Gesunder Rücken

Wunderwerk Wirbelsäule: Die Geschichte vom doppelten S oder: Warum der Affe keine Rückenschmerzen bekommt

Vor rund 1,6 Millionen Jahren kam unser Vorfahre, der Austra­lo­pi­thecus, auf die Welt, der über einen entscheidenden Vorteil verfügte: Er sah den Säbelzahntiger zuerst. Sein Geheimnis: Er ging aufrecht – und überlebte im Gegensatz zu seinen Verwandten, die noch mit gesenktem Kopf auf allen vieren liefen.

Die Vorgänger des Australopithecus, die so genannten Vormenschen, konnten aufgrund ihres Körperbaus nämlich gar nicht aufrecht gehen. Sie liefen auf allen vieren, denn die menschliche Wirbelsäule wies zu dieser Zeit noch nicht ihre typische S-Form auf. Diese erkennen Sie, wenn Sie sich die Wirbelsäule von der Seite ansehen.  

Da sich in der Evolution immer das Erfolgreichste durchsetzt, wurde auch der aufrechte Gang an die nachfolgenden Generationen weitergegeben. Und so entwickelte sich im Laufe der Zeit die Wirbelsäule weiter, um den aufrechten Gang zu ermöglichen. Die Wirbelsäule passte sich an die Bedingungen des aufrechten Gangs an, indem sie beispielsweise die Fähigkeit entwickelte, Stöße abzufangen. Erschütterungen, denen sie durch das aufrechte Gehen ausgesetzt ist, können so am bes­ten abgedämpft werden.

So ist Ihre Wirbelsäule aufgebaut

Im Einzelnen setzt sich Ihre Wirbelsäule aus fünf Bereichen zusammen:

  • Halswirbelsäule. Beginnend mit dem kleinen Atlaswirbel, der den Schädelknochen trägt, besteht sie aus sieben Wirbeln. Der Atlaswirbel sorgt zusammen mit dem zweiten Wirbel dafür, dass Sie Ihren Kopf in alle Richtungen drehen können.
  • Brustwirbelsäule. An diesen zwölf Wirbeln sitzen die Rippenpaare, die dem Brustkorb seine Form geben.
  • Lendenwirbelsäule. Diese fünf starken und großen Wirbel tragen einen Großteil Ihres Körpergewichts. Zudem sind sie der Stoßdämpfer Ihres Körpers. Sie sind überaus belastbar – bis zu eine Tonne Gewicht müssen die Lendenwirbel beim Joggen abfedern.
  • Kreuzbein. Es handelte sich hier ursprünglich um fünf einzelne Wirbel. Diese sind aber nach und nach, als der Mensch sich aufzurichten begann, miteinander und mit dem Becken verwachsen.
  • Steißbein. Ursprünglich bildeten hier vier Wirbel den Schwanz des Menschen. Aber auch sie haben sich im Laufe der Evolution verändert, sind zusammengewachsen und verkümmert.

Diese Funktionen erfüllt Ihre Wirbelsäule

Die Wirbelsäule hat nicht nur die Aufgabe, uns Menschen den aufrechten Gang zu ermöglichen. Vielmehr hat sie noch drei weitere Funktionen:

  • Sie sorgt für Beweglichkeit. Ohne die Wirbelsäule wäre es Ihnen nicht möglich, Ihren Kopf zu drehen, zu heben und zu senken. Auch Ihr Oberkörper wäre komplett steif.
  • Sie dämpft Stöße. Durch die doppelte S-Form ist die Wirbelsäule in der Lage, Stöße, die auf Ihren Körper einwirken, abzufangen und abzumildern bzw. in Kraft und Wärme umzuwandeln. So ist es möglich, die Belastung langsam auf den Körper einwirken zu lassen. Dadurch, dass die Wirbelsäule die Stöße, die zum Beispiel beim Laufen oder Springen auftreten, dämpft, schützt sie das Gehirn vor zu starken Belastungen. Durch die Vielzahl der Bandscheiben wird der Druck, der durch solche Stöße auf die einzelne Bandscheibe wirkt, reduziert.
  • Sie schützt die Nerven. Die Nervenstränge verlaufen im Kanal, der durch die einzelnen Wirbel verläuft. So können Sie sich bewegen, ohne dass die Nerven eingequetscht, angerissen oder auf andere Art beschädigt werden.

Rückengesundes Verhalten schützt Sie vor Schmerzen

Leider hat die doppelte S-Form auch einen Nachteil: Sie ist immer noch nicht optimal auf den aufrechten Gang ausgelegt. Wenn sie nicht von ausreichend starken Bauch- und Rückenmuskeln gehalten wird, kommt es schnell zu Schmerzen. Dem Affen, der wie unsere Ur-Ur-Ahnen damals noch auf allen vieren läuft, passiert das nicht: Er bekommt keine Rückenschmerzen, da die Gewichtsverteilung auf seine Wirbelsäule eine andere ist. Zudem ist er dauernd in Bewegung und trainiert so seine Muskeln ausreichend.

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Heinz Neuenhaus aus Jüchen schreibt:

„Er hat es als Erster geschafft, meine Ernährung zu ändern! Dr. Spitzbart hat nämlich zuvor die biologischen Zusammenhänge im Körper aufgezeigt.“
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