Dabei speisen sich die Quellen der Mythen nicht immer nur aus Fehlern wie beim Beispiel des Spinats. Einige Annahmen haben sich erst im Laufe der Zeit zum Irrglauben entwickelt. weil sich unsere Lebensbedingungen geändert haben. So bekamen die Menschen früher tatsächlich Bauchschmerzen, wenn sie Kirschen gegessen und danach Wasser getrunken haben, einfach weil das Trinkwasser damals nicht so sauber war wie heute. Die darin enthaltenen Bakterien sorgten dann für die Unterleibsschmerzen. Aber was ist nun Legende und was nicht? Ich möchte Ihnen einige Beispiele für möglichen Irrglauben geben: Lassen Sie sich keinen Bären aufbinden bei der Auswahl Ihrer Nahrungsmittel.
Karotten sind gut für die Augen
Karotten mögen gut schmecken oder bei stetigem Konsum insbesondere bei Kleinkindern zu einer „gesunden Farbe“ der Haut beitragen – gegen die üblichen Sehschwächen helfen sie hingegen nicht .Zwar enthalten Karotten eine große Menge an Carotinoiden wie z. B. Beta-Carotin, das im Körper in Vitamin A umgewandelt wird und wichtig für die Funktionsfähigkeit des Auges ist. Ein Vitamin-A-Mangel kannsich daher tatsächlich negativ auf die Sehkraft, gerade in der Dämmerung, auswirken – aber mehr Vitamin A heißt nicht automatisch mehr Sehkraft. Eine Sonderzufuhr von Vitamin A ist in unseren Breiten meistens überflüssig, da wir es in ausreichender Menge direkt mit tierischen Nahrungsmitteln zu uns nehmen (siehe auch Ausgabe 08/03). Bei Kurzsichtigkeit kann also der Weg gerne über einen farbenfrohen Wochenmarkt führen – er sollte aber in jedem Fall beim Augenarzt enden.
Süßstoffe machen schlank
Aus dem figurbewussten Haushalt ist er kaum noch wegzudenken, der Süßstoff als Zuckerersatz. Auf den ersten Blick nachvollziehbar: Ein Stück Würfelzucker enthält zehn Kalorien, eine Süßstofftablette, die den selben Geschmack erzielt, keine einzige. Unser Gehirn weiß dies, nicht aber unser Körper: Trifft der zuckerlose Süßstoff auf die Genießerzunge, leitet diese die selben Anweisungen an den Organismus wie bei der Kontaktaufnahme mit herkömmlichem Zucker. Der Körper reagiert gleich: Er schüttet Insulin aus, um Zucker abzubauen, wenn er aus dem Verdauungstrakt in die
Blutbahn gerät. Das Problem hierbei ist jedoch, dass daraufhin Blutzucker abgebaut wird, obwohl der Zuckernachschub ausfällt. Ein sinkender Blutzuckerspiegel ist die Folge, und zugleich ein Alarmsignal für den Körper, dass eine Unterversorgung vorliegt. Der Organismus antwortet mit dem, was der figurbewusste Mensch verhindern will: mit einem
Heißhungergefühl. Mit anderen Worten: Süßstoff macht hungrig. Dies ist nichtunbedingt schlankheitsfördernd.
Alkoholfreies Bier ist alkoholfrei
Beliebt bei Autofahrern und leider auch bei Schwangeren, wenn sie der Durst auf Bier überkommt: alkoholfreies Bier. Der Name sagt ja schon, dass es unschädlich ist, oder? Falsch! Alkoholfreies Bier enthält bis zu 0,5 % Alkohol. Das erlaubt
der Gesetzgeber, weil diese Alkoholmenge auch in vielen Fruchtsäften enthalten ist, die grundsätzlich als „harmlos“ gelten. Für Alkoholkranke oder Kinder heißt es also auch beim so genannten „alkoholfreien Bier“: Finger weg!
Ballaststoffe sind ohne Wasser gesund
Es stimmt schon, dass viele Ballaststoffe für eine gute Verdauung unerlässlich sind. Aber da es sich bei ihnen um unverdauliche Nahrungsreste handelt, bleiben sie im Darm liegen, wenn ihnen nicht genug Flüssigkeit zugeführt wird.
Fazit: Verstopfung! Wenn Sie reichlich Ballaststoffe essen, dann müssen Sie auch viel trinken: 2 Liter Flüssigkeit pro Tag und wenn möglich sogar mehr, sonst kehrt sich die gesunde Wirkung der Ballaststoffe ins ungesunde Gegenteil um.
Magerprodukte alleine machen schlank
Die Menschen sind bereit, für die schlanke Linie viel Geld auf den Ladentisch zu legen. Aber Achtung: Ihr Körper lässt sich nicht so leicht um seine Kalorien betrügen! Wird er mit fettarmen oder gar fettlosen und kalorienarmen Produkten
(Light-Produkten) gefüttert, dann meldet er sich schnell zu Wort: Er signalisiert Hunger – und das mit allem Nachdruck.
Dazu bedient der Körper sich eines verzögerten Sättigungsgefühles. Vielfach essen Sie dann über den Tag verteilt vom Light- Produkt doppelt so viel, als Sie eigentlich wollten und sollten – und der Körper hat sich genau das erschwindelt, was man ihm vorenthalten wollte. Wenn Sie sich zu den Light-Produkten nicht auch gleich einen eisernen Willen zulegen, sollten Sie lieber auf die bewährte FdH-Methode umsteigen und normal aber eben nur die Hälfte von allem essen. Das wirkt auf Dauer gesehen effektiver – und ist billiger.
Spinat strotzt vor Eisen
Wie schon erwähnt: Die Berechnung stammt aus dem 19. Jahrhundert und beruht nicht auf frischem, sondern auf getrocknetem Spinat, also Spinatpulver und damit einem Konzentrat. Aber wer isst schon ein Konzentrat? Legt man die Berechnung auf frischen, also wasserhaltigen Spinat um, dann schrumpft der Eisengehalt auf magere 3,5 Milligramm. Demnach liefert der Spinat dem Körper kaum mehr Eisen als etwa eine Portion Pommes Frites.
Frisches Brot ist ungesund
Die Phrase, dass frisches Brot ungesund sei, ist ein Überbleibsel aus jener Zeit, wo Brot noch das Hauptnahrungsmittel
war und man sorgsam darauf achtete, nur ja kein Stück wegwerfen zu müssen. Also sollte zuerst das „alte“ Brot gegessen werden, bevor der frische Laib angeschnitten wurde. Und um das zu erreichen, kam die Weisheit – vor allem gegenüber Kindern – auf, frisches Brot sei ungesund. Das stimmt natürlich nicht. Blähungensind das einzige „Übel“, das es anrichten
kann. Ansonsten ist frisches Brot genauso bekömmlich wie das Brot vom Vortag.
In der Sauna nimmt man ab
Schön wär’s, stimmt aber nicht! Durch das Schwitzen wird nur Wasser verloren, aber kein Fett abgebaut. Sobald getrunken
wird, speichert der Körper wieder das Wasser. Zum Abnehmen ist die Sauna leider völlig nutzlos. Genießen sollten Sie
sie aber trotzdem.
Regelmäßige Massage macht schlank
Leider nicht, denn bei der Massage verbraucht nur der Masseur zusätzlich Kalorien (Energie), nicht der Massierte. Ihr Körperfett können Sie so nicht beseitigen – auch wenn Ihre Muskeln durch Reibung während der Massage warm werden. Das geht nur durch bewusste Ernährung und regelmäßigen Sport.
Margarine hat weniger Kalorien/Fett als Butter
Kalorien-Geizhälse aufgepasst: Der Kaloriengehalt dieser beiden Fette ist fast identisch: 100 g Butter enthalten 754 Kalorien, 100 g Margarine 722 Kalorien. Der Unterschied ist unbedeutend, lassen Sie sich also nicht die Butter vom Brot
nehmen!
Kartoffeln machen dick
Als Dickmacher verschrien,muss sich das Kellerkind immer wieder hartnäckig gegen sein schlechtes Image wehren. Eine
Portion gekochte Kartoffeln (150 g) enthält lediglich 105 Kalorien.Nicht die unscheinbare Knolle macht dick, sondern ihr „fettiges Make up“ (bei einer Zubereitung mit zuviel Fett).
Joghurt macht schlank
Joghurt sonnt sich in dem Ruf, ein kalorienarmer Schlankmacher zu sein. Aber wo Sonne ist, da gibt’s auch Schatten: Ein Becher Naturjoghurt mit 1,5 % Fett enthält 66 Kalorien. Die gleiche Menge mit gleicher Fettgehaltsstufe und Früchten dagegen 117 Kalorien. Also bleiben Sie bitte immer streng beim Naturjoghurt.
Bonbons mit Vitaminzusätzen sind gesund
Auch mit Vitaminen angereicherte Bonbons enthalten in erster Linie Zucker. Bei einigen Produkten wird angegeben, dass
etwa sechs Bonbons den Bedarf der aufgeführten Vitamine decken. Gleichzeitig werden jedoch 30 g Zucker (sechs TL) gelutscht. Saure Erkenntnis für Süßschnäbel: Vitaminierte Bonbons sind keineswegs gesünder, greifen Sie lieberzum süßen Obst.
Zitrusfrüchte sind die Vitamin-C reichsten Obstsorten
Wer eine dicke Schale aufweisen kann, muss noch lange nicht dicke innere Werte haben! Orangen, Pampelmusen und Zitronen enthalten durchschnittlich etwa 50 mg Vitamin C pro 100 g Fruchtfleisch. Kiwis bringen es dagegen auf 70 mg, Erdbeeren immerhin auf 62 mg und Spitzenreiter sind schwarze Johannisbeeren
mit 189 mg!
Eier fördern die Potenz
Eier sind zwar kleine Kraftwerke, die Power zeigt sich aber eher am Blutfettspiegel als bei der Potenz. Denn ein Eigelb enthält stolze sechs Gramm Fett, das ist ein ganzer Teelöffel voll. Auch der Begleiter Cholesterin, den jedes Eigelb im Schlepptau mit sich zieht, ist mit 240 mg nicht ohne! Und Fett macht bekanntlich schlapp statt fit.
Wenn man gar nichts isst, nimmt man am schnellsten ab
Falsch! Denn der Körper schaltet dann auf „Sparflamme“ um und verbraucht immer weniger Kalorien. Bei einer ausgewogenen Diät dagegen muss der Körper „arbeiten“, um die Nahrung zu verdauen. Das kostet Kalorien und führt zur Gewichtsabnahme. Und zwar schneller, als wenn man gar nichts isst!
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Heinz Neuenhaus aus Jüchen schreibt:
„Er hat es als Erster geschafft, meine Ernährung zu ändern! Dr. Spitzbart hat nämlich zuvor die biologischen Zusammenhänge im Körper aufgezeigt.“
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