Goji Beeren: Schützen diese Wunderbeeren aus Asien wirklich vor Herzerkrankungen und ­Libidoverlust?

Sie ist die neueste Lieblingsfrucht von Popstars und Hollywoodgrößen: die Goji Beere. Kein Wunder, wird ihr doch nachgesagt, sie sei das ­ultimative Geheimmittel gegen das Altern. Außerdem soll sie Blutfette senken, Ihre Augen schützen und Sie glücklich machen – eben ein echtes Wundermittel sein. Aber was ist dran an der Goji Beere? Das erkläre ich Ihnen in diesem Artikel.

Goji Beere – der nächste angelsächsische Trend

Nach den Cranberrys und der Aloe vera schwappt nun der nächste Trend aus Amerika und Großbritannien zu uns herüber. Die Goji Beere, auch Wolfsbeere genannt, ist dort bereits sehr beliebt. Im normalen Supermarkt wird sie in unterschiedlichen Formen angeboten. Es gibt sie als Saft, Extrakt und als ganze oder klein geschnittene (getrocknete) Früchte.

Noch beliebter und begehrter ist sie in Tibet und der Mongolei. Hier wird die Goji Beere regelrecht verehrt. Es gibt zweiwöchige Feiern, in denen die Goji Beere bejubelt wird. Hier nennt man sie auch „glücklich machende Beere“. Wenn sie jeden Tag verzehrt wird, so heißt es, soll sie auch jeden Tag glücklich machen.

Die angeblichen Wirkun­gen der Goji Beere

Aber was ist das Besondere an den Wolfsbeeren? Wenn es nach den positiven Auswirkungen auf die Gesundheit geht, die ihr zugeschrieben werden, dann muss sie ein echtes Wundermittel sein.
Die Goji Beere sollen:

  • die Libido erhöhen,
  • antibiotisch wirken,
  • das Herz stärken,
  • das Immunsystem verbessern,
  • vor Augenerkrankungen schützen,
  • die Blutfettwerte senken,
  • Alterungsprozesse hemmen.

Mit dieser Taktik wird für die Goji Beeren geworben

Mich persönlich stört an der Goji Beere, dass sie Ihnen unter völlig falschen Vo­raussetzungen verkauft wird. Hier wird wieder mit Angaben geworben, die so nicht richtig sind. Im Umlauf sind vor allem drei verschiedene Beerensorten:

  • Goji Beerenaus Wildsammlungen
    Es gibt auf dem Weltmarkt definitiv keine Goji Beeren, die wild wachsen. Alle Goji Beeren, die Sie außerhalb der Ursprungsgebiete kaufen können, werden eigens für den Export gezüchtet. Sie wachsen auf Plantagen – in China gibt es über 100.000 Hektar, auf denen nur Goji Beeren gezüchtet werden.
  • Goji Beeren aus dem Himalaja
    Hier werden die Goji Beeren gar nicht geerntet. Diese Gegend eignet sich nämlich nicht, um im großen Stil Lebensmittel für den Export anzubauen. Lediglich in einigen wenigen Tälern des Himalaya gibt es vereinzelte kümmerliche Sträucher, die nur wenige Goji Beeren liefern.
  • Goji Beeren aus Tibet
    Auch dort werden keine Wolfsbeeren für den Export erzeugt. Es gibt zwar bestimmte Arten der Wolfsbeere, die in Tibet wachsen, aber nicht die, die Sie kaufen können. Das Klima ist im rund 3.000 Meter hoch gelegenen Tibet einfach zu rau für die Goji Beeren.


99% aller Goji Beeren kommen dagegen aus dem Ningxia-Tal in China. Aber mit den „Mode-Bezeichnungen“ Tibet und Himalaya lässt sich eben mehr Geld verdienen. Immerhin gelten die Menschen, die hier leben, als gesund, naturverbunden, und sie werden recht alt. Mit „China“ assoziieren wir Europäer dagegen überfüllte Großstädte mit Millionen von Menschen und große Umweltverschmutzung.

