Schluss mit der Panikmache! - Lassen Sie sich von der Schweine­grippe nicht verrückt machen

Keine Panik vor der Schweinegrippe!

Keine Panik vor der Schweinegrippe!

H1N1 – hinter diesem Zahlencode verbirgt sich die Krankheit, die in diesem Jahr viele Menschen in Panik versetzt: die so genannte Schweinegrippe. Aber ist sie wirklich so gefährlich, wie sie in manchen Medien dargestellt wird? Und wann sollten Sie sich dagegen impfen lassen? Das erkläre ich Ihnen in diesem Artikel.

Das Thema „Schweinegrippe“ beherrscht die Medien wie kaum ein anderes. Immer neue Panikgeschichten ranken sich um die Erreger, die im Frühjahr vom Schwein auf den Menschen übergegangen sind. Dabei handelt es sich um nichts anderes als um eine Mutation des Grippevirus – eine Veränderung in eine bestimmte Richtung.
Dass der Grippevirus sich verändert, ist gar nicht so unüblich. Immerhin gibt es in jedem Jahr eine neue Variante. Anders ist nur, dass es sich in diesem Jahr um eine Virusversion handelt, die ursprünglich von Tieren, eben den Schweinen, ausging. Daher hat sie auch ihren Namen. In den letzten Jahren dagegen, Sie erinnern sich sicherlich, war es die Vogelgrippe, ursprünglich ausgehend von Hühnern.

Von einer Erkrankungs­welle ist noch nichts zu merken

Die Schweinegrippe soll sehr gefährlich sein – glaubt man zumindest den großen deutschen Boulevard-Blättern. Immerhin rund 6.600 Erkrankte gab es bis zum August in Deutschland. Beeindruckende Zahlen, die Sie erschrecken? Das sollten sie nicht. Bedenken Sie, dass immerhin zwischen 20.000 und 40.000 Menschen jedes Jahr in Deutschland an einer ganz normalen Grippe sterben – je nach Erreger. Die Zahl der Erkrankungen liegt noch um ein Vielfaches höher. Von einer gefährlichen Pandemie kann also kaum die Rede sein – genauso wenig wie damals bei der Vogelgrippe, die sich hinterher auch als Medienschreckgespenst entpuppte. Aber wie erkennen Sie, dass Sie von der Schweinegrippe oder auch von einer normalen Grippe betroffen sind?

Echte Grippe und Schweinegrippe – so äußern sie sich

Eine Grippe erwischt Sie plötzlich – das gilt sowohl für eine „normale“ Grippe als auch für die Schweinegrippe. Von einer Minute auf die andere fühlen Sie sich schlapp und müde, haben Fieber und Schüttelfrost sowie Gliederschmerzen. Eine Grippe bringt häufig auch eine laufende Nase und Hus­ten mit sich. Aber sie beschränkt sich nicht nur auf diese Ausprägungen, sondern greift auf den gesamten Körper über. Das Fieber steigt bis auf 40 °C. Es kommen Müdigkeit und mangelnder Appetit hinzu sowie Schmerzen im ganzen Körper. Noch einige Wochen, manchmal Monate, nachdem Sie die Grippe überstanden haben, können Sie sich schlapp und müde fühlen. Bei körperlichen Tätigkeiten fühlen Sie sich schnell überanstrengt.

So werden Sie bei Schweinegrippe behandelt

Verspüren Sie Grippesymptome, sollten Sie auf jeden Fall Ihren Arzt aufsuchen. Er kann einen speziellen Test machen und so klären, ob Sie an der Schweinegrippe oder an einer normalen Grippe erkrankt sind. Ist Ersteres der Fall, werden Sie spezielle Medikamente erhalten, zum Beispiel Tamiflu®. Dieses hat sich als sehr effektiv und gut wirksam erwiesen.
Generell verläuft die Schweinegrippe übrigens relativ harmlos. Die Todesfälle, die aufgetreten sind, ereigneten sich meist in Gegenden mit sehr schlechten hygienischen Verhältnissen oder betrafen Menschen, die nicht rechtzeitig zum Arzt gingen.

