüse produziert daraufhin noch mehr Insulin. Über kurz oder lang ist die Bauchspeicheldrüse durch diese dauernde Belastung erschöpft, die Produktion von Insulin wird komplett eingestellt – schon ist die Diabetes Typ 2 da. Sie müssen nun Insulin spritzen oder in Form von Tabletten nehmen und sich bis zum Ende Ihres Lebens bei Ihrer Ernährung einschränken.

Diabetes wird zur versteckten Bedrohung

Das Schlimme an Diabetes ist, dass auf einen Diabetiker, der über seine Erkrankung Bescheid weiß, ein Fall kommt, bei dem die Erkrankung nicht oder zumindest noch nicht entdeckt wurde. Gerade diese Menschen leben gefährlich. Vordergründig geht es ihnen nämlich gut. Sie haben keine Schmerzen, fühlen sich gesund und leben so weiter, wie sie es immer getan haben. Aber in ihrem Körper läuft ein zerstörerisches Programm ab.

Diabetes greift die Nerven und die Gefäße an. Ist zu viel Zucker in Ihrem Blut, werden Ihre Gefäße zerstört. Es kommt zu Erblindungen oder aber zum Absterben der Gliedmaßen, so dass eine Amputation die letzte Lösung ist. Wenn die Nerven am Herzmuskel zerstört werden, kommt es zu so genann­ten stummen Infarkten, zu Kammerflimmern, zu plötzlichem Herztod. Aber die Krankheit schädigt auch die Organe selbst, vor allem das Herz. 75 % aller Diabetiker sterben an Herzinfarkten – und viele enden durch eine unerkannte Diabetes an der Dialyse, weil die Nieren zerstört wurden.

Der Nüchtern-Bluttest sagt nicht viel über Ihr Risiko aus

Diabetes lässt sich durch einen Bluttest erkennen. Viele Ärzte wenden im­mer noch den so genannten Nüchtern-Bluttest an. Dabei wird der Zuckerwert in Ihrem Blut auf nüchternem Magen gemessen. Bei vielen Menschen ist dieser Wert normal, er liegt dann bei rund 100 Milligramm pro Deziliter Blut. Ist das der Fall, wird Ihnen Ihr Arzt sagen: Ihr Wert ist absolut in Ordnung.

Aber eines wird selten berücksichtigt: Ihr Insulinwert hatte eine ganze Nacht Zeit, auf ein normales Niveau abzusinken. Er konnte sich regulieren. Was aber, wenn Sie vor der Messung gefrühstückt hätten? Dann wäre Ihr Blutzuckerwert viel höher – und vor allem realistisch. Aber nur die wenigsten Ärzte ziehen das Marmeladenbrötchen am Morgen in die Berechnung mit ein.
Deshalb ist der Nüchtern-Blutzu­ckerwert meiner Meinung nach eine veraltete Messgröße – sie sagt nichts aus über Ihr wahres Diabetes-Risiko.

So erfahren Sie, ob Sie wirklich gefährdet sind

Wie es wirklich um Ihren Blutzuckerspiegel bestellt ist, verrät Ihnen der Glukose-Toleranz-Test. Dabei trinken Sie auf nüchternen Magen ein Glas Zuckerwasser, das 75 Gramm Glukose enthält. Nach zwei Stunden wird Ihr Blutzuckerspiegel gemessen. Er sollte unter 140 mg/dl Blut liegen – Ihre Werte sind dann in Ordnung. Liegt der Wert höher, leiden Sie wahrscheinlich bereits unter einer Insulinresistenz. Sie sollten dann einen so genannten HbA1c-Test durchführen lassen. Dieser Langzeittest zeigt an, ob es sich bei dem hohen Blutzucker um einen Ausrutscher handelt und wie Ihr Blutzuckerspiegel in den letzten Monaten aussah. Das Testergebnis sollte hierbei unter 6,5 % liegen.

Schützen Sie auch Ihre Haut

Als Diabetiker sollten Sie übrigens besonders auf Ihre Haut achten. Wenn es kühler ist, sollten Sie sich mit glyzerinhaltigen Cremes eincremen, um trockene Haut zu vermeiden. Diese wird schnell durch die hohen Blutzuckerwerte ausgelöst, die Talg- und Schweiß­drüsen schädigen. So fehlt häufig der Fett- und Feuchtigkeitsfilm auf der Haut. Bakterien können leichter eindringen und Entzündungen sowie Ekzeme verursachen.