Aus diesem Grund sind übrigens auch die Goji Beeren, die als „tibetisch“ oder „aus dem Himalaya stammend“ verkauft werden, teurer als Goji Beeren ohne Herkunftsbezeichnung. Der Inhalt aber ist der gleiche – wollen Sie also Goji Beeren kaufen, greifen Sie daher zu den preiswerten ohne die Fantasiebezeichnungen.

Diese Stoffe machen die Goji Beere so gehaltvoll

Auch die Behauptung, dass Goji Beeren echte Wundermittel sind, kann ich so nicht stehen lassen. Als aufmerksamer Leser von Dr. Spitzbart’s Gesundheits-Praxis wissen Sie, dass es Wundermittel eben nicht gibt. Dennoch enthalten die Goji Beeren viele wichtige Stoffe:

  • Antioxidantien
    Die Früchte weisen einen recht hohen Gehalt davon auf. Antioxidantien können Ihre Körperzellen vor den Angriffen von freien Radikalen schützen. So wehren sie Zellschäden ab, die auf Dauer Zivilisationskrankheiten auslösen können. Das bedeutet aber nicht, dass Sie nie krank werden, wenn Sie die Beeren essen – sie liefern Ihnen nur einen zusätzlichen Schutz.
  • Phenole
    Auch diese sekundären Pflanzenstoffe schützen Sie vor Schäden durch freie Radikale.
  • Carotinoide
    Diese Stoffe, zu denen unter anderem Beta-Carotin gehört, sind in keinem anderen Obst in solchen Mengen enthalten wie in Wolfsbeeren. Sie bieten einen gewissen Schutz vor Schäden an der Netzhaut. Das enthaltene Lycopin, das auch in Tomaten vorkommt, kann Männern einen Schutz gegen Prostata-Krebs bieten.
  • Selen
    Die Beeren sind so reich an Selen, dass schon 130 Gramm ausreichen, um den Selenbedarf eines Tages zu decken. So sorgen sie dafür, dass unter anderem die Produktion Ihres Schilddrüsenhormons funktioniert.

Beeren können eine ungesunde Lebensweise nicht ausgleichen

Ich bin der Meinung, dass Goji Beeren aufgrund ihrer Inhaltsstoffe sehr gesund sind – aber natürlich schützen sie nicht bedingungslos vor allen möglichen Krankheiten. Das kann kein Obst alleine. Und auch die Goji Beere allein macht nicht glücklich. So viele wertvolle Inhaltsstoffe sie auch hat: Diese sind auch in anderen Obstsorten enthalten und rechtfertigen nicht den Ruf eines „Wundermittels“. Auch können ihre zugegebenermaßen wichtigen Vitalstoffe nur das Krankheitsrisiko verringern – aber einen 100-prozentigen Schutz bietet die Beere nicht. Und sie ist auch kein Jungbrunnen, selbst wenn das immer wieder behauptet wird.

Die Goji Beere kann daher nur eine Ergänzung zu einer ausgewogenen Ernährung sein. Sie können aber nicht die Nachteile einer einseitigen, ungesunden Ernährung mit ein paar der Goji Beeren auffangen und ausgleichen.

Zudem sind die Goji Beeren recht teuer und eignen sich daher nicht unbedingt dazu, ganze Obstportionen zu ersetzen. Eher können sie als geschmackliche Abwechslung dienen, zum Beispiel im Jogurt. Wählen Sie aber auf jeden Fall die ganze, getrocknete Frucht. Nur sie enthält, im Gegensatz zu klein geschnittenem Obst, Extrakten oder Saftauszügen, so viele Vitalstoffe wie möglich.

Die Goji Beeren erhalten Sie übrigens mittlerweile auch im Supermarkt. Es ist nicht nötig, sie bei speziellen Versendern zu kaufen.  

Tags: Goji Beere, Wolfsbeere

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Heinz Neuenhaus aus Jüchen schreibt:

„Er hat es als Erster geschafft, meine Ernährung zu ändern! Dr. Spitzbart hat nämlich zuvor die biologischen Zusammenhänge im Körper aufgezeigt.“
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