Diabetes-Therapie: Ernähren Sie sich richtig – Insulin zu spritzen sollte zweite Wahl bleiben

Erst Medikamente, dann Spritzen – so sieht die typische Diabetiker-Karriere aus. Vermeiden Sie diese – mit der richtigen Ernährung. Sie werden dabei nicht am Hungertuch nagen! Medikamente und Insulin sollten für Sie der letzte Ausweg bleiben.


Können Sie sich vorstellen, dass bis zu 80 % aller Diabetiker vom Typ-2 keine Medikamente bräuchten und schon gar nicht spritzen müssten, wenn sie nur gleich beim Entdecken der Diabetes konsequent auf ihre Ernährung geachtet hätten? Es klingt zu schön, um wahr zu sein, ist aber so. Leider sehen viele Diabetiker eine Ernährungsumstellung, die die medikamentöse Behandlung der Diabetes verhindern soll, als einen Einschnitt in ihr persönliches Leben. Ich habe selbst oft von Patienten zu hören bekommen, dass sie nicht bereit sind, sich bis ans Ende des Lebens von Minimalkost zu ernähren. Sie würden dann doch lieber Tabletten schlucken oder spritzen.


Gesunde Diabetiker-Ernäh­rung ist keine Hungerkur

Dabei hat eine empfehlenswerte Diabetiker-Ernährung nichts mit einer Hungerkur gemeinsam. Sie soll einfach nur ausgewogen und gesund sein – genauso, wie ich sie allen meinen Patienten und Lesern ans Herz lege. Viel Obst und Gemüse müssen Sie zu sich nehmen. Vollkornprodukte sollten Weißbrot und Weißmehl ersetzen. Verzichten sollten Sie so weit wie möglich auf Fleisch und Wurst, dagegen gehört Fisch zwei- bis dreimal pro Woche auf Ihren Speiseplan.
Einschränken sollten Sie sich auch bei Süßigkeiten, bei Fast Food, Eis, Fett und Nüssen. Ich denke nicht, dass so eine Ernährung sich freudlos und nach Hungerkur anhört.


Warum Tabletten für Sie die letzte Notlösung sein sollten

Eine Ernährungsumstellung geht natürlich nicht von heute auf morgen. Die Alternative ist einfach: Ich schlucke eine Tablette und kann so weiterleben wie vorher. Aber empfehlenswert ist es auf keinen Fall – Sie sollten die Tabletten vermeiden, so lange Sie können. Mit Tabletten senken Sie Ihren Blutzuckerspiegel, indem Sie Ihre Bauchspeicheldrüse anregen, noch mehr Insulin zu produzieren. Das führt letztendlich dazu, dass Ihre Zellen, die das Insulin produzieren, noch schneller erschöpft sind und kein Insulin mehr produzieren. Sie müssen also viel schneller spritzen als wenn Sie maßvoll Ihre Ernährung umgestellt hätten.


Sie brauchen keine speziellen Lebensmittel

Ein Wort zu Diabetiker-Produkten: Es gibt mittlerweile nichts, was es nicht gibt. Von Eis über Schokolade bis hin zu spezieller Wurst. Klingelt es bei dieser Aufzählung schon bei Ihnen? Gerade die „ungesunden“ Lebensmittel, auf die Sie verzichten sollten, werden „diabetikerfreundlich“ hergestellt und dann teuer verkauft. Haben Sie schon mal ein Diabetiker-Vollkornbrot gesehen? Sicher nicht – weil Sie es nicht brauchen. Sie können sich nämlich gesund ernähren und sind auf diese ganzen Industrie-Erfindungen nicht angewiesen. Und auch als Diabetiker ist ja nicht alles tabu: Sie dürfen natürlich mal ein Stück Schokolade essen – genießen Sie es. Und wenn es ab und an bei einem bleibt, dann brauchen Sie auch diese ganze Diabetiker-Industrie nicht!


Was erwartet Sie, wenn nur Tabletten helfen?

Es gibt sicherlich Fälle, in denen es nicht so einfach ist, eine Ernährungsumstellung durchzuziehen, Am besten wäre zusätzlich noch ausreichende, 30-minütige Bewegung pro Tag, um so den Blutzuckerspiegel zu senken. Aber nicht immer funktioniert das. Gründe dafür sind neben mangelnder Einsicht des Patienten zum Beispiel:

 

  • Allergien gegen viele Obstsorten.
  • Aufgrund von Demenzerkrankungen kann die Verhaltensänderung nicht umgesetzt werden.

Gehören Sie zu diesen Gruppen von Menschen, bietet sich sofort eine Therapie mit Antidiabetika an. Das sind Medikamente, die Sie oral einnehmen und die Ihren Blutzuckerspiegel normalisieren sollen. Aber auch, wenn die Ernährungsumstellung nicht mehr ausreicht, bleibt nur noch eine Tablettentherapie. Es gibt 3 Stoffgruppen, aus denen Anti­diabetika zusammengesetzt sind:

 