Meine 5 Schritte gegen die Zuckerkrankheit

Sie brauchen keine Angst vor Diabetes zu haben – so lange Sie sich nur ausreichend um Ihren Körper kümmern. Selbst wenn Sie schon unter einer Insulinresistenz leiden, können Sie diese rückgängig machen. Denn Sie haben es selbst in der Hand: Sie können verhindern, dass Sie überhaupt erkranken. Es sind nur fünf Schritte nötig. Gehen Sie diese!

  1. Bewegen Sie sich! Laufen Sie einfach los, walken Sie, radeln Sie oder springen Sie Trampolin – ganz gleich, welche Ausdauersportart Sie sich aussuchen, jede tut Ihnen und Ihrem Körper gut. Denn durch Sport wird eine eventuell schon vorhandene Insulinresistenz abgebaut. Ihr Idealprogramm gegen Diabetes sieht vor, dass Sie spätestens jeden zweiten Tag, besser sogar jeden Tag, 30 Minuten in Ausdauersport investieren. Machen Sie dazu noch einmal pro Woche eine gute Stunde lang ein Muskeltraining, dann bleiben Ihre Zuckerwerte da, wo sie hingehören: tief unten. Für ein gutes Muskeltraining empfehle ich Ihnen mein Trainingsprogramm mit dem Theraband, das Sie in meiner Lesersprechstunde zum Preis von 29,80 Euro bestellen können.
  2. Ihre Nahrung sollte aus Lebens-Mitteln bestehen. In frischem Obst und Gemüse steckt besonders viel Leben, wenn Sie all dies roh essen. Dann nehmen Sie Vitamine und Vitalstoffe zu sich, eben jene Stoffe, die Ihren Körper gesund erhalten. Verzichten Sie dagegen so weit wie möglich auf Kohlenhydrate, die im Körper schnell in Zucker umgewandelt werden können: Weißbrot, helles Mehl, aber auch Süßspeisen sollten Sie möglichst von Ihrem Speiseplan streichen. Diese enthalten viel Zucker, der in Ihrem Körper die Insulinproduktion ankurbelt. Im Übermaß gegessen, kommt es dann wieder zur Insulinresistenz.
  3. Setzen Sie auf das richtige Öl. Noch immer geistern Sonnenblumenöl, Margarine und tierische Fette in deutschen Küchen herum. Hinzu kommen ge­härtete Fette aus frittierten Produkten. Sie haben alle eines gemeinsam: Langsam, aber sicher lassen sie Ihr Körpergewicht steigen und verstopfen Ihre Arterien. Die Folge: Sie entwickeln eine Insulinresistenz – und später dann Diabetes. Machen Sie einen Ölwechsel. Raps- oder Olivenöl, genauso wie Fisch, enthalten viele Omega-3-Fettsäuren, die Ihre Gefäße nicht verstopfen und daher nicht so gefährlich für Ihre Gesundheit sind. Aber auch hier gilt: Verwenden Sie selbst gesundes Öl nur in Maßen, nicht in Massen.
  4. Trinken Sie ausreichend. Wenn Sie nicht genügend trinken, verliert Ihr Körper Wasser. Ihre Zellen trocknen im wahrsten Sinne des Wortes aus. Sie schrumpfen und werden resistent gegen Insulin. Aber wir Mediziner wissen aus vielen Beobachtungen: Ist Ihr Zuckerhaushalt aus dem Rhythmus geraten, können Sie ihn durch eine ausreichende Trinkmenge wieder normalisieren. Sie sollten dazu rund einen Liter Flüssigkeit pro 25 Kilogramm Körpergewicht zu sich nehmen. Trinken Sie aber bitte keine zuckerhaltigen Limonaden. Mineralwasser mit wenig Kohlensäure oder ungesüßter Tee sind die bessere Lösung.
  5. Nehmen Sie Chrom. Chrom kann das Insulin in Ihrem Körper unterstützen. Dieser Mineralstoff ist in der Lage, Zucker in die Zellen zu transportieren. So normalisiert er den Blutzuckerspiegel, es muss weniger Insulin ausgeschüttet werden. Die Insulinrezeptoren, die an Ihren Zellwänden vorhanden sind, können sich erholen, sie bauen die Resistenz gegen Insulin ab. Gerade wenn Sie übergewichtig sind, sollten Sie Ihren Chromspiegel messen lassen. Der Wert im Blut sollte bei 0,2 bis 1,0 mg/l liegen.  Ich weiß aus Erfahrung, dass Übergewichtige häufig einen starken Chrommangel haben. Ist das auch bei Ihnen der Fall, empfehle ich Ihnen Chromhefe, um den Mangel auszugleichen. Sie können das Präparat, das ich für meine Patienten empfehle, in der Einhorn-Apotheke in Nürnberg telefonisch (0911/22 67 15) bestellen.    

