Diätmythen: Mit Ammenmärchen können Sie nicht abnehmen

In Deutschland gibt es so viele Übergewichtige wie nie zuvor, und die Tendenz ist steigend. Daher steigt auch die Zahl derer, die eine Diät machen, immer mehr an. Einer aktuellen Umfrage zufolge hat im letzten Jahr jeder 6. Deutsche versucht abzunehmen. Annähernd 70 % sind gescheitert. Jeder Zehnte bringt nach einer Diät sogar mehr Pfunde auf die Waage als davor. Dies passiert nicht zuletzt deshalb, weil sich immer noch Diätmythen halten. Fallen Sie darauf nicht herein!

Abnehmen ohne zu hungern, das Essen genießen und trotzdem Gewicht verlieren – nur ein Wunschtraum? Keineswegs, sondern der einzig Erfolg versprechende Weg zum Traumgewicht. Es gibt nur zwei Vorraussetzungen, die Sie erfüllen müssen:

  • Sie müssen Ihre Ernährung umstellen – viel Obst und Gemüse, möglichst fettarm essen und die Süßigkeiten und Chips öfter einmal stehen lassen.
  • Treiben Sie Sport – langsam aber lange ist hier das Motto. Täglich eine halbe Stunde langsames Joggen hilft Ihnen, Pfunde purzeln zu lassen.

Das trotzdem so viele Menschen an Diäten scheitern, liegt an Diät-Mythen. Weit verbreitete Irrtümer führen allzu oft auf den Holzweg.

