Von Heuschnupfen bis Tierallergie: So können Sie sich gegen die Allergene schützen

Allergieauslöser haben in den letzten Jahren überhand genommen. Manch eine Verkäuferin reagiert sogar allergisch auf die Euromünzen, die sie ständig in die Hand nehmen muss. Häufig dauert es länger, bis Sie den Allergieauslöser enttarnt haben. Ich erkläre Ihnen, wie sich die bekanntesten Allergien äußern und was Sie dagegen tun können. So werden Sie bald nicht mehr von unbekannten Symptomen geplagt.

Heuschnupfen

Hierbei handelt es sich um die bekannteste Allergie. Sie sind überempfindlich gegen Pollen von Gräsern, Blumen oder Bäumen, die mit dem Wind in der Luft umhergeweht werden.

Symptome: Bei Kontakt kommt es zu allergischen Reaktionen, zum Beispiel Niesen, juckenden oder tränenden Augen, juckenden Schleimhäuten oder allergischem Asthma. Die Anfälligkeit für Heuschnupfen ist angeboren – dennoch kann er auch erst im Alter auftreten.
Es gibt verschiedene Arten des Heuschnupfens:

  • Reaktion auf Pollen von Bäumen (Frühjahr)
  • Reaktion auf Getreide- oder Gräserpollen (Sommer)
  • Reaktion auf Kräuterpollen wie beispielsweise Beifuß (Herbst)

Auch die Reaktionen auf Hausstaubmilben oder Schimmelpilze (ganzjährig) werden als Heuschnupfen bezeichnet.
Das Gefährliche am Heuschnupfen ist, dass Sie im Verlauf Ihrer Krankengeschichte einen so genannten Etagenwechsel durchmachen können. So äußert sich der Heuschnupfen in den ersten Jahren zum Beispiel durch harmlosen, aber lästigen Schnupfen. Dann beginnen Ihre Schleimhäute zu jucken und anzuschwellen, nach einigen Jahren leiden Sie schließlich unter allergischem Asthma.

Diagnose: Die ärztliche Diagnose erfolgt zum einen durch einen Hauttest, kann aber auch durch Antikörpernachweise im Blut gestellt werden. Manche Ärzte führen einen so genannten Provokationstest durch. Dabei bekommen Sie Pollen unter ärztlicher Aufsicht direkt in Augen oder Nase getropft. So kann Ihr Arzt die Entzündungsreaktion messen.

Behandlung: Sie werden als Heuschnupfenpatient ein Notfallmedikament bekommen, das Sie anwenden sollen, wenn Sie einen Allergieschub erleiden.

Vermeidungsstrategien:

  • Informieren Sie sich, wann die Pollen, auf die Sie allergisch reagieren, fliegen.
  • Lüften Sie zu pollenarmen Zeiten. In der Stadt ist das die Zeit morgens zwischen 6 und 8 Uhr, auf dem Land abends zwischen 19 und 24 Uhr.
  • Mittlerweile gibt es Pollenschutzgitter für die Fenster. Diese halten mindestens      85 % der Pollen ab. Es gibt sie zum Beispiel von Tesa, der Preis richtet sich nach der Fenstergröße.
  • Duschen Sie vor dem Zu-Bett-Gehen und waschen Sie sich die Haare.

Kontaktallergie

Bei den Kontaktallergien handelt es sich streng genommen um eine Hautkrankheit, ein Ekzem. Kontaktallergien entstehen, wie der Name schon sagt, durch Kontakt eines Stoffes mit Ihrer Haut. Rund 4.000 chemische Stoffe gibt es, die wir Mediziner als Kontaktallergene kennen.

Symptome: Ihr Körper hat verschiedene Möglichkeiten, wie er darauf reagieren kann:

  • er toleriert sie
  • es tritt nach einigen Stunden eine schmerzhafte, brennende Rötung auf, es können sich Blasen bilden
  • bei Erstkontakt erfolgt augenscheinlich keine Reaktion; erst bei wiederholtem Kontakt kommt es zum Brennen, zu Schmerzen oder zur Bläschenbildung

Kontaktallergien steigern sich im Laufe der Kontakthäufigkeit. Kommt es zunächst nur zur juckenden oder brennenden Reaktion, kann die Haut bei fortgesetztem Kontakt anschwellen und nässen. Meist treten diese Symptome an der Stelle auf, an der der Kontakt stattfand.  