In Tröpfchen lauert die Grippe-Gefahr

Mit der Grippe können Sie sich jedes Jahr aufs Neue infizieren, denn in jedem Jahr entwickelt sich eine neue Variante des Grippevirus. In diesem Jahr ist eben die Variante H1N1 hinzugekommen, die als Schweinegrippe bezeichnet wird.
Die Übertragungswege sind aber die gleichen wie bei der normalen Grippe. Mit den Speicheltröpfchen werden die Viren übertragen. Es reicht, wenn Sie jemand, der bereits infiziert ist, anhus­tet oder anniest. Oder wenn Sie jemandem, der den Erreger in sich trägt, die Hand schütteln, in die dieser vorher hineingeniest hat, und sich anschlie­ßend ins Gesicht fassen. Atmen Sie solche Tröpfchen ein, stecken Sie sich an – wenn Sie nicht immun sind. Und immun werden Sie nur, wenn Sie sich impfen lassen oder die Grippe in dieser Saison schon durchgemacht haben.

Für folgende Menschen ist die Grippe-Impfung besonders wichtig

Es gibt einige Verhaltensweisen, die Sie vor der Grippe schützen können. So gehört eine sehr gute Hygiene dazu – Sie sollten sich zum Beispiel jedes Mal die Hände waschen, wenn Sie zum Beispiel eine Türklinke irgendwo berührt haben. Aber wer kann und macht das schon? Und dann trifft Sie doch ein Tröpfchenregen, weil jemand im überfüllten Bus neben Ihnen niest … Wollen Sie eine Grippe wirklich ausschlie­ßen, müssen Sie sich impfen lassen. Immerhin 90 % aller Geimpften sind so vor einer Ansteckung geschützt.

Die Ständige Impfkomission (Stiko) des Robert-Koch-Instituts empfiehlt eine Impfung für folgende Menschen:

  • Menschen über 60 Jahre
  • Personen, die chronisch krank sind (hierzu gehören zum Beispiel Menschen mit Asthma, chronischen Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen, Anämie, Nierenerkrankungen, Immunstörungen – sowohl angeboren als auch nach Transplantationen – oder Chemo-Patienten)
  • Schwangere
  • Menschen, die in Alten- und Pflegeheimen leben und arbeiten
  • Menschen, die sich bei ihrer Arbeit anstecken können (z. B. in Krankenhäusern, Praxen oder an Orten mit viel Personenkontakt)
  • Menschen, die mit Nutztieren in Kontakt kommen (wie Bauern oder Tierärzte)


Zu diesen Risikogruppen gehören in Deutschland rund 30 Millionen Menschen. Sie sollen in diesem Jahr auch zuerst gegen die Schweinegrippe geimpft werden. Ab Mitte September, spätestens im Oktober, soll der Impfstoff zur Verfügung stehen. Dann sind sie gegen die Schweinegrippe immun.

Ein spezieller Impfstoff schützt auch ältere Menschen

Bei älteren Menschen hat die reguläre Impfung einen Nachteil: Sie wirkt nicht mehr so gut, da das Immunsystem nur eingeschränkt auf das Serum reagiert. Dennoch empfehle ich Ihnen die Impfung. Denn selbst wenn Sie erkranken sollten, fallen die Symp­tome viel schwächer aus, wenn Sie geimpft sind, als bei ungeimpften Grippepatienten. Zudem sind gerade Menschen über 65, die sich nicht impfen lassen, häufiger von schweren Komplikationen betroffen, die sogar zum Tode führen können. Es gibt übrigens für Sie, wenn Sie über 65 sind, einen speziellen Impfstoff, der einen Verstärker enthält. Er sorgt für eine bessere Antikörperbildung und so für einen wirksameren Schutz. Fragen Sie Ihren Arzt danach. Dies gilt aber nur für die normale Grippe. Fraglich ist, ob der Impfschutz auch für die Schweinegrippe zur Verfügung stehen wird. Fragen Sie Ihren Arzt danach, sobald das Serum auf dem Markt ist.