Neuigkeiten aus der Diabetes-Forschung

Auch mit Getränken können Sie Ihren Blutzuckerspiegel beeinflussen – und das gilt nicht nur für zuckerhaltige Säfte, sondern auch für koffeinhaltige Getränke. Das haben Forscher der Duke-University in Durham, North Carolina, beobachtet. Patienten, die an Typ-2-Diabetes litten, aber noch keine Medikamente nehmen mussten, wurde ein Chip unter die Bauchhaut implantiert. Mit diesem wurde der Blutzuckerspiegel rund um die Uhr gemessen. Alle Teilnehmer tranken mindestens zwei Tassen Kaffee pro Tag.

Die Forscher entdeckten, dass der Blutzuckerspiegel an den Tagen um 8 % erhöht war, an denen die Probanden eine Kapsel schluckten, die Koffein von 4 Tassen Kaffee enthielt. Zudem war er nach dem Frühstück um 9 %, nach dem Mittagessen um 15 % und nach dem Abendessen um 26 % höher als sonst. Koffein, so die Forscher, ist ein Störfaktor bei einer Diabetes-Therapie. Meine Empfehlung: Sie sollten daher als Diabetiker auf Kaffee und Limonadengetränke mit Koffein verzichten.

Neben mangelnder Bewegung und falscher Ernährung haben Forscher nun noch zwei Auslöser für Diabetes entdeckt. Die erste Erkenntnis kommt aus England. In einer Studie gingen Wissenschaftler der Tatsache nach, dass plötzlich auch dünne Menschen vermehrt an Diabetes Typ 2 erkranken. Sie stellten fest, dass diese Menschen einer hohen Pestizid-Belastung ausgesetzt waren. Diese ließ das Diabetes-Risiko auf das eines übergewichtigen Menschen ansteigen. Ich rate Ihnen deshalb: Achten Sie darauf, dass Sie sich ausreichend mit Vitamin C, Vitamin E und Zink versorgen – so können Sie Ihrem Körper bei der Entgiftung helfen und Ihr Diabetes-Risiko senken.

Die zweite Erkenntnis stammt aus einer Meta-Studie, in der 25 Studien zum Thema Diabetes-Risiko ausgewertet wurden. Die hier beteiligten Forscher entdeckten, dass Raucher im Durchschnitt ein um 44 % erhöhtes Diabetes-Risiko aufweisen. Abhängig ist dieses Risiko von der Menge der Zigaretten. Leichte Raucher erkranken zu 29 % häufiger, bei mehr als 20 Zigaretten pro Tag liegt ein um 61 % erhöhtes Risiko vor. Schwache Raucher haben immer noch ein Diabetes-Risiko, das um 23 % erhöht ist, genauso, wie Menschen, die schon vor Jahren mit dem Rauchen aufgehört haben. Daher mein Ratschlag: Hören Sie am besten sofort auf zu rauchen!

Ebenfalls gefährlich für Sie: die im Moment so beliebten Lebensmittel, die mit Fruchtsäure gesüßt sind. Forscher der Universität Florida haben herausgefunden, dass diese Lebensmittel mit Fruktose gar nicht so gesund sind. Fruktose im Übermaß erhöht die Konzentration der Harnsäure im Blut. So schlimm wie sonst keine andere Zuckerart führt die Fruktose dann zur Insulinresistenz und somit zu Diabetes.
Mein Tipp: Sie brauchen diese Lebensmittel nicht – es handelt sich immer nur um Industrieprodukte, die Sie ruhig im Regal stehen lassen können.

Tags: Altersdiabetes, Diabetes vorbeugen,

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Heinz Neuenhaus aus Jüchen schreibt:

„Er hat es als Erster geschafft, meine Ernährung zu ändern! Dr. Spitzbart hat nämlich zuvor die biologischen Zusammenhänge im Körper aufgezeigt.“
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