  1. Crash-Diäten machen schlank. Sicher nicht. Extreme Diäten – und nur mit solchen ist eine rapide kurzfristige Gewichtsabnahme möglich – können meist keine optimale Versorgung mit wichtigen Nährstoffen gewährleisten.Vor allem verlieren Sie gerade in den ersten Tagen nur Wasser. Im Anschluss nehmen Sie sehr schnell wieder zu und wiegen womöglich bald noch mehr als vor der Diät.
  2. Alle Kalorien sind gleich. Stimmt nicht. Denn manche Nahrungsmittel sättigen bei gleicher Kalorienmenge einfach weniger als andere. 300 Kilokalorien in Kartoffeln verpackt machen zum Beispiel dreimal so lange satt wie die gleiche Menge Kilokalorien in Form von Weißbrot. Zudem verarbeitet der Körper Kalorien aus Fett anders als Kalorien aus Kohlenhydraten, er legt sie schneller in den Fettdepots ab. Daher sollten Sie auf wertvolle Kalorien zurückgreifen, auf Gemüse, Obst, Vollkornprodukte.
  3. Weniger essen macht schlank. Von wegen. „Friss die Hälfte“ gehört zu den beliebten, aber erfolglosen Versuchen, schlank zu werden. Mit einer Hungerkur erreichen Sie in erster Linie, dass Sie Ihr natürliches SättigungsgefühlHungerrationen schraubt der Körperverlieren.Zudem setzen Sie den Jo-Jo-Effekt in Gang:Nach kurzer Zeit mit den Kalorienverbrauch nach unten und nutzt Nahrung besser aus. Bekommt er wieder etwas mehr angeboten, verwertet er alles doppelt so gut und schafft Depots für die nächste Hungerzeit.
  4. Genuss ist nicht erlaubt. Im Gegenteil. Eine Schlankheitskur bringt nur dann Erfolg, wenn Sie sie im Alltag langfristig durchhalten können. Dazu gehört einfach, dass Ihnen das Essen auch schmeckt. Wer sein Essen wirklich genießen will,muss sich mehr einer der besten Geschmacksträger, aberZeit lassen – und das hilft sogar beim Abnehmen. Zugegeben, Fett ist zwar geschmackvolles Essen lässt sich auch mit wenig Fett zubereiten.
  5. Diätprogramme wirken bei jedem gleich. Stimmt nicht. Der Stoffwechsel guter Futterverwerter ist auf Sparflamme eingestellt, er verbraucht möglichst wenig und speichert möglichst viel. Der Stoffwechsel schlechter Futterverwerter läuft dagegen auf Hochtouren, sie bewegen sich ständig, verbrauchen viel Energie und produzieren damit mehr Wärme. Auch wer durch Hungerkuren seinen Körper des öfteren gezwungen hat, auf Sparflamme zu schalten, tut sich mit dem Abnehmen schwerer.
  6. Das Idealgewicht ist ideal. Formel: Falsch. Die alte Broca-Formel,Normalgewicht = Körpergröße minus 100 und Idealgewicht = Normalgewicht minus 15 % bei Frauen und minus 10 % bei Männern, ist überholt. Heute gilt als gesunde Richtschnur der Body-Mass- Index (BMI). Sie berechnen ihn nach folgender Gewicht in Kilo (z. B. 72) (Körpergröße in Metern)2 = 22,7 (z. B. 1,78 x 1,78) Der wichtigste Unterschied zu vorher: Bei der Beurteilung, welches Gewicht noch gesund ist, gilt jetzt nicht mehr ein exakter Gewichtswert, sondern eine Normalitätsspanne, die auch die Unterschiedlichkeit der Menschen, zum Beispiel starken Knochenbau berücksichtigt.
  7. Wer abnehmen will, muss sich täglich wiegen. Im Gegenteil. Sich täglich zu wiegen ist völlig falsch. Erstens schwankt das Gewicht aufgrund von Wassereinlagerungen stark. Haben Sie einmal mehr Wasser gespeichert, ist der Frust groß. Haben Sie Wasser ausgeschwemmt, hat das mit Abnehmen nichts zu tun. Zweitens ist das Gewicht nur eine Richtschnur. Wenn Sie durch Sport mehr Muskeln auf- und Fett abbauen, sind Sie schlanker geworden, auf der Waage merken Sie aber nicht so viel davon, denn Muskeln sind schwerer als Fett. Wenn Sie es genau wissen wollen, brauchen Sie eine Körperfettwaage. Auch hier gilt: Einmal pro Woche – dann aber stets zur gleichen Zeit auf die Waage – reicht.
  8. Folgt man einer strengen, kalorienreduzierten Diät, kann man innerhalb einer Woche drei Kilo Fett abnehmen. Es ist physiologisch unmöglich, in nur einer Woche drei Kilo Fett zu verbrennen. Ein Gewichtsverlust dieser Größenordnung ist nur durch den Verlust von Wasser, Muskel- und Knochengewebe möglich. Nur das wollen Sie sicher nicht: Muskeln verbrennen auch im Ruhezustand Kalorien. Weniger Muskeln führen also zu einem geringeren Tageskalorienverbrauch. Und wenn Mineralien aus Knochengewebe verloren gehen, kann dies das Osteoporoserisiko im Alter erhöhen.
  9. Chilischoten, Ingwer, Kaffee und Cola lassen Kalorien verbrennen. Bei einigen Menschen ist der Stoffwechsel so geschaffen, dass diese Lebensmittel ihn leicht erhöhen, aber sicherlich nicht genug, damit Sie sich zurücklehnen und darauf warten können, dass die überflüssigen Pfunde purzeln.
  10. Meine Eltern sind dick, also werde ich es auch sein. Nicht das Fett, sondern die Tendenz, dick zu werden, ist erblich. Frauen neigen dazu, überschüssiges Gewicht an den Oberschenkeln anzusetzen, während Männer eher am Bauch zunehmen. Aber ob sich dieses Fett bei Ihnen überhaupt ansammelt, ist abhängig von Ihrem Lebensstil. Wenn die Zahl der täglich aufgenommenen Kalorien mit der Zahl der verbrannten übereinstimmt, werden Sie unabhängig von der Figur Ihrer Eltern nirgends am Körper zunehmen. Es kann allerdings passieren, dass Sie die ungesunden Ess- und Lebensgewohnheiten der Menschen übernehmen, mit denen Sie aufgewachsen sind. Überprüfen Sie ihre Essgewohnheiten kritisch und werden Sie aktiv. So sehen Sie nicht nur besser aus und fühlen sich fit, sondern Sie werden zu einem neuen Vorbild für Ihre eigenen Kinder.
  11. Fettfrei lässt die Pfunde purzeln. „Fettfrei“ ist nicht gleich „kalorienfrei“. All die so genannten fettfreien Kuchen, Kekse und Milchprodukte, die die Regale im Supermarkt füllen, haben zwar einen reduzierten Fettgehalt, enthalten aber immer noch Kalorien aus Kohlenhydraten. Viele Light-Produkte enthalten zudem Süßstoffe – diese torpedieren Ihre Diät-Bemühungen. Süßstoffe lassen den Insulinspiegel steigen und sorgen somit für richtige Heißhunger- Attacken. Zudem entsteht ein „ach, ist ja light, ich kann mehr davon essen“- Gefühl, das Ihnen wiederum auf die Figur schlägt.

BMI:

< 20 Untergewicht
20 bis 24 Normalgewicht
25 bis 29 leichtes bis mäßiges Übergewicht
30 bis 39 deutliches Übergewicht
ab 40 Adipositas = Fettleibigkeit

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Gehirnzellen können sich nicht teilen, Demenz sind wir machtlos ausgeliefert, im sauren Magen können keine Bakterien überleben. Das alles sind Mythen, die schon längst auf dem Schrotthaufen der Medizingeschichte gelandet sind.  [mehr]


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Leserstimmen

Heinz Neuenhaus aus Jüchen schreibt:

„Er hat es als Erster geschafft, meine Ernährung zu ändern! Dr. Spitzbart hat nämlich zuvor die biologischen Zusammenhänge im Körper aufgezeigt.“
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