September oder Oktober – der beste Impfzeitpunkt

Für die normale Grippe gilt: Jede Impfung hält ein halbes Jahr – also eine Grippesaison lang. Wollen Sie sich impfen lassen, ist der beste Zeitpunkt generell im September oder Oktober. Für die jetzt akute Schweinegrippe wäre ein früherer Zeitpunkt besser gewesen – aber da war noch kein geeigneter Impfstoff vorhanden.

Aber Achtung: Der Impfschutz baut sich langsam auf. Erst zwei Wochen nach der Spritze haben Sie Ihren kompletten Schutz. Die Kosten für die normale Grippeimpfung werden übrigens für alle Menschen über 60 Jahre und für chronisch Kranke von den gesetzlichen Kassen übernommen. Werden Sie bei Ihrem Impftermin beim Arzt nicht weiter untersucht, müssen Sie übrigens auch die Praxisgebühr nicht bezahlen.   

So stärken Sie Ihr ­Immunsystem

Ganz gleich, ob Sie sich impfen lassen oder nicht: Ein starkes Immunsystem bringt Sie besser durch Herbst und Winter. Sie vermeiden so auch Infekte, gegen die die Grippe-Impfung Sie nicht schützen kann. Zur Immunstärkung empfehle ich Ihnen Folgendes:

  • Bewegen Sie sich regelmäßig. Gerade Ausdauertraining an der frischen Luft regt Ihren Kreislauf und Ihre Durchblutung an. So verstärkt sich Ihr Blutfluss. Die Folge: Zerstörte Zellen werden abtransportiert und können so Krankheitserregern nicht als Nahrung dienen. Ihre Abwehrzellen werden aktiver. Aber Vorsicht: Trainieren Sie nicht zu schnell und zu viel. Sonst artet der Sport in Stress aus – und Stress wiederum schwächt Ihre Abwehr.
  • Schlafen Sie genug. Im Schlaf laufen mehrere Prozesse ab, die Ihr Immunsystem stärken. Zum einen lernt das Immunsystem, wenn Sie schlafen – es bildet Antikörper gegen die Erreger, die Sie tagsüber angegriffen haben. Zum anderen verändert sich die Konzentration von Hormonen und Botenstoffen im Körper. Sie sorgen für bessere Arbeitsbedingungen des Immunsystems.
  • Machen Sie Wechselduschen. Diese Methode, die aus der Kneipp-Therapie stammt, ist relativ unaufwändig, aber sehr effektiv, um Ihr Immunsys­tem zu stärken. Ihr Körper kann Temperaturschwankungen besser verarbeiten und ist daher nicht mehr so anfällig für Erreger. Starten Sie Ihre Wechselduschen zwei bis drei Minuten lang mit warmem Wasser. Dann duschen Sie sich 15 Sekunden lang mit kaltem Wasser ab. Beginnen Sie mit dem rechten Bein, dann linkes Bein, rechter Arm, linker Arm, rechte Körperhälfte, linke Körperhälfte. Danach wieder warm, wieder kalt. Dreimal wiederholen. Hören Sie immer mit dem kalten Wasser auf.
  • Entspannen Sie sich. Stresshormone schwächen Ihren Körper und machen ihn anfällig für Infekte. Daher sollten Sie Stress vermeiden oder, wenn das nicht geht, ihn zumindest abbauen. Möglich ist das zum Beispiel durch Sauna, Entspannungstechniken wie Yoga bzw. Autogenes Training oder progressive Muskelentspannung. Aber auch ein warmes Bad kann Ihnen helfen, genauso wie ein gutes Buch oder Ihre Lieblingsmusik.  
  • Ernähren Sie sich richtig. Eine ausgewogene Ernährung versorgt Sie mit den Vitaminen, die Sie brauchen, um die Funktionsfähigkeit Ihrer Abwehrzellen zu garantieren. Essen Sie daher viel Obst und Gemüse (möglichst Bio). 
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Dr. Spitzbart beim ZDF-Mittagsmagazin
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Heinz Neuenhaus aus Jüchen schreibt:

„Er hat es als Erster geschafft, meine Ernährung zu ändern! Dr. Spitzbart hat nämlich zuvor die biologischen Zusammenhänge im Körper aufgezeigt.“
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