Gefährliche Ginkgolsäuren: Warum Sie auf Ginkgo-Tee sehr gut verzichten können

Gefährliche Ginkgolsäuren

Ginkgo ist bekannt als Gedächtnisstärker. Auch wenn es immer mal wieder einzelne Studien gibt, die dies bestreiten, hat er sich doch überwiegend als wirksam erwiesen. Bisher mussten Sie in der Apotheke Kapseln kaufen und schlucken, um vom Ginkgo-Extrakt zu profitieren. Nun gibt es ihn auch als Tee. Das scheint sehr praktisch zu sein – aber ich erkläre Ihnen, warum Sie besser auf diese Teemischungen verzichten sollten.

Die Heilkraft des Ginkgo ist keine neue Erkenntnis. Schon viele Jahrhunderte lang werden Bestandteile des Ginkgo-Baumes in asiatischen Ländern eingesetzt, um Erkrankungen zu behandeln. Und auch bei uns hat der Ginkgo seinen Platz in der naturheilkundlichen Medizin gefunden. Verwendet wird er hier zum Beispiel bei Bluthochdruck, Angina Pectoris und Impotenz. Auch bei Gedächtnisstörungen kann der Extrakt des Ginkgo-Baumes helfen sowie zur Vorbeugung von Herzinfarkten und Schlaganfällen. Grund dafür ist, dass er für eine bessere Durchblutung sorgt.

Ginkgo-Tee: Eine scheinbar gute Alternative zu teuren Kapseln

Ginkgo-Extrakt wurde bisher nur in Kapseln angeboten. Diese waren in der Apotheke zu erhalten und hatten zwei Nachteile:

  1. Sie sind relativ teuer.
  2. Sie müssen verschieden dosierte Kapseln kombinieren, um die Menge Ginkgo-Extrakt zu erhalten, mit denen in Studien ein Gesundheits-Erfolg erreicht wurde.

Nun gibt es eine relativ neue Darreichungsform. In Drogerien und Reformhäusern wird Ginkgo-Tee angeboten. Das ist auf den ersten Blick eine praktische Alternative. Fast immer ist der Tee in Beuteln verpackt. Sie brühen einfach einen Teebeutel auf und können die Wirkstoffe des Ginkgo so zu sich nehmen. Auch diese Tees sollen sich laut Hersteller auf Ihre Gedächtnis- und Konzentrationsleistung positiv auswirken und die gesamte Leis­tungsfähigkeit Ihres Gehirns verbessern.

Gefährliche Ginkgolsäuren können Allergien und Zellschäden auslösen

Allerdings bringt dieser Tee ein gravierendes Problem mit sich: die so genannten Ginkgolsäuren. Diese sind in jedem Ginkgo-Blatt enthalten. Es handelt sich dabei um Alkyl- und Alkenylphenolsäuren. Zwar sind diese Säuren nur sehr schwer wasserlöslich. Dennoch gehen sie in hohen Mengen in die fertig aufgebrühte Tasse Tee über. Und es macht keinen Unterschied, wie lange der Tee gezogen hatte und wie hoch die Ursprungskonzentration der Ginkgolsäuren in der Teemischung war.

Die Säuren sind leider nicht ungefährlich. Sie können zu Allergien führen, aber auch das Erbgut und die Nervenzellen schädigen. Aus diesem Grund werden bei der Herstellung von Medikamenten mit Ginkgo diese Ginkgolsäuren dem Ginkgo vorher entzogen. Das ist technisch bis zu einem gewissen Maße möglich. Im Europäischen und auch im Deutschen Arzneibuch ist die zulässige Gesamtdosis von Ginkgolsäuren, die am Tag aufgenommen werden darf, auf 5 parts per million (Teilchen pro Millionen, ppm) festgesetzt worden. In Deutschland sind Ginkgo-Präparate zugelassen, die zwischen 120 und 240 mg Ginkgo-Extrakt enthalten. Diese Präparate enthalten also umgerechnet zwischen 0,6 und 1,2 µg Ginkgolsäure in einer Tagesdosis.

Grenzwerte für Ginkgolsäure werden im Tee weit überschritten

Allerdings gelten diese Vorschriften nur für Arzneimittel. Tees, aber auch Nahrungsergänzungsmittel sind hiervon nicht betroffen. Um herauszufinden, wie stark die Ginkgolsäuren in den Tees enthalten sind, haben sowohl das Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker als auch unabhängige Labore einige Tees untersucht.
Die Ergebnisse zeigen: Der Gehalt an Ginkgolsäuren schwankt in Teemischungen sehr stark. Das liegt zum einen am Anbaugebiet der Ginkgo-Pflanzen, zum anderen aber auch daran, wie viele Ginkgo-Blätter tatsächlich im Tee enthalten sind.

Bei den fertig aufgebrühten Tees wurde eine zulässige Tageshöchstdosis von 1,2 µg Ginkgolsäure (eben die für Arzneimittel erlaubten 5 ppm) zugrunde gelegt. Aber unabhängig von der Teesorte wurde diese Grenze immer weit überschritten. In einer Tasse Tee wurden stets unverhältnismäßig hohe Dosen Ginkgolsäure gefunden, die stark gesundheitsbedenklich sind.

Teilweise lag der Gehalt der Ginkgolsäure um das 80-fache höher, verglichen mit der für Arzneimittel erlaubten Höchstgrenze. 

Gefährlicher Tee ohne Wirksamkeit für Ihr Gehirn

Sicherlich können Sie jetzt argumentieren, dass so ein Ergebnis zu erwarten war, wenn die Tests von Interessengruppen der Apotheker durchgeführt wurden. Immerhin verlieren die Apotheker sonst ihre Kunden, da es den Tee in der Drogerie preiswerter zu kaufen gibt als die teuren Kapseln in der Apotheke. Dennoch sollten Sie diesen hohen Gehalt an Ginkgolsäuren nicht auf die leichte Schulter nehmen. Hinzu kommt, dass die Gesundheitswirkung beim Tee nicht überzeugt. Auch konnte seine Wirksamkeit auf die geistige Leistungsfähigkeit in Studien nicht belegt werden. Positive Auswirkungen auf Ihr Gehirn wird Ihnen dieser Tee nicht bringen!

Tags: Ginkgo, Gedächtnisstärkung, auf Ginkgo-Tee verzichten,

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