Diagnose: Um die Diagnose „Kontaktallergie“ zu stellen, findet ein 4-ägiger Allergietest statt. Innerhalb dieser Zeit müssen Sie 3-mal zu Ihrem Arzt gehen. Er wird Ihnen die bekanntesten Allergene auf den Rücken aufbringen und zusätzlich noch Allergene hinzufügen, mit denen Sie speziell Kontakt haben, zum Beispiel bestimmte Duftstoffe oder Konservierungsmittel.

Behandlung: Steht der Stoff fest, auf den Sie reagieren, werden Sie für das akute Stadium ein Gel oder eine Creme erhalten. Darin ist Kortison für die Ekzembehandlung enthalten.

Vermeidungsstrategien:

  • Der einzige absolute Schutz ist eine konsequente Vermeidung der Allergene. Ist das aus beruflichen Gründen nicht möglich, sollten Sie Schutzhandschuhe anziehen.
  • Waschen Sie sich Ihre Hände mit lauwarmem Wasser und nur mit rückfettenden, seifenfreien Waschstücken.
  • Bevor Sie neue Kosmetik- oder Hautpflegeprodukte verwenden, tragen Sie eine Woche lang ein bisschen davon auf die Innenseite Ihres Unterarms auf. Erst wenn hier keine Reaktionen entstehen, können Sie sie anwenden.
  • Verzichten Sie auf chemische Haarfarben oder -tönungen.
  • Wenn Sie allergisch auf Nickel reagieren, pinseln Sie Jeansknöpfe, Modeschmuck oder Reißverschlüsse mit klarem Nagellack ein.

Hausstaubmilben

Die Ausscheidungen der Hausstaubmilben, die sich mit dem Hausstaub vermischen, enthalten Eiweißbestandteile, die bei überempfindlichen Menschen allergische Reaktionen auslösen können. Um überleben zu können, brauchen die Milben Temperaturen zwischen 25 und 30 °C sowie eine hohe Luftfeuchtigkeit von bis zu 80 %. Kein Wunder, dass man sie häufig in der Matratze antrifft.

Symptome: Milben vermehren sich zwischen den Jahreszeiten, daher treten allergische Reaktionen im Übergang zwischen Herbst und Winter bzw. zwischen Winter und Frühjahr gehäuft auf. Es kommt zu

  • verstopfter oder laufender Nase
  • Niesen
  • roten Augen
  • Ausschlägen

Da die Milben sich gerne in Betten aufhalten, häufen sich die Symptome nachts und morgens beim Aufstehen.

Diagnose: Die Allergieschübe treten immer dann auf, wenn Sie mit aufwirbelndem Staub in Berührung kommen. Diese Situation ist so typisch, so dass Ihr Arzt auf eine Hausstaubmilben-Allergie allein durch Ihre Beschreibung schließen kann. Die Diagnose wird dann mit einem Hauttest bestätigt.

Behandlung: Natürlich können Sie die Milben nicht aus Ihrem Haus verbannen. Sie können ihnen den Lebensraum aber so weit wie möglich zu entziehen:

  • Kaufen Sie sich milbenundurchlässige Matratzenbezüge.
  • Tauschen Sie Ihre Federbetten gegen 4-Jahreszeiten-Decken aus. In diesen lassen sich Milben nicht so schnell nieder, weil die Decken die Feuchtigkeit nicht so gut speichern. Zudem lassen sie sich schneller waschen und trocknen.
  • Vermeiden Sie Gegenstände im Schlafzimmer, auf denen sich Staub ansammeln kann.
  • Überprüfen Sie Ihren Bodenbelag. Ob Teppich oder Laminat bzw. Fliesen für Sie als Hausstauballergiker das Richtige sind, kann ich pauschal nicht beantworten. Einerseits hält der Teppich den Staub fest, er wirbelt nicht mehr herum. Andererseits können Sie Laminat oder Fliesen besser sauber halten. Mein Tipp: Merken Sie trotz Teppich keine gesteigerte Allergiehäufigkeit, können Sie ihn ruhig behalten.
  • Finger weg von Milbenmitteln! Die Präparate mit Neemöl haben kaum eine ausreichende Wirkung; alle anderen (chemischen) Präparate können gesundheitsschädlich wirken.

Tierhaarallergie

Auch hier sind es nicht die Haare selbst, gegen die Sie allergisch sind. Vielmehr handelt es sich um Eiweiße, die im Urin, Speichel, an den Hautschuppen oder Haaren der Tiere vorhanden sein können.