  1. Biguanide. Aus dieser Gruppe ist Metformin als einziges Präparat noch zugelassen. Seine Wirkweise ist vielfältig. Es verbessert die Glucose-Aufnahme der Körperzellen, hemmt die Glucose-Neubildung und verbessert den Fettstoffwechsel. Bei Metformin wird Ihnen Ihr Arzt zunächst eine sehr kleine Dosis verschreiben und diese dann steigern. Allerdings ist dieses Medikament nicht geeignet, wenn Sie über eine geschädigte Niere oder Leber verfügen oder eine Radikaldiät machen, bei der Sie unter 1.000 Kalorien pro Tag zu sich nehmen.
  2. Glucose-Resoptionsver­zögerer. Durch Hemmung des Enzyms Alpha-Glukosidase verlangsamt diese Medikamentengruppe den Prozess, bei dem Glucose vom Darm ins Blut übergeht. Dadurch kann das Insulin die geringere Menge der Glucose im Blut besser verarbeiten. Wenn Sie aber solche Medikamente nehmen, sollten Sie beachten, dass es gerade die Aufnahme von Glucose aus Obst, Brot und normalem Zucker hemmt – diese Lebensmittel sind dann nicht mehr geeignet, um eine Unterzuckerung auszugleichen. Sie sollten daher auf Traubenzucker umsteigen. 
  3. Sulfonylharnstoffe. Diese Medikamente regen die Produktion von Insulin in der Bauchspeicheldrüse an. Vorteil ist, dass diese Medikamente schon in so geringer Dosis wirken, dass sie nur einmal pro Tag eingenommen werden müssen. Nachteil: Durch die gesteigerte Insulin-Produktion in der Bauchspeicheldrüse werden die Insulin produzierenden Zellen schneller erschöpft. 

Die Insulin-Therapie: Perfekt angepasst auf Ihre Bedürfnisse

Reicht bei Ihnen eine Therapie mit Antidiabetika nicht mehr aus, müssen Sie Insulin spritzen. Das ist dann der Fall, wenn die Insulin produzierenden Zellen erschöpft sind und die Produktion eingestellt haben. Normalerweise werden Sie die so genannte konservative Insulin-Therapie verordnet bekommen. Bei dieser Art der Behandlung erhalten Sie bestimmte Zeiten, zu denen Sie eine genau festgelegte Menge Insulin spritzen müssen; meist spritzen Sie zwei- oder dreimal pro Tag. Sie müssen diese Vorgaben genau einhalten. Dementsprechend sind Sie nicht besonders flexibel, wenn es darum geht, Mahlzeiten zu verschieben. Sind Ihre Mahlzeiten nicht nach Plan genau verteilt, kann es leicht zu einer Unterzuckerung kommen.


Suchen Sie sich die Therapie, die zu Ihrem Leben passt

Dennoch gibt es noch weitere Möglichkeiten einer Insulin-Therapie, die bei Ihnen je nach Lebenssituation zum Einsatz kommen können:

 

  • Intensivierte konservative Insulin-Therapie: Sie wird auch Basis-Bolus-Therapie genannt. Mit zwei bis drei Spritzen, mit denen Sie sich ein Verzögerungsinsulin injizieren, decken Sie den Basis-Bedarf Ihres Körpers an Insulin. Zusätzlich erhalten Sie ein normal wirkendes Insulin, mit dem Sie den Bedarf bei den Mahlzeiten abdecken (Bolus). Da der Basisbedarf immer gedeckt ist, können Sie Ihre Mahlzeiten frei schieben und sind hier nicht an einen strengen Zeitplan gebunden. Sie müssen zwar zwischen vier- und achtmal am Tag spritzen. Da es aber bei diesen Insulin-Sorten möglich ist, auf kleine Injiziergeräte, zum Beispiel Pens, zurückzugreifen, fällt dies den meisten Menschen nicht sonderlich schwer.
  • Supplementäre Insulin-Therapie: Bei dieser Therapie wird der normale Stoffwechsel nachempfunden. Sie spritzen sich zu den Mahlzeiten eine Insulin-Menge, die kurz und schnell wirkt. Dadurch werden die Blutzuckerspitzen, die bei den Mahlzeiten entstehen, verhindert. Dadurch, dass das Insulin schnell wirkt, brauchen Sie keinen Abstand zwischen Injektion und Mahlzeit einzuhalten. Bei dieser Methode kann es nicht zur Unterzuckerung kommen, Sie brauchen keine Zwischenmahlzeiten.
  • Kontinuierliche subkutane Insulin-Infusion: Hierbei brauchen Sie sich nicht mehr um Ihre Insulin-Zufuhr zu kümmern. Sie tragen eine kleine Pumpe am Körper, durch die die Insulin-Grundversorgung (Basis) gesichert wird. Für den Bolus, den Bedarf zu Mahlzeiten, drücken Sie einfach einen kleinen Knopf am Gerät. Diese Pumpen eignen sich dann, wenn Ihr Stoffwechsel noch gesund ist. Allerdings müssen Sie für den Einsatz einer solchen Pumpe sehr gut geschult sein und genauestens über Ihre Krankheit Bescheid wissen.   



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Gehirnzellen können sich nicht teilen, Demenz sind wir machtlos ausgeliefert, im sauren Magen können keine Bakterien überleben. Das alles sind Mythen, die schon längst auf dem Schrotthaufen der Medizingeschichte gelandet sind.  [mehr]


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Leserstimmen

Heinz Neuenhaus aus Jüchen schreibt:

„Er hat es als Erster geschafft, meine Ernährung zu ändern! Dr. Spitzbart hat nämlich zuvor die biologischen Zusammenhänge im Körper aufgezeigt.“
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