Gentechnisch veränderte Lebensmittel: Wie sicher ist unsere Nahrung eigentlich noch?

In den letzten Jahren wurde in der Lebensmittelindustrie immer mehr mit Gentechnik experimentiert. Vielleicht ist Ihnen schon aufgefallen, dass Hersteller mittlerweile offensiv damit werben, frei von Gentechnik zu sein. Bedeutet das, dass alle anderen Lebensmittel Gentechnikkomponenten enthalten? Die Antwort auf diese Frage finden Sie im folgenden Beitrag. Ich beantworte Ihnen hier die 9 wichtigsten Fragen rund um das Thema „Gentechnisch veränderte Lebensmittel“.

Bisher konnten Sie nicht erkennen, ob ein Produkt frei von gentechnisch manipulierten Inhaltsstoffen ist. Das hat sich seit Mitte dieses Jahres geändert. Inzwischen dürfen gentechnikfreie Lebensmittel eine Aufschrift tragen, dass sie wirklich keine dieser veränderten Komponenten enthalten. Das bedeutet natürlich nicht, dass alle anderen Lebensmittel, die kein Etikett haben, automatisch gentechnisch verändert sind. Diese Regelung macht Ihnen jedoch den Einkauf viel leichter – Sie erkennen gleich, was Sie in Ihren Einkaufskorb legen. Trotzdem bleibt eine Verunsicherung. Daher möchte ich die wichtigsten Fragen rund um das Thema „Gentechnisch veränderte Lebensmittel“ hier für Sie beantworten.

Antworten auf die 9 wichtigsten Fragen zum Thema Gen-Food

  1. Was spricht gegen gentechnisch veränderte Pflanzen? Jede frei wachsende Pflanze kann sich unkontrolliert ausbreiten. Wir können aber das Risiko nicht einschätzen, das dabei von den gentechnisch veränderten Pflanzen ausgeht. Bis heute ist noch nicht geklärt, wie sich gentechnisch veränderte Pflanzen auf die Umwelt auswirken. Wir wissen nicht, inwieweit sie das ökologische Gleichgewicht beeinträchtigen können. Zudem befürchten Wissenschaftler, dass die veränderten Gene, die sogenannten Transgene, sich auf andere Organismen übertragen können. Diese könnten dann Veränderungen herbeiführen, die unter anderem ein hohes Allergierisiko zur Folge hätten.
  2. Wo wird die Gentechnik bei der Lebensmittelproduktion eingesetzt? Gerade bei der Futtermittelherstellung werden Pflanzen eingesetzt, die gentechnisch verändert wurden. Sie sind zum Beispiel resistent gegen Schädlinge oder aber nährstoffreicher. Vor allem in Amerika und Asien wird Saatgut verwendet – besonders für Mais, Soja und Reis –, das gentechnisch verändert wurde. Diese Produkte werden aber nicht nur als Futterbestandteile gebraucht. Sie gelangen oft auch als Zutaten in die Lebensmittel. 
  3. Wie viel Gen-Food gibt es heute in Deutschland im Supermarkt zu kaufen? Lebensmittel, die gentechnisch veränderte Bestandteile direkt enthalten, müssen schon seit einigen Jahren gekennzeichnet sein. In Deutschland gibt es solche Produkte allerdings nicht zu kaufen, zumindest nicht im normalen Supermarkt. Vielleicht erinnern Sie sich noch an die so genannte Anti-Matsch-Tomate, die vor Jahren als gentechnisch verändertes Lebensmittel Schlagzeilen machte. Sie ist mittlerweile überall wieder vom Markt verschwunden. Allerdings müssen Sie als Verbraucher damit rechnen, dass alle tierischen Produkte wie Milch, Fleisch und Eier von Tieren stammen, die mit gentechnisch veränderten Futterpflanzen gefüttert wurden. Das Problem: Das ist nicht kennzeichnungspflichtig.
  4. Wie kann gentechnisch manipuliertes Getreide eine Allergie auslösen? Lebensmittelallergien werden dadurch verursacht, dass der Körper eine Immunreaktion gegen Eiweiße in Gang setzt, die er als gefährlich eingestuft hat. Im Laufe der menschlichen Evolution haben wir Stoffe, die sich mit uns zusammen entwickelt haben, in den meisten Fällen einzuordnen gelernt - es kommt nur selten zu Allergien. In gentechnisch veränderten Pflanzen aber sind neue Eiweiße enthalten, die es in dieser Form bisher nicht gab. Der Körper kennt diese Eiweiße nicht – hier kann es also sehr viel schneller zu Immunreaktionen kommen.
  5. Können Sie Produkte erkennen, die keine Gentechnik enthalten? Seit Mai diesen Jahres dürfen Hersteller auch bei tierischen Lebensmitteln die Aufschrift „ohne Gentechnik“ verwenden, wenn bei der Fütterung keine gentechnisch veränderten Pflanzen verwendet wurden. Werden Lebensmittel so gekennzeichnet, dürfen sie maximal 0,9 % genmanipulierte Stoffe enthalten. Mit dieser Grenze will man berücksichtigen, dass es beim Abbau und bei der Verarbeitung von Pflanzen unabsichtlich zu Verunreinigungen durch gentechnisch veränderte Pflanzen kommen kann. So können sich zum Beispiel gentechnisch veränderte Pflanzen wild mit normalen Pflanzen kreuzen. Produkte, die trotz einer Kennzeichnung als „gentechnikfrei“ diesen Schwellenwert von 0,9 % überschreiten, müssen sofort vom Markt genommen werden.
  6. Gilt diese Deklaration auch für Importware? In der EU ist eine Kennzeichnung vorgeschrieben. In den meisten Überseeländern gibt es keine Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel, die gentechnisch veränderte Bestandteile enthalten. Dennoch werden diese Nahrungsmittel hier in Deutschland überprüft und dementsprechend gekennzeichnet. So gab es vor einiger Zeit in Deutschland den „Butterfinger“ zu kaufen. Es handelte sich dabei um einen Schokoladenriegel aus Amerika. Das Etikett trug den Zusatzvermerk: „Cornflakes und Stärke aus genmodifiziertem Mais“. Der Nestlé-Konzern musste den Riegel vom Markt nehmen, da es zu heftigen Protesten in Deutschland gekommen war. Auch in Asia-Shops tauchen Lebensmittel auf, für die bei der Herstellung gentechnisch veränderte Pflanzen verwendet werden. Kaufen Sie hier zum Beispiel Ihre Sojasauce, sollten Sie das Etikett genau studieren und auf die Aufschrift „genveränderte Sojabohnen“ hin untersuchen.
  7. Ist Bio-Ware wirklich frei von Gentechnik? Produkte, die mit dem Bio-Siegel gekennzeichnet sind, also auch Fleisch, Milch und Eier, sind völlig frei von Gentechnik. Sie tragen allerdings häufig keine besondere Kennzeichnung im Bezug auf Gentechnik. Bio-Produkte werden staatlich kontrolliert, dabei werden sie auch auf den Gehalt von Genprodukten untersucht. Wie gentechnikfreie Lebensmittel dürfen sie hier jene 0,9 % an gentechnisch veränderten Stoffen enthalten. Diesen Spielraum gewährt man Bio-Ware, weil es auch bei ihr durch Verarbeitung und Anbau zu unabsichtlichem Kontakt mit gentechnisch veränderten Pflanzen kommen kann.
  8. Wer kontrolliert die Produkte? In Deutschland sind für diese Kontrollen die einzelnen Bundesländer verantwortlich. Sie überwachen die Lebensmittel und prüfen, ob die Kennzeichnungsvorschriften eingehalten werden. Allerdings ist die Kontrolle von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich, es gibt hier noch keinen einheitlichen Prüfmechanismus.
  9. Gibt es ein einheitliches Siegel? Bisher gibt es, im Gegensatz zum Bio-Siegel, noch kein Symbol, dass es Ihnen als Verbraucher leichter macht, auf den ersten Blick zu erkennen, ob ein Lebensmittel frei von Gentechnik ist. Die Hersteller sind völlig frei in der Gestaltung ihres Aufdrucks. Zwar haben verschiedene Verbraucherschutz­organisa­tionen schon Vorschläge gemacht, wie so ein Siegel aussehen könnte. Im Moment bleibt Ihnen aber nur, Verpackung und Aufschrift genau zu studieren.


Noch müssen also Sie als Kunde genau hinschauen, um auszuschließen, dass Sie Lebensmittel kaufen, die gentechnisch veränderte Komponenten enthalten. Sie können sich aber darauf verlassen, dass die Aufschrift „gentechnikfrei“ tatsächlich dafür steht, dass Sie unveränderte Nahrungsmittel kaufen.

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Heinz Neuenhaus aus Jüchen schreibt:

„Er hat es als Erster geschafft, meine Ernährung zu ändern! Dr. Spitzbart hat nämlich zuvor die biologischen Zusammenhänge im Körper aufgezeigt.“
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