Symptome: Gelangen diese Eiweiße in Ihre Augen oder atmen Sie sie ein, kann es zu allergischen Reaktionen kommen:

  • Niesen
  • juckende und tränende Augen
  • Asthma, Atemnot
  • Ekzeme
  • Ausschlag

Diagnose: Eine Tierhaarallergie kann Ihr Arzt durch einen Allergietest bestätigen.
Behandlung: Neigen Sie zu einer Allergie, sollten Sie keine Haustiere halten. Zudem gibt es Notfall-Medikamente.

Vermeidungsstrategien:

  • Als Allergiker sollten Sie sich nach dem Kontakt mit einem Tier die Hände gründlich waschen.
  • Tiere dürfen nicht in den Wohn- und Schlafbereich (Alternative: z. B. Räume mit Fliesenboden und abwischbaren Möbeln).
  • Ersetzen Sie Polstermöbel durch Ledermöbel.
  • Das Schlafzimmer muss tierfrei bleiben.
  • Achten Sie auf Ihre Kleidung: Als Tierhaarallergiker können Sie auch auf Pelze und Angora-Kleidung reagieren.

Ob Sie nun diese Maßnahmen ergreifen oder das Tier weggeben, Sie müssen eines wissen: Die Allergene können lange bestehen bleiben. Daher kann es auch nach einem Jahr noch zu allergischen Beschwerden kommen.

Lebensmittelallergie

Nahrungsmittel oder Getränke können ebenfalls allergische Reaktionen auslösen. Dazu reicht manchmal schon das Einatmen von Lebensmitteln, zum Beispiel von Mehlstaub oder Gewürzpulver.

Symptome:
Von Gummibärchen bis zu Birnen – alle Lebensmittel können Allergien auslösen. Sie äußern sich unter anderem durch

  • Kribbeln im Mund
  • Schwellungen der Schleimhäute
  • Atemnot

Diagnose: Blutuntersuchungen oder Allergietests, bei denen Ihnen Allergenlösungen gespritzt werden, können den Allergieauslöser entlarven. Eventuell müssen Sie auch eine so genannte „Suchdiät“ machen: Sie essen zunächst nur eine Sorte Fleisch, eine Sorte gekochtes Gemüse und Obst sowie Reis. Nach mehreren Tagen wird jeweils ein weiteres Lebensmittel hinzugefügt – bis der Allergieauslöser gefunden ist.

Behandlung: Sie sollten die allergieauslösenden Lebensmittel strikt meiden. 

Vermeidungsstrategien:

  •  „Alte“ Apfelsorten wie Boskop sind besser verträglich.
  • Essen Sie daher nur solche Lebensmittel, über deren Zusammensetzung Sie genau Bescheid wissen.
  • Bei Obst kann Ihnen helfen, dass durch Erhitzen oder Einmachen viele Allergene zerstört werden.
  • Reagieren Sie auf frische Kräuter, probieren Sie getrocknete aus.

Insektengift-Allergie

Bienen- oder Wespenstiche können für Allergiker lebensgefährlich sein. Gerade diese Allergie dürfen Sie deshalb keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen.

Symptome:
Da Insekten ihr Gift durch den Stichkanal in die menschliche Haut abgeben, kommt es bei fast allen Menschen zu Rötungen, Schwellungen und Juckreiz. Allergiker leiden besonders durch:

  • nesselsuchtartiger Ausschlag
  • Atemnot
  • Schwellungen an Gesicht und Hals
  • Verformungen rund um die Einstichstelle
  • einen Kreislaufkollaps

Die Symptome treten meist innerhalb von Sekunden, maximal Minuten auf.

Diagnose: Beobachten Sie nach einem Insektenstich eine starke Reaktion, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen. Durch Blut- und Hauttests kann dieser herausfinden, welches Insekt Sie gestochen hat und auf welches Gift Sie allergisch reagieren.
Behandlung: Bei einer Allergie gegen Insektengift kann eine Desensibilisierung durchgeführt werden. Nach einem Stich sollten Sie so schnell wie möglich eine in Wasser aufgelöste Kalziumbrausetablette trinken. Das hilft gegen Ausschlag und verhindert Schwellungen.

Vermeidungsstrategien:

  • Hängen Sie eine Insektenglocke auf. Dieses Gefäß lockt Bienen und Wespen an, sie können es nicht mehr verlassen.
  • Essen Sie Kuchen, Fleisch und Wurst nicht im Freien.
  • Lassen Sie Bienen- und Wespennester sofort vom Fachmann entfernen.

    

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Heinz Neuenhaus aus Jüchen schreibt:

„Er hat es als Erster geschafft, meine Ernährung zu ändern! Dr. Spitzbart hat nämlich zuvor die biologischen Zusammenhänge im Körper aufgezeigt.“
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