Bittergurken-Tee: Warum Sie diesen Tee als Dia­betiker unbedingt meiden sollten

Gerade als Diabetiker begegnen Ihnen leider immer wieder findige Geschäftemacher. Sie versuchen, Ihnen mit angeblich wertvollen Nahrungsergänzungsmitteln das Geld aus der Tasche zu ziehen. Die angepriesenen Mittel sollen Ihren Blutzucker senken, Sie sogar in die Lage versetzen, ohne Insulin auszukommen. Neuestes Angebot: Bittergurken-Tee. Ich habe dieses angebliche Wundermittel für Sie einmal genauer unter die Lupe genommen. Lesen Sie im folgenden Beitrag, warum Sie diesen Tee als Diabetiker unbedingt meiden sollten.

Bittergurke oder auch Bittermelone ist unter dem Namen Momordica charantioa bekannt – sie wird häufig als Unkraut eingeordnet. In den tropischen Regionen, in denen sie ausschließlich wächst, gilt sie gleichermaßen als Nahrungsmittel wie auch als Heilpflanze.

Diese Verwendung in der traditionellen Medizin wird angeführt, wenn für die Bittergurke Werbung gemacht wird. Der Tee aus diesem exotischen Gewächs soll eine Wirkung gegen Diabetes zeigen. Wenn Sie sich gesund ernähren und bewegen und dazu eben diesen Tee trinken, sollen Sie in der Lage sein, Ihren Diabetes Typ 2 besser kontrollieren zu können. Darüber hinaus soll der Tee auch beim Diabetes Typ 1 helfen. Was aber ist an dieser Behauptung genau dran?

Ein Präparat für zwei Diabetes-Arten?

Zunächst einmal scheint es seltsam, dass ein Mittel bei zwei Diabetes-Arten helfen soll, die so unterschiedliche Ursachen haben.

  • Diabetes Typ 1 ist charakterisiert durch das Fehlen des kompletten Insulins. Betroffene müssen ein Leben lang Insulin spritzen,
  • Diabetes Typ 2 äußert sich dadurch, dass Insulin zwar vorhanden ist, allerdings kann es nicht mehr richtig wirken. Dadurch wird immer mehr Insulin gebraucht. Irgendwann kann die Bauchspeicheldrüse nicht mehr so viel Insulin herstellen, wie benötigt wird. Der Blutzuckerspiegel kann vom Körper nicht mehr kontrolliert werden.

Gleich ist bei beiden Erkrankungen nur die Auswirkung: Der Blutzuckerspiegel ist nicht mehr steuerbar.

Kein Nachweis über Nutzen

Laut Werbung soll Bittergurken-Tee den Blutzucker senken. Aber wie genau das Getränk dieses vermag, dazu wird nichts ausgesagt. Auch darüber, wie wirksam der Tee wirklich ist, lässt sich nur schwer etwas finden. Es gibt lediglich eine Studie, mit der eine positive Wirkung des Tees nachgewiesen wurde. Aber an der nahmen nur acht Personen teil. So ist ihre wirkliche Aussagekraft sehr schwach. Sie ist durch diese geringe Teilnehmerzahl nicht zu verallgemeinern und aus wissenschaftlicher Sicht nicht relevant.

In der Werbung wird argumentiert, dass der Tee schon seit Jahrhunderten von Millionen von Menschen getrunken wird und seine Sicherheit daher garantiert sei. Eine Logik, die sich nicht nachvollziehen lässt. Denn nicht alles, was schon immer gemacht wurde, ist auch gesund.

Statt Nebenwirkungen werden in der Werbung positive Auswirkungen wie gesünderer Schlaf, bessere Durchblutung und ein gesteigertes Wohlbefinden versprochen. Auch diese Auswirkungen haben sich bisher nicht nachweisen lassen.

Risiken und Neben­wirkungen – in Massen vorhanden

Hinweise von Anwendern gibt es dagegen auf Risiken und Nebenwirkungen – und das nicht zu knapp. So kann der Tee Al­lergien hervorrufen, ebenso wie schwere Kopfschmerzen. Im Tierversuch hat sich gezeigt, dass er bei schwangeren Versuchstieren zu einer Fehlgeburt führte.

Genauso schwammig bleiben die Hersteller mit ihren Aussagen, wenn es um die Dauer geht, wie lange der Tee angewandt werden soll. Lediglich wenn der Blutzucker zu sehr absinkt, sollen Betroffene den Tee absetzen und den Arzt aufsuchen.

Die fehlende Dosierungs­vorschrift macht den Tee so gefährlich

Und genau das macht den Bittergurken-Tee so gefährlich für Diabetiker. Seine Inhaltsstoffe schwanken stark, auch die Dosierung ist nicht festgelegt und kann im fertigen Getränk stark schwanken. So sind die Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel nicht nachprüfbar – aber eben auch nicht vorhersehbar.
Welche Folgen das haben kann, zeigt ein Fall aus Österreich. Hier sind zwei Kinder ins Koma gefallen, nachdem sie den Tee aus Bittergurken getrunken hatten. Es war zu einer lebensgefährlichen Unterzuckerung gekommen.

Nur die richtige Diabetes-Therapie schützt Sie vor Folgeerkrankungen

Die Erfahrung zeigt, dass sich viele Diabetiker an jeden Strohhalm klammern, der sich ihnen bietet, um dem Spritzen von Insulin zu entgehen. Es gibt immer wieder Diskussionen unter Betroffenen, ob man nicht die Diabetes-Medikamente absetzen und nur noch diesen Tee trinken könne. Tun Sie das bitte nicht. Denn das Ziel einer Diabetes-Behandlung ist nicht nur, den Blutzuckerspiegel zu senken und den Zucker aus dem Blut in die Zellen zu transportieren. Vielmehr soll mit der medikamentösen Behandlung auch verhindert werden, dass es zu Spätfolgen kommt.

Augenschäden, offene Beine und daraus resultierende Amputationen können nur verhindert werden, wenn Sie sich an Ihre persönliche Medikation halten. Nur diese garantiert Ihnen (fast) immer, dass Ihr Blutzuckerspiegel konstant bleibt. Ein Tee, der durch schwankende Inhaltsstoffe keine geregelte Senkung des Blutzuckers verursacht, kann dies nicht leisten. Sie setzen mit dem unregulierbaren Tee Ihre Gesundheit aufs Spiel.Übrigens: Es gibt einen Punkt, in dem die Hersteller von Bittergurken-Tees Recht haben. Einen Satz können Sie aus der Werbung sehr wohl für sich herausziehen: Mit gesunder Ernährung und Bewegung können Sie versuchen, Diabetes zu bekämpfen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass diese beiden Maßnahmen helfen können, die Zuckerkrankheit besser in den Griff zu bekommen und den Blutzuckerspiegel konstant zu halten. Wäh­len Sie lieber diesen Weg. Er ist zwar mühsamer, aber definitiv gesünder!   

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Heinz Neuenhaus aus Jüchen schreibt:

„Er hat es als Erster geschafft, meine Ernährung zu ändern! Dr. Spitzbart hat nämlich zuvor die biologischen Zusammenhänge im Körper aufgezeigt